Ja, DHL liefert auch samstags zu, ganz normal und ohne Aufpreis. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist der Liefertag als Werktag von Montag bis Samstag definiert. Den Samstag können Sie sogar als bevorzugten Zustelltag hinterlegen - nur Sonn- und Feiertage lassen sich nicht wählen.
Bei DPD fällt die Antwort deutlich komplizierter aus: Der Anbieter lässt Verbraucher auf seinen eigenen Seiten ohne jede Auskunft zum Samstag - weder bestätigend noch ausschließend.
Dazu kommt eine Regel, die kaum jemand kennt: Die Abholfrist läuft auch samstags weiter - und das kann bei einer verpassten Zustellung teuer werden. Ich zeige Ihnen, welcher Dienst wirklich samstags liefert und welche Frist dabei unbemerkt tickt.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
- DHL liefert samstags als regulärer Zustelltag ohne Aufpreis.
- DPD äußert sich auf den eigenen Verbraucherseiten nicht zur Samstagszustellung.
- UPS und GLS: keine belastbare öffentliche Auskunft zur Samstagspraxis verfügbar.
- Die siebentägige Abholfrist in der Filiale läuft auch samstags weiter.
Liefert DHL samstags?
Die Antwort steckt schon im Namen des Feldes, das DHL in den eigenen Vertragsbedingungen verwendet: Der „Liefertag" ist dort ausdrücklich als Werktag definiert, und zwar von Montag bis Samstag, ohne Zusatzprodukt und ohne Aufpreis. Diese Definition steht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu den Empfangsoptionen. Beim Liefertag-Service lassen sich allerdings keine Sonn- und Feiertage auswählen.
„DHL" ist dabei kein einzelnes Unternehmen, sondern ein Sammelbegriff für drei Firmen. Die eigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Paket und Express bezeichnen die Deutsche Post AG, die DHL Paket GmbH und die DHL Express Germany GmbH ausdrücklich gemeinsam als „DHL", weil alle drei zur selben Unternehmensgruppe gehören. Wortgleich in beiden Regelwerken steht allerdings nur die Lagerfrist-Klausel für nicht zugestellte Sendungen; die Liefertag-Definition selbst stammt aus den Empfangsbedingungen für Pakete.
Und DPD?
Bei DPD liegt der Fall genau umgekehrt: Der Zustelldienst äußert sich auf seinen eigenen Verbraucherseiten schlicht nicht zum Samstag. Für den Versand innerhalb Deutschlands nennt die Fachpresse lediglich „1 bis 2 Werktage" als Standardangabe - ob der Samstag darin eingeschlossen ist oder nicht, bleibt offen. Die Verbraucherseiten von DPD waren für diese Recherche technisch nicht erreichbar; es gibt daher keine Primärquelle, die eine Aussage belegt oder widerlegt.
Fachpressemeldungen aus dem Jahr 2015 berichten, DPD stelle seit damals flächendeckend samstags zu. Diese Meldungen stammen nicht von DPD selbst und sind ohne Primärquelle nicht nachprüfbar. Dasselbe gilt für Angaben zu einem DPD-Express-Produkt mit Samstagszustellung bis 12 Uhr: Solche Produkte werden in Berichten erwähnt, ließen sich aber auf keiner aktuell abrufbaren DPD-Seite verifizieren.
Wer samstags liefert und was es kostet
Sieben Zustelldienste handhaben den Samstag nach völlig verschiedenen Regeln - und nicht alle äußern sich dazu gleich offen. Hermes etwa nennt auf der eigenen Service-Seite ein Zustellfenster von 8 bis 20 Uhr, montags bis samstags - ohne den Samstag gesondert zu erwähnen oder zu bepreisen, weil er im selben Zeitfenster liegt wie jeder andere Werktag.
| Dienst | Samstag im Standard | Aufpreis | Was der Anbieter selbst sagt |
|---|---|---|---|
| DHL Paket | ja | nein | „Werktag, Montag bis Samstag" |
| Deutsche Post (Brief) | ja | nein | gleiche AGB-Regel wie DHL Paket |
| Hermes | ja | nein | Zustellung montags bis samstags, 8 bis 20 Uhr |
| UPS | nicht primärbelegt | nicht primärbelegt | keine abrufbare Primärquelle (Website nicht erreichbar) |
| DPD | keine Angabe | keine Angabe | nennt nur „1 bis 2 Werktage" |
| GLS | nicht primärbelegt | nicht primärbelegt | keine abrufbare Primärquelle (Website nicht erreichbar) |
| DHL Express | nein | ja | 10 Euro Aufpreis, national |
Bei genauerem Hinsehen ergeben sich drei verschiedene Zustellmodelle mit unterschiedlichen Regeln. Kostenlos im Standard liefern DHL, die Deutsche Post und Hermes - das lässt sich aus den jeweiligen AGB und Serviceseiten direkt belegen. Ob UPS dieselbe Praxis verfolgt, lässt sich für diese Recherche nicht primärbelegt sagen: Die UPS-Website war technisch nicht erreichbar und lieferte keine verifizierbaren Angaben. Ähnliches gilt für GLS.
Der SaturdayService von GLS wird in der Fachpresse als kostenpflichtiger Express-Zusatzservice für Geschäftskunden beschrieben. Die GLS-Website selbst war in dieser Recherche nicht abrufbar; eine Bestätigung aus erster Hand gibt es daher nicht.
Eine vergleichbare Logik verfolgt DHL Express bei Geschäftskunden: Die Samstagszustellung kostet 10 Euro Aufpreis je Sendung national und 40 Euro international, eine zusätzliche Samstagabholung weitere 30 Euro. Kostenlos inklusive ist der Samstag nur bei „Medical Express"-Sendungen. Von einer einheitlichen Branchenpraxis kann bei diesen Unterschieden ohnehin keine Rede sein.
Zählt der Samstag als Werktag?
Das Postgesetz beantwortet diese Frage nur auf den ersten Blick: § 19 PostG schreibt vor, „die Zustellung hat werktäglich zu erfolgen", aber eine gesetzliche Werktag-Definition fehlt. Auch die 22 Begriffsbestimmungen in § 3 PostG helfen nicht weiter, der Samstag taucht im Gesetzestext an keiner Stelle ausdrücklich auf.
Die eigentliche Antwort liefern deshalb die Vertragsbedingungen der Anbieter. Für ein nicht zugestelltes Paket beträgt die Lagerfrist in Filiale oder Paketshop sieben Werktage einschließlich Samstage, beginnend mit dem Tag nach dem gescheiterten ersten Zustellversuch. Dieselbe Regel gilt laut den Vertragsbedingungen für Briefsendungen der Deutschen Post - der Samstag verlängert die Frist also nicht, er zählt einfach mit.
Genau darin liegt eine Falle, über die kaum ein Ratgeber schreibt: Eine freitags im Briefkasten hinterlassene Benachrichtigungskarte kostet bereits zwei der sieben Tage, wenn die Sendung erst montags in der Filiale abgeholt wird. Wer das am Wochenende vergisst, riskiert eine Rücksendung früher als erwartet. Das gilt unabhängig von der Leerung von Briefkästen, die einem eigenen Zeitplan folgt.

Diese Zeitrechnung ist der eigentliche Kernbefund, wenn es um den Samstag als Werktag geht, und ich halte sie für den praktisch wichtigsten Punkt dieses Artikels: Sie betrifft nicht nur Pakete, sondern gilt ebenso für Briefsendungen der Deutschen Post. Bei verpasster Abholung innerhalb der sieben Tage droht die Rücksendung an den Absender.
Verwechseln Sie diese Sieben-Tage-Frist nicht mit einer anderen Zahl, die gelegentlich kursiert: Eine Sendung gilt bei DHL Paket und bei der Deutschen Post erst nach 20 Kalendertagen als verloren, wenn ihr Verbleib bis dahin nicht geklärt werden kann. Das ist ein eigener, deutlich späterer Zeitpunkt als die siebentägige Abholfrist in der Filiale.
Die PUDLV-Falle
Gemeint ist die frühere Post-Universaldienstleistungsverordnung, auf die sich viele Ratgeber noch berufen - sie existiert offiziell nicht mehr. Auf der amtlichen Gesetzessammlung ist sie nicht mehr auffindbar: Ihre Regelungen sind in das reformierte Postgesetz übergegangen, das am 19. Juli 2024 in Kraft trat. Die zentralen Laufzeitvorgaben daraus gelten seit dem 1. Januar 2025.
Und diese neuen Vorgaben sind großzügiger als die alten: Seit Anfang 2025 müssen 95 Prozent aller Briefe und Pakete spätestens am dritten Werktag nach der Einlieferung ankommen, 99 Prozent am vierten. Für Briefe galt im Jahr 2024 noch eine strengere Übergangsregel von 80 Prozent am nächsten und 95 Prozent am übernächsten Werktag - die Laufzeitvorgabe wurde mit der Reform also länger, nicht kürzer. Diese Vorgaben stehen bei der Bundesnetzagentur.
Der wichtigste Satz in diesem Zusammenhang steht allerdings nicht im Gesetz, sondern in den Vertragsbedingungen der Anbieter selbst: DHL und die Deutsche Post schulden vertraglich keine Lieferfrist. Die eigenen Regellaufzeiten werden dort ausdrücklich für nicht garantiert und nicht Vertragsbestandteil erklärt. Selbst eine Paketankündigung per E-Mail ist laut denselben Vertragsbedingungen „nicht bindend" und verpflichtet zu nichts.
Warum sonntags nichts kommt
Wer samstags auf sein Paket wartet, fragt sich unweigerlich, warum der Sonntag ausgespart bleibt. Die kurze Antwort: nicht wegen eines pauschalen Verbots, sondern wegen Arbeitsrecht und fehlendem Geschäftsmodell dahinter. Mehrere populäre Erklärungen erweisen sich bei näherer Prüfung als unvollständig oder schlicht falsch.
- „Sonntags gilt ein Lkw-Fahrverbot." Das Sonn- und Feiertagsfahrverbot nach § 30 StVO greift erst über 7,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse - die leichten Zustellfahrzeuge der Paketdienste fallen in aller Regel nicht darunter.
- „Das Arbeitszeitgesetz erlaubt die Paketzustellung am Sonntag." Die 16 Ausnahmekategorien in § 10 ArbZG nennen Paket-, Kurier- oder Zustelldienste an keiner Stelle namentlich, die nächstliegende Kategorie sind Verkehrsbetriebe.
- „Irgendein Dienst liefert doch schon sonntags." DHL lässt den Sonntag beim Liefertag-Service gar nicht erst zur Auswahl zu. Primärbelegt bestätigt ist damit: Sonntag geht nicht.
Für den Leser bedeutet das: Wer am Sonntag ein Paket erwartet, wartet vergeblich - nicht weil ein Schild es verbietet, sondern weil die Rechtslage für Sonntagsarbeit ungeklärt bleibt. Das Arbeitszeitgesetz lässt Ausnahmen zu, aber keine davon ist ausdrücklich auf Paketzustellung zugeschnitten - die Rechtslage ist ungelöst, das Angebot entsprechend nicht vorhanden.
Wenn Sie samstags doch nicht da sind
Eine feste Uhrzeit für die Zustellung nennt keiner der großen Dienste, auch DHL nicht - stattdessen gibt es digitale Vorab-Information statt Uhrzeit. Registrierte Nutzer sehen im Live-Tracking von DHL am Zustelltag ein Zeitfenster von 90 Minuten, ergänzt um einen Hinweis rund 15 Minuten vor Ankunft. Die Sendungsverfolgung funktioniert samstags genauso wie unter der Woche.
Wenn niemand zu Hause ist, greifen die üblichen Ausweichoptionen: Ablageort, Nachbar oder ein Abholpunkt. Allein an über 18.000 Packstationen und Poststationen lässt sich bundesweit kostenfrei empfangen, wie DHL auf der eigenen Packstation-Seite angibt - die Öffnungszeiten können dabei allerdings je nach Standort abweichen. Und die zuvor beschriebene Abholfrist läuft auch dann ganz normal weiter, wenn der Zustellversuch ausgerechnet auf einen Samstag fiel.
Bleibt eine Sendung trotz aller Vorkehrungen verschwunden, gilt für die Reklamation dieselbe Vorgehensweise unabhängig vom Wochentag des Zustellversuchs.
Fazit: Der Samstag ist Alltag, nur nicht überall gleich
Nach dieser Recherche durch AGB, Gesetzestexte und Anbieterseiten ziehe ich ein klares Fazit: Der Samstag ist bei den großen Zustelldiensten längst kein Sonderfall mehr, sondern für DHL, die Deutsche Post und Hermes ein Werktag wie jeder andere. Nur sagt das nicht jeder Anbieter gleich deutlich - DPD etwa schweigt dazu komplett und lässt Kunden im Unklaren.
Eine garantierte Uhrzeit müssen Sie kaufen - bei DHL Express etwa gegen Aufpreis - wer nur will, dass das Paket überhaupt am Samstag ankommt, bekommt das bei DHL, der Deutschen Post und Hermes ohne Aufpreis dazu. Als ehemaliger Redakteur erstaunt mich dabei weniger die Zustellpraxis als die Auskunftslage: Eine so alltägliche Frage sollte ein Zustelldienst auf den eigenen Verbraucherseiten beantworten, statt sie schlicht offenzulassen. Alle Grundregeln rund um den Versand finden sich in den Vertragsbedingungen der jeweiligen Anbieter.
Fragen und Antworten
Zum Schluss beantworte ich drei Fragen, die sich aus den Regeln dieses Artikels unmittelbar für die Praxis ergeben.
Kommt DHL am Samstag auch noch abends?
Eine pauschale Uhrzeit nennt DHL nicht, auch für den Samstag nicht - stattdessen zeigt das Live-Tracking ein Zeitfenster von 90 Minuten, sobald die Sendung unterwegs ist. Ergänzt wird das um eine Benachrichtigung rund 15 Minuten vor der tatsächlichen Ankunft. Mehr dazu lesen Sie im Abschnitt „Wenn Sie samstags doch nicht da sind".
Liefert irgendein Paketdienst sonntags?
Bei den in diesem Artikel geprüften Diensten nicht regulär und unaufgefordert: DHL lässt den Sonntag beim Liefertag-Service gar nicht erst zur Auswahl zu - das ist der einzige primärbelegte Befund dazu. Mehr zu den Hintergründen finden Sie im Abschnitt „Warum sonntags nichts kommt".
Zählt der Samstag bei der Abholfrist in der Filiale mit?
Ja, und das ist der am häufigsten übersehene Punkt in diesem Thema: Die Lagerfrist für eine nicht zugestellte Sendung beträgt sieben Werktage einschließlich Samstage. Bei Abholung erst nach dem Wochenende sind davon schon zwei Tage verbraucht. Alle Details stehen im Abschnitt „Zählt der Samstag als Werktag?".
