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Briefmarke drucken: Internetmarke selber ausdrucken

Die Briefmarke kommt schon lange nicht mehr nur aus dem Automaten oder der Postfiliale - sie kommt auch aus dem eigenen Drucker. Die Internetmarke der Deutschen Post ist die einzige legale Methode, gültiges Porto privat zu Hause auszudrucken, und funktioniert rund um die Uhr ohne Filialweg.

Was viele nicht wissen: technisch kein Postwertzeichen - sondern ein maschinenlesbarer Data-Matrix-Code. Für das Versenden macht das keinen Unterschied - die Marke wird von den Briefzentren der Post vollständig anerkannt und vom Scanner erfasst.

Hier erkläre ich, wie Sie die Internetmarke kaufen, welche Drucker-Einstellungen wirklich entscheidend sind, welche Papier- und Etikettenoptionen Sie haben und was Sie tun, wenn der QR-Code nicht gescannt werden kann.

Auf einen Blick

  • Die Internetmarke der Deutschen Post ist die einzige legale Möglichkeit, Porto privat zu Hause zu drucken - Bezugsquelle ist der Post-Online-Shop
  • Benötigt wird ein kostenloser Account, ein Drucker mit mindestens 300 dpi Auflösung sowie Normalpapier oder selbstklebende Etikettenbogen
  • Die gedruckte Marke ist bis zum Ende des dritten Jahres nach dem Kaufjahr gültig - deutlich länger als viele annehmen
Ausgedruckte Internetmarke auf DIN-A4-Papier neben Briefumschlag und Schere

So kaufen Sie die Internetmarke im Post-Shop

Der Zugang läuft ausschliesslich über den Online-Shop der Deutschen Post. Eine kostenlose Registrierung ist einmalig nötig - danach können Sie jederzeit ohne Filialbesuch frankieren.

Registrierung und Login

Nach der Registrierung im Post-Shop wählen Sie im Menü den Bereich "Briefversand" und dort den Unterpunkt "Internetmarke drucken". Sie werden durch einen schlanken Kaufprozess geführt: Schritt für Schritt durch den Prozess, der nach wenigen Minuten mit dem Download der fertigen Datei endet.

Formatwahl und Zusatzoptionen

Alle gängigen Briefformate sind als Internetmarke erhältlich. Die Preise gelten Stand 2026 laut den aktuellen Briefporto-Übersichten:

Briefformate und Porto-Preise der Deutschen Post (Stand 2026)
FormatPortoTypisches Einsatzgebiet
Standardbrief0,95 EURDIN C6, max. 20 g
Kompaktbrief1,10 EURDIN C5, max. 50 g
Grossbrief1,80 EURDIN B4, max. 500 g
Maxibrief2,90 EURmax. 1.000 g
Postkarte0,95 EURmax. 235 x 125 mm

Falls Sie sich beim richtigen Format nicht sicher sind, lohnt ein Blick auf die Briefporto-Seite mit der vollständigen Übersicht. Im Kaufprozess können Sie außerdem Einschreiben als Zusatzleistung hinzubuchen - Standard-Einschreiben, Einwurf-Einschreiben und Eigenhändig sind verfügbar.

Bezahlen - Optionen und Portokasse

Beim Einzelkauf stehen Ihnen Kreditkarte (Visa, Mastercard, Amex), PayPal, ApplePay und GooglePay zur Verfügung. Für regelmäßigen Versand lohnt die Portokasse: Sie laden dort ein Guthaben auf - der Mindestbetrag liegt bei 10 EUR, zum Beispiel via PayPal oder Lastschrift - und frankieren dann briefgenau ohne weiteren Bezahlschritt. Details zu Aufladelimits und Zahlungsarten hat dieser Technik-Ratgeber zur Portokasse zusammengefasst.

Drucken - drei Varianten für zu Hause

Nach dem Kauf steht die Marke sofort zum Download bereit. Wie sie aufs Papier kommt, hängt davon ab, was Sie versenden und welchen Umschlag Sie verwenden. Es gibt drei grundlegend verschiedene Druckvarianten, die jeweils unterschiedliche Anforderungen an Papier und Drucker stellen.

Variante 1: Marke auf normalem Papier ausdrucken und ausschneiden

Der Data-Matrix-Code erscheint beim Druck oben links auf einem DIN-A4-Bogen. Sie schneiden die Marke aus und kleben sie mit einem Klebestift auf den Umschlag. Papier mit mindestens 80 g pro Quadratmeter ist empfehlenswert, weil dünneres Papier Durchscheinen verursachen kann - der Scanner interpretiert dann eventuell den Hintergrund als Störung. Wichtig laut diesem Detail-Ratgeber zu Formaten und Klebeband: Transparenter Klebefilm (Tesafilm) über dem Code ist verboten, weil die Reflexion den Post-Scanner blendet.

Variante 2: Marke mit Adressfeld drucken (Fensterumschlag)

Wer Fensterumschläge verwendet, kann im Post-Shop eine Kombinationsvariante wählen: Anschriftenfeld links und Data-Matrix-Code rechts oben erscheinen gemeinsam auf einem DIN-A4-Bogen. Das Blatt wird gefaltet und passt direkt ins Fenster des Umschlags. Beachten Sie: Bei Briefen mit eigenem Textinhalt müssen Sie zuerst den Briefinhalt drucken und danach die Marke auf einem separaten Ausdruck erzeugen.

Variante 3: Selbstklebende Etikettenbogen - die sauberste Lösung

Der Post-Shop unterstützt gängige Etikettenformate direkt bei der Formatwahl: Herma, Dymo, Avery Zweckform, Brother und Seiko sind als Voreinstellung verfügbar - etwa zweispaltige DIN-A4-Formate oder spezifische Endlosrollen wie Dymo 99014 oder Herma 4250. Kein Ausschneiden, kein separater Klebeschritt nötig. Wie die Marke korrekt auf dem Umschlag sitzt, erklärt der Abschnitt auf der Aufkleben-Seite.

Drucker-Anforderungen und Auflösung

Nicht jeder Drucker liefert automatisch brauchbare Ergebnisse. Der entscheidende Faktor ist die Auflösung, weil der Data-Matrix-Code maschinenlesbar sein muss - nicht nur für das menschliche Auge. Ein unscharfes oder verwischtes Muster reicht nicht aus.

Welche Auflösung braucht der Data-Matrix-Code?

Laut den technischen Spezifikationen für Matrixcodes liegt die Grundanforderung bei mindestens 300 dpi Druckauflösung, damit der Post-Scanner die Marke verlasslich erkennt. 600 dpi werden explizit unterstützt und häufig empfohlen, um Fehlscans auch bei leichter Papier-Verschiebung oder Randunschärfe zu vermeiden. Einstellen können Sie die Auflösung im Druckdialog unter "Druckqualität" oder "Auflösungsoptionen". Für die reine Marke ohne Motivbild reicht Schwarz-weiß-Druck vollständig aus - Farbe brauchen Sie nur, wenn Sie ein Motivbild der Post wählen.

Tintenstrahldrucker vs. Laserdrucker

Laserdrucker liefern einen stabilen, trockenen Druck und sind bei häufigem Versand die erste Wahl - der Code verläuft auch bei feuchten Händen oder leichtem Regen nicht. Tintenstrahldrucker sind grundsätzlich geeignet, aber günstige Modelle mit DPI-Limit können Lesbarkeits-Probleme erzeugen, und die Tinte kann bei Feuchtigkeit verwischen.

Aus eigener Erfahrung rate ich zum Laser, sobald Sie öfter frankieren: Meiner hat den Code noch nie versagt. Mit einem günstigen Tintenstrahler hatte ich früher Ärger - feuchte Finger auf dem Weg zum Briefkasten genügten, und der Code war am Briefzentrum nicht mehr lesbar. Fotopapier sollten Sie für die Internetmarke unbedingt konsequent vermeiden, weil die glänzende Oberfläche den Post-Scanner irritiert.

Ausschneiden und Aufkleben - Fehler vermeiden

Die Marke ist gedruckt - jetzt kommt der Schritt, bei dem erfahrungsgemäß die meisten Fehler passieren. Sauber sitzen muss die Marke auf dem Umschlag, damit sie im Briefzentrum erkannt wird.

Korrekte Position auf dem Briefumschlag

Die Marke gehört oben rechts auf den Umschlag, klar sichtbar, ohne Überlappung mit dem Adressfeld oder dem Fensterausschnitt. Der Abstand zur Oberkante sollte mindestens 15 mm betragen. Befestigen Sie die Marke mit Klebestift oder doppelseitigem Klebeband - kein Nasskleber, kein Tesafilm. Nasskleber kann die Tinte anloesen, Tesafilm reflektiert und macht den Code unlesbar.

In der Beratung erlebe ich regelmäßig, dass gut gemeint mit Klebefilm nachgeholfen wird. Tesafilm über dem Data-Matrix-Code reflektiert im Briefzentrum und macht die Marke für den Scanner für Scanner vollständig unlesbar - das rächt sich spätestens beim Nachentgelt.

Was passiert, wenn die Marke nicht gescannt werden kann?

Ist der Code unlesbar, gilt der Brief als unzureichend frankiert. Wenn ein Absender angegeben ist, kommt der Brief unverändert zurück - ist kein Absender vermerkt, wird das Nachentgelt vom Empfänger erhoben. Das Nachentgelt umfasst fehlendes Porto plus ein Einziehungsentgelt der Post.

Verweigert der Empfänger die Zahlung, fällt die Gebühr auf den Absender zurück. Erstattung für unlesbare Marken entfällt - die Marke ist einmalig und nicht übertragbar. Jeder Data-Matrix-Code ist für genau eine Sendung bestimmt und darf nur einmal verwendet werden.

Gueltigkeitsdauer - wie lange darf ich die Marke verwenden?

Ein wichtiger Punkt, den viele falsch einschätzen: Die Internetmarke verfällt nicht nach kurzer Zeit. Die aktuelle Rechtslage nach einem Urteil der Verbraucherzentralen gegen die Deutsche Post ist eindeutig: digitale Marken gelten drei Jahre - konkret bis zum Ende des dritten Kalenderjahres, das auf das Kaufjahr folgt. Eine Marke, die Sie 2026 kaufen, ist also bis zum 31. Dezember 2029 gültig.

Dennoch empfehle ich, die Marke nicht auf Vorrat zu kaufen. Der einfache Grund: Wer einen Brief heute noch nicht absenden kann, kauft die Marke besser dann, wenn der Brief fertig ist. Das Widerrufsrecht gilt 14 Tage nach dem Kauf für unbenutzte Marken - danach ist eine Stornierung nicht mehr möglich.

Fehldrucke durch Papierstau oder ähnliche technische Probleme werden nicht erstattet, sobald die Marke eingelöst wurde. Mehr zur Frage der Marken-Gültigkeit allgemein finden Sie auf der Seite zur Briefmarken-Gültigkeit. Dort ist auch das gesamte Regelwerk zur Gültigkeit kompakt zusammengefasst.

Briefmarke oder Frankiercode? - Meine Sammler-Perspektive

Ich verwende den Begriff "Briefmarke drucken" wie alle anderen auch - aber als jahrzehntelanger Sammler möchte ich kurz einordnen, worum es sich dabei philatelistisch gesehen handelt. Was wir hier kaufen und drucken, ist technisch ein zweidimensionaler Maschinencode zur Frankierung, kein Postwertzeichen im Sinne der Philatelie.

Die Internetmarke erhalt keine Michel-Nummer, hat keinen Katalogwert und keinen philatelistischen Sammlerwert auf dem Sekundärmarkt. Was Sie auf unserer Glossar-Seite zum Postwertzeichen nachlesen können, beschreibt genau diesen Unterschied zwischen einem klassischen Postwertzeichen und einem Frankiercode.

Für den Sammlerordner taugt die Internetmarke nichts - das ist auch in Ordnung, weil sie nie als Sammelgegenstand gedacht war. Für das Versenden ist sie vollwertig anerkannt und praktisch. Am Sonntagabend, wenn die Postfiliale längst zu hat, hat mir die Internetmarke schon so manchen ärgerlichen Montag-Morgen erspart.

Keine Briefmarke und kein Drucker - was dann?

Wer keinen Drucker zur Hand hat, ist trotzdem nicht auf die Postfiliale angewiesen. Die Mobile Briefmarke per DHL-App ist eine echte Alternative: Sie kaufen das Porto über die "Post & DHL"-App und erhalten einen alphanumerischen Code, den Sie mit einem dunklen Stift direkt oben rechts auf den Brief schreiben.

Kein Drucker, kein Ausschneiden, kein Ausdrucken nötig. Alle Details zu dieser Option stehen auf der Seite zur Mobile Briefmarke. Den übergeordneten Kontext zwischen beiden Varianten liefert die Online-Frankierungsseite.

Fazit: Briefmarke drucken in fünf Minuten

Die Internetmarke ist ein praktisches System für alle, die gelegentlich oder regelmäßig frankieren, ohne extra in die Filiale zu gehen. Die Kernpunkte bleiben überschaubar: Post-Shop-Account einmalig anlegen, das richtige Briefformat auswählen, beim Drucker auf mindestens 300 dpi achten und beim Aufkleben Tesafilm und Nasskleber konsequent meiden.

Für häufigen Versand lohnen sich Etikettenbogen statt Normalpapier und ein Laserdrucker statt Tintenstrahler - sauberer Code, keine Folgeprobleme. Die Gueltigkeitsdauer von drei Jahren gibt Ihnen ausreichend Spielraum, ohne Zeitdruck frankieren zu müssen. Einen Überblick über alle Versandthemen - von der Briefmarke bis zur Sendungsverfolgung - bietet der Versenden-Hub als zentraler Ausgangspunkt.

Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zum Drucken von Briefmarken zu Hause.

Kann ich eine Briefmarke einfach zu Hause ausdrucken?

Ja - aber nur über den offiziellen Online-Shop der Deutschen Post. Selbst gestaltete oder kopierte "Marken" sind keine gültigen Frankierungen und damit keine rechtssichere Alternative zur Internetmarke. Mehr dazu lesen Sie im Abschnitt "So kaufen Sie die Internetmarke im Post-Shop".

Welchen Drucker brauche ich für die Internetmarke?

Grundsätzlich funktionieren Tintenstrahl und Laser - entscheidend ist die Auflösung: mindestens 300 dpi, besser 600 dpi, damit der Data-Matrix-Code verlasslich gescannt wird. Laserdrucker sind bei regelmäßigem Versand die bessere Wahl. Alle Details finden Sie im Bereich "Drucker-Anforderungen und Auflösung".

Was kostet es, eine Briefmarke zu drucken?

Nur der normale Porto-Preis - Standardbrief 0,95 EUR, Kompaktbrief 1,10 EUR, Grossbrief 1,80 EUR, Maxibrief 2,90 EUR. Es gibt keinen Aufpreis für den Online-Kauf. Alle Formate und Preise stehen im Abschnitt "Formatwahl und Zusatzoptionen".

Wie lange ist eine gedruckte Internetmarke gültig?

Die Internetmarke ist bis zum Ende des dritten Kalenderjahres nach dem Kaufjahr gültig - mindestens zwei, maximal drei volle Jahre. Eine im Jahr 2026 gekaufte Marke gilt also bis 31. Dezember 2029. Schauen Sie dazu in den Bereich "Gueltigkeitsdauer".

Was passiert, wenn der Data-Matrix-Code nicht gelesen werden kann?

Der Brief kommt ungefrankt zurück oder der Empfänger zahlt Nachentgelt (fehlendes Porto plus Einziehungsgebühr). Eine Erstattung gibt es nicht. Ursachen und Lösungen stehen im Abschnitt "Ausschneiden und Aufkleben - Fehler vermeiden".

Gibt es eine Möglichkeit zu frankieren, wenn ich keinen Drucker habe?

Ja - die Mobile Briefmarke der Deutschen Post. Sie kaufen Porto per App und schreiben einen alphanumerischen Code mit Stift oben rechts auf den Brief. Alle Details stehen unter "Keine Briefmarke und kein Drucker - was dann".

Klaus Weber
Klaus Weber

Mit den DDR-Marken aus dem Album meines Großvaters bin ich als Kind zum ersten Mal mit Briefmarken in Berührung gekommen. Über die Jahrzehnte habe ich gesehen, wie Erben und Sammler oft an Hype und Halbwissen scheitern. Daher freue ich mich, meine Erfahrung als langjähriger Sammler bei briefmarkenmesse-essen.de einbringen zu dürfen.