Briefmarken der Deutschen Reichspost 1933–1945 gehören zu den philatelistisch vielschichtigsten Sammelgebieten überhaupt – mit Hindenburg-Dauerserie, frühen Blockausgaben und Propagandamarken, deren Marktwert und historische Last kaum weiter auseinanderklaffen können.
Bei Catawiki finden Sie spezialisierte Auktionen für dieses Sammelgebiet; geprüfte Einzelstücke und Sammlungslöse werden dort von Fachkatalogisierern begutachtet, bewertet und international versteigert.
Als langjähriger Philatelist erkläre ich Ihnen, welche Ausgaben – vom Nothilfe-Block bis zur Hitler-Dauerserie – philatelistisch wirklich gesucht sind und worauf Sie bei Zustand und Echtheit achten sollten.
Auf einen Blick
- Das Gebiet umfasst Michel-Nummern 479 bis 910 der Deutschen Reichspost - rund 431 Hauptnummern mit sehr unterschiedlichem Marktwert.
- Echte Raritäten sind frühe Blockausgaben und Zeppelin-Sätze von 1933; die Hitler-Dauerserie ist Massenware im Cent-Bereich.
- Der Besitz und Handel zu philatelistischen Zwecken ist legal; § 86a Abs. 3 StGB schützt Sammler durch eine ausdrückliche Ausnahmeregelung.

Schnellfakten zur Deutschen Reichspost 1933-1945
Der Michel-Katalog Deutschland-Spezial Band 1 ist die erste unverzichtbare Referenz für dieses Gebiet, um Marken korrekt einzuordnen und Varianten von Massenware zu trennen. Die folgende Steckbrief-Tabelle fasst die wichtigsten Eckdaten zusammen.
| Postverwaltung / Staat | Deutsche Reichspost / Deutsches Reich |
|---|---|
| Erstes Ausgabejahr | 1933 (Michel-Nr. 479, Eröffnung des Reichstages) |
| Letztes Ausgabejahr | 1945 (Michel-Nr. 910) |
| Umfang Hauptnummern | ca. 431 (Michel 479-910) |
| Ausgabeperiode mit Verkaufs-Relevanz | 1933-1945 (Teilbereich Deutsches Reich) |
| Bekannteste Ausgabe | Nothilfe-Block 1933 (Block 2) |
| Einstiegspreis | 1-5 EUR (gestempelte Standardwerte) |
| Katalog-Referenz | Michel Deutschland-Spezial Band 1 |
| Häufige Spezialgebiete | Dienstmarken, Feldpost, Zeppelinpost, Propaganda-Fälschungen |
Geschichte und Postverwaltung 1933-1945
Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933 führte die Reichspost das Ausgabeprogramm der Weimarer Republik zunächst fort. Die erste klare politische Zäsur bildete die Sonderausgabe zur Eröffnung des Reichstages im April 1933, mit der das neue Regime philatelistisch Präsenz markierte. Als weitere Maßnahme wurde die Hindenburg-Freimarkenserie mit einem neuen Wasserzeichen (Hakenkreuz, Wz. 4) versehen, um die Abgrenzung vom Vorgängerstaat auch im Postwesen sichtbar zu machen.
Ab Mitte der 1930er Jahre instrumentalisierte das Regime die Reichspost zunehmend als Propagandamedium. Prestigeprojekte wie die Olympischen Spiele 1936 und das Winterhilfswerk (WHW) wurden in ausgedehnten Sondersätzen mit Zuschlägen gefeiert. 1937 zementierte der Block 5 zu Hitlers 48. Geburtstag den Führerkult philatelistisch. Papier- und Druckqualität sanken ab 1939 mit Kriegsbeginn drastisch - sichtbar in den Ausgaben der letzten Kriegsjahre bis 1945.
Eng verwandt mit diesem Gebiet sind die Deutschen Besetzungsausgaben 1939-1945, darunter das Generalgouvernement und Böhmen und Mähren, die viele Sammler gemeinsam mit den Reichspost-Ausgaben führen.
Rechtsrahmen §86a StGB: was Sammler und Verkäufer wissen müssen
Der Besitz und Handel mit Postwertzeichen dieser Zeit ist in Deutschland klar geregelt: § 86a Abs. 3 StGB enthält eine ausdrückliche Sammler-Ausnahme für wissenschaftliche, historische und philatelistische Zwecke. Verboten ist propagandistisches Zur-Schau-Stellen mit verherrlichendem Charakter - nicht das private Sammeln und nicht der sachliche Handel.
Ein konkreter Präzedenzfall zeigt, wo die Grenze liegt: Ein Münchner Händler wurde 2008 vom Schöffengericht zu 1.600 EUR Geldstrafe verurteilt, weil er NS-Briefmarken werbend im Schaufenster ausstellte, ohne Hakenkreuz-Symbole ausreichend abzudecken, wie die Abendzeitung München berichtete. Sachliche philatelistische Beschreibung im Angebot bleibt erlaubt; werbende, ideologisch aufgeladene Präsentation ist es nicht.
Typische Ausgaben und Markenbilder
Das Gebiet ist inhaltlich breiter als viele Einsteiger vermuten. Nicht alle Motive sind ideologisch aufgeladen; es gibt sachliche Freimarken-Serien und internationale Veranstaltungsmotive neben den bekannten Propagandaausgaben. Eine grobe Einordnung der drei wichtigsten Ausgabe-Typen hilft, Prioritäten beim Sammeln zu setzen.
Hindenburg-Medaillon mit neuem Wasserzeichen
Die Freimarkenserie aus der Weimarer Republik wurde 1933 mit dem Hakenkreuz-Wasserzeichen (Wz. 4) ausgestattet. Dieses Unterscheidungsmerkmal ist entscheidend: Bildgleiche Marken mit dem alten Wasserzeichen gehören zur Weimarer Republik, mit Wz. 4 zu den Reichspost-Ausgaben von 1933. Für Einsteiger ist dieser Unterschied nicht sofort erkennbar, philatelistisch aber wesentlich - falsche Zuordnung kostet oder bringt Geld.
Hitler-Dauerserie 1941-1945
Mit über 20 Wertstufen und Milliardenauflage gedruckt, prägte das Hitler-Porträt (Michel-Nr. 781 ff.) den Postalltag des Krieges. In der Beratung begegnet mir immer wieder die Erwartung, dass Hitler-Marken wegen ihrer historischen Belastung selten und wertvoll sein müssten. Das Gegenteil ist richtig: Philatelistisch ist dies die absolute Massenware. Das einzige, was sich bei dieser Serie lohnt zu prüfen, sind Wasserzeichen-Varianten und Farbabarten bei den frühen Wertstufen.
Sondermarken für NS-Prestige-Projekte
Olympia 1936, WHW-Wohltätigkeitssätze, Parteiorganisationen: Diese Sondermarken erschienen in hohen Auflagen und sind heute häufig als philatelistisch vorbereitete Gefälligkeitssätze anzutreffen, nie postal verwendet. Echte Bedarfspost auf Brief mit porto-korrekter Frankatur erzielt gegenüber losen Marken deutliche Aufpreise bei Auktionen - weil solche Stücke tatsächlich selten sind.
Raritäten und Top-Stücke
Wer in diesem Gebiet auf echte Wertstücke hofft, schaut gezielt auf frühe Blockausgaben und Zeppelin-Sätze aus dem Jahr 1933. Massenware und Raritäten liegen weit auseinander - das ist die wichtigste Aussage für alle, die eine Erbschaft aus diesem Gebiet bewerten oder gezielt einkaufen wollen. Mehr zur philatelistischen Einordnung der bedeutendsten Porträt-Ausgaben finden Sie auf der Seite zu Adolf-Hitler-Briefmarken und ihrem Sammlerwert.
| Ausgabe | Jahr | Besonderheit | Preisspanne / Wert | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Nothilfe-Block (Block 2) | 1933 | Einer der seltensten frühen Blocks des Gebiets | Vierstellige Zuschläge (Zustand und Attest entscheidend) | Corinphila Auktionen |
| Chicagofahrt (Mi. 496-498) | 1933 | Zeppelinpost zur Weltausstellung Chicago, 3 Werte | 250-400 EUR (ungebraucht, Auktions-Zuschlag) | |
| Ostropa-Block (Block 3) | 1935 | Schwefelsäure-Gummierung, die das Papier langfristig zersetzt | 300-400 EUR gestempelt | German-Reich.de |
| Dienstmarken Strohhutmuster (Mi. D114-131) | 1933 | Späte Verwendung der Weimarer Muster | Ca. 80 EUR Katalogwert gestempelt | Primus Münzen |
Beim Nothilfe-Block sollten Sie wissen, dass Zustand und Attest den Wert maßgeblich bestimmen. Blocks mit Falz oder Papiermängeln liegen deutlich unter dem Niveau postfrischer geprüfter Exemplare - das gilt für dieses Gebiet mehr als für fast jedes andere Sammelgebiet.
Echtheit erkennen und Zustand einschätzen
Dieses Gebiet hat seinen Anteil an Fälschungen und reparierten Stücken, besonders bei frühen Hochwertstücken. Drei Prüfpunkte sind besonders relevant und werden von seriösen Auktionshäusern bei Einlieferungen grundsätzlich berücksichtigt.
Wasserzeichen-Bestimmung
Das Wasserzeichen 4 (Hakenkreuz) bei den Hindenburg-Marken ist das zentrale Unterscheidungsmerkmal gegenüber den bildgleichen Weimarer Werten. Für die Bestimmung braucht man Wasserzeichen-Prüfflüssigkeit und Übung. Verwechslungen zwischen Weimar- und Reichspost-Ausgaben sind häufig und können bei höherwertigen Varianten zu erheblichen Fehlbewertungen führen.
Ostropa-Block: die Gummierungs-Falle
Der Ostropa-Block von 1935 wurde mit stark schwefelsäurehaltigem Knochenleim gummiert, der über Jahrzehnte das Papier langsam zersetzt. Originalblöcke mit intaktem Post-Gummi leiden fast immer unter Papierschäden - das ist kein seltener Defekt, sondern eine materialbedingte Eigenschaft des Originals. Vor dem Kauf ist ein BPP-Attest bei diesem Block nahezu unerlässlich.
Gefälligkeitsstempel versus echte Bedarfspost
Bei Sätzen mit hohen Zuschlägen, besonders WHW-Ausgaben, gibt es massenhaft saubere Gefälligkeitsentwertungen. Echte zeitgerechte Bedarfspost auf Brief, sogenannte Satzbriefe, erzielt deutliche Aufpreise. Erkennungsmerkmal ist der Tagesstempel einer realen Poststelle mit porto-korrekter Einzelfrankatur - kein perfekt zentrierter Schmuckstempel. Gerade Erben wissen das selten, und erfahrene Händler nutzen es aus.
Attestpflicht ab 150 Euro
Die anerkannte Prüfinstanz ist der BPP (Bund Philatelistischer Prüfer). Für alle höherwertigen Ausgaben wie den Nothilfe-Block, den Ostropa-Block oder die Chicagofahrt-Marken empfehlen seriöse Auktionshäuser ab ca. 150 EUR Schwellenwert ein aktuelles BPP-Fotoattest. Stempelfälschungen und Gummi-Reparaturen florieren in diesem Gebiet; ohne Attest ist kein voller Katalogwert zu rechtfertigen.
Aktuelle Marktpreise und Sammelkosten
Die Preisspanne in diesem Gebiet ist außerordentlich groß. Standard-Postwertzeichen und echte Raritäten unterscheiden sich hier stärker als in fast jedem anderen Bereich der deutschen Philatelie. Den Überblick über das Händler-Sortiment zu Michel 479-910 bietet das Haus der Briefmarke als erste Orientierung.
| Stück / Serie | Erhaltung | Preisspanne EUR | Beleg-Art |
|---|---|---|---|
| Ostropa-Block (Block 3) | gestempelt | 300-400 | Händler-Verkaufspreis |
| Chicagofahrt (3 Werte) | ungebraucht | 250-400 | Auktions-Zuschlag |
| Dienstmarken Strohhutmuster | gestempelt | ca. 80 Katalogwert | Michel-Katalogwert |
| Hitler-Porträt Dauerserie | postfrisch | 1-5 | Händler-Verkaufspreis |
| Blockausgaben Hitler-Geburtstag | postfrisch | 5-20 | Händler-Verkaufspreis |
Für den Aufbau einer Basis-Sammlung der Hauptnummern ohne die frühen Blöcke 2 und 3 sowie ohne Zeppelin-Sätze genügt ein niedriger dreistelliger Betrag. Komplettsammlungen mit allen Spitzenstücken in guter Erhaltung erfordern hingegen ein Budget im hohen vierstelligen Bereich. Beim Michel-Katalogwert für die Hitler-Dauerserie oder bei Gefälligkeitsstempeln liegt der reale Marktwert oft bei nur 10 bis 20 % des Katalogpreises.
Wer gezielt Lose aus dem Gebiet beobachten will: Die Briefmarken-Kategorie bei Catawiki führt regelmäßig Angebote zu Deutschem Reich und Drittem Reich - besonders sinnvoll für Lots im mittleren dreistelligen Bereich, bei denen ein traditionelles Auktionshaus keine Einlieferung annimmt.
Verkaufen - realistische Wege fur Erben und Sammler
Ein Großteil der vererbten Nachlass-Sammlungen aus dem Bereich Drittes Reich besteht aus Massenware, da das Sammeln in den 1930er und 1940er Jahren ein weit verbreitetes Volkshobby war. Beim Händler-Ankauf von Standard-Bestand sind typischerweise 20-30 % des Michel-Katalogwerts realistisch; Auktionen erzielen bei Einzelstücken mit Prüfer-Attest oft mehr, bedeuten aber mehr Aufwand und längere Abwicklung. Wie Marktwerte wirklich entstehen, erklärt der Ratgeber Briefmarken verkaufen im Detail.
Sachkundige Schätzung als erster Schritt
Bevor Sie irgendeinen Verkaufsweg beschreiten, empfehle ich eine neutrale Ersteinschätzung. Der BDPh (Bund Deutscher Philatelisten) und regionale Vereine dienen als kostenfreie Erstanlaufstelle ohne kommerzielle Interessen. Für hochwertige Einzelstücke und Blöcke ist die Begutachtung durch einen BPP-Prüfer unerlässlich; Prüfgebühren betragen ca. 4 % des Katalogwerts, mindestens ca. 30 EUR.
Auktionshaus mit Gebietsspezialisierung
Für gut ausgebaute Sammlungen oder Einzelstücke mit Attest sind spezialisierte Auktionshäuser die beste Adresse. Das Heinrich Köhler Auktionshaus gehört zu den renommiertesten Häusern für dieses Gebiet. Bei Einlieferungen wird typischerweise eine Verkäuferprovision von ca. 15-20 % fällig; Einzelmarken müssen oft einen Mindestwert von ca. 100 EUR mitbringen, damit sich die Einlieferung für das Haus lohnt.
Direktverkauf und Händler-Ankauf
Ein pauschaler Händler-Ankauf eignet sich für unsortierte Bestände, bei denen der Aufwand einer Einzelbewertung den Erlös übersteigen würde. Die realistische Ankaufrate liegt bei ca. 20-30 % des Michelwerts für einwandfreies Material. Der Vorteil ist sofortige Liquidität und schnelle Abwicklung - was den Nachteil der geringeren Marge oft ausgleicht, wenn der Bestand überwiegend aus Massenware besteht. Primus Münzen führt eine durchgängig verfügbare Händler-Kategorie für das Sammelgebiet 1933-1945. Den Prozess beim Briefmarken-Ankauf erkläre ich auf einer eigenen Seite mit konkreten Schritten.
eBay-Direktverkauf fur identifizierte Einzelstücke
Für klar identifizierte Einzelmarken und Teilsätze unter der 1.000-EUR-Marke ist eBay eine Option. Zwingend erforderlich sind scharfe Scans von Vorder- und Rückseite, die Nennung der Michel-Nummer im Titel und ein realistischer niedriger Startpreis. Besonders bei Blockausgaben mit Beschriftungsrand gilt auf eBay.de: Propaganda-Text auf Blockrand-Beschriftungen muss abgedeckt werden, um Richtlinien-Verstöße zu vermeiden. Das Konterfei auf regulären Porträt-Marken darf hingegen sichtbar bleiben.
§86a StGB: Eigenverkauf ohne juristisches Risiko
Briefmarken aus der NS-Zeit als Sammlerstücke sind in Deutschland erlaubt. Verboten ist das öffentliche propagandistische Verwenden mit verherrlichendem Charakter. Im Eigenverkauf gilt: Angebotstexte müssen rein sachlich formuliert sein und dürfen die Marken nicht ideologisch rahmen. Der Münchner Präzedenzfall von 2008 mit 1.600 EUR Geldstrafe betraf werbende Schaufenster-Aufstellung - nicht den sachlichen Handel mit Philatelisten oder über Auktionsplattformen.
Wer sich unsicher ist, fragt vor dem Angebot beim BDPh oder einem spezialisierten Anwalt nach. Adolf-Hitler-Briefmarken und ihr philatelistischer Sammlerwert sind auf einer eigenen Seite behandelt, die eine sachlich-historische Einordnung aller Ausgaben bietet - unabhängig vom ideologischen Kontext dargestellt.
Fazit: Sachkunde ist der entscheidende erste Schritt
Briefmarken der Deutschen Reichspost 1933-1945 sind ein ernstzunehmendes Sammelgebiet mit einer gewaltigen Wertspanne. Die Hitler-Dauerserie ist nicht das erwartete Raritätenstück; der Nothilfe-Block hingegen gehört zu den begehrten frühen Blocks des Gebiets - aber nur in geprüfter Qualität. Wer die Unterschiede nicht kennt, zahlt zu viel oder verkauft zu billig.
Für Erben gilt: Lassen Sie die Sammlung erst einordnen, bevor Sie einen Verkaufsweg wählen. Eine Ersteinschätzung beim BDPh-Regionalverein ist kostenlos und unverbindlich. Wer verkaufen statt kaufen möchte, findet im Abschnitt oben die realistischen Verkaufswege mit konkreten Schritten. Weiterführend hilft der allgemeine Ratgeber Briefmarken verkaufen.
Das Catawiki-Angebot umfasst Lose aus diesem Gebiet in allen Preisklassen - von Massenware bis zu geprüften Einzelstücken.
Fragen und Antworten
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Sammeln und Verkaufen von Briefmarken des Dritten Reiches.
Welche Briefmarken aus dem Dritten Reich sind selten?
Zu den seltensten Ausgaben gehören der Nothilfe-Block (Block 2) von 1933, der Ostropa-Block (Block 3) sowie die Zeppelin-Sondermarken zur Chicagofahrt. Porträt-Briefmarken aus der Hitler-Dauerserie sind hingegen die absolute Massenware des Gebiets und haben kaum finanziellen Wert. Alle Details finden Sie im Abschnitt „Raritäten und Top-Stücke".
Was ist eine Hitler-Briefmarke wert?
Die milliardenfach gedruckten Standardmarken der Hitler-Dauerserie (Michel-Nr. 781 ff.) sind im Cent-Bereich anzusiedeln und haben fast keinen finanziellen Wert. Nur seltene Feldpost-Ganzstücke, Dienstmarken oder gesuchte Wasserzeichen-Abarten haben echtes Potenzial. Mehr dazu im Bereich „Typische Ausgaben und Markenbilder".
Darf man Briefmarken aus dem Dritten Reich kaufen und verkaufen?
Ja, für philatelistische, historische und wissenschaftliche Zwecke greift die Sammler-Ausnahme des § 86a Abs. 3 StGB. Verboten ist nur eine verherrlichende oder propagandistische Anpreisung. Details stehen unter „§86a StGB: Eigenverkauf ohne juristisches Risiko".
Wo verkaufe ich eine Sammlung Drittes Reich?
Geprüfte Sammlungen mit seltenen Blocks oder Feldpost-Belegen gehören in ein Fachauktionshaus wie Heinrich Köhler. Standardware kann als Gesamtposten über Händlerankauf veräußert werden, der aber nur 20-30 % des Michel-Katalogwerts zahlt. Alle Wege stehen im Abschnitt „Verkaufen - realistische Wege".
Lohnt sich der Verkauf einer Hitler-Briefmarken-Sammlung?
Oft besteht eine solche Nachlass-Sammlung zu 90 % aus entwerteten Massenwerten der späten Kriegsjahre. Finanziell lohnenswert wird es erst, wenn Blöcke wie der Nothilfe-Block oder geprüfte Feldpostbelege Teil des Nachlasses sind. Mehr dazu im Abschnitt „Sachkundige Schätzung als erster Schritt".
Was muss ich beim Eigenverkauf von NS-Briefmarken auf eBay beachten?
eBay.de verlangt, dass Propaganda-Text auf Blockrand-Beschriftungen abgedeckt wird; das Konterfei auf regulären Porträt-Marken darf sichtbar bleiben. Angebotstexte müssen rein sachlich formuliert sein und dürfen die Marken nicht ideologisch rahmen. Details erklärt der Abschnitt „§86a StGB: Eigenverkauf ohne juristisches Risiko".
Was sind die größten Fallen beim Kauf von Drittes-Reich-Marken?
Die häufigste Falle ist der Kauf des Ostropa-Blocks ohne Kenntnis der Gummierungsproblematik - der Originalgummi zersetzt langfristig das Papier. Kein Stück über ca. 150 EUR sollte ohne aktuelles BPP-Fotoattest den Besitzer wechseln. Mehr dazu steht im Abschnitt „Echtheit erkennen und Zustand einschätzen".

Mit den DDR-Marken aus dem Album meines Großvaters bin ich als Kind zum ersten Mal mit Briefmarken in Berührung gekommen. Über die Jahrzehnte habe ich gesehen, wie Erben und Sammler oft an Hype und Halbwissen scheitern. Daher freue ich mich, meine Erfahrung als langjähriger Sammler bei briefmarkenmesse-essen.de einbringen zu dürfen.