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Frankieren: Bedeutung, Methoden und richtige Frankierung

Frankieren bedeutet, das Porto einer Postsendung vor dem Einwurf zu entrichten - durch Aufkleben einer Briefmarke, eine Internetmarke oder eine andere anerkannte Form der Freimachung. Die Begriffe „frankieren" und „freimachen" meinen dabei exakt dasselbe, wie der Duden bestätigt.

Das Thema hat mehr Tiefe, als es auf den ersten Blick scheint. Das richtige Porto hängt nicht nur vom Gewicht ab, sondern auch von Format und Dicke des Briefes. Wer das falsch einschätzt, riskiert Nachentgelte beim Empfänger - oder die Rücksendung der Sendung.

In diesem Ratgeber erkläre ich, was hinter dem Begriff steckt, welche Briefmarke zu welchem Format gehört, welche Sonderfälle extra Kosten verursachen und welche Methoden es jenseits der klassischen Briefmarke gibt.

Auf einen Blick

  • Frankieren bedeutet das Porto vor dem Versand entrichten - durch Briefmarke, Internetmarke oder Frankiermaschine.
  • Die richtige Frankierung richtet sich nach Format, Gewicht und Dicke des Briefes, nicht nur nach dem Gewicht allein.
  • Alte Briefmarken sind weiter gültig und können mit Ergänzungsmarken kombiniert werden, um auf den aktuellen Portowert zu kommen.

Wer selten Briefe schreibt, stolpert schnell über die Portotabelle der Deutschen Post. Das folgende Kapitel klärt zuerst den Begriff, dann die Preise.

Briefumschlag mit Briefmarke frankiert auf Holzschreibtisch

Die historische Entwicklung der Freimachung reicht weit vor die erste Briefmarke - ein Grund, warum Philatelisten dem Begriff „frankieren" oft mehr abgewinnen als reine Postnutzer.

Was bedeutet frankieren? - Begriff, Etymologie und Synonym

Frankieren und freimachen sind vollständige Synonyme im Deutschen - beide stehen für dasselbe: das Beförderungsentgelt einer Postsendung entrichten, bevor sie in den Briefkasten wandert.

Frankieren = freimachen: dasselbe in Theorie und Praxis

Wer einen Brief „frankiert", zahlt das Porto im Voraus - durch Aufkleben eines Postwertzeichens oder einer anderen anerkannten Freimachungsform. „Freimachen" ist die umgangssprachlichere Variante, die gerade auf Antwortkarten und Werbeantwort-Umschlägen oft als Hinweis an den Absender erscheint. Die Deutsche Post verwendet offiziell beide Begriffe nebeneinander.

Frankierung muss vor dem Einwurf erfolgen. Nachfrankierte oder unzureichend frankierte Sendungen werden vom Zusteller mit einem Nachentgelt für den Empfänger belastet - das zahlt dann der Empfänger, nicht mehr der Absender.

Die Wortgeschichte: franco kommt aus dem Italienischen

Das Wort „frankieren" ist älter als die Briefmarke selbst. Laut DWDS gelangte der Begriff aus der italienischen Kaufmannssprache ins Deutsche - „franco (di porto)" bedeutet wörtlich „portofrei stellen" und war im 17. Jahrhundert im Handelsverkehr gebräuchlich.

Ich stoße bei der Durchsicht alter Korrespondenz gelegentlich noch auf handschriftliche „franco"-Vermerke auf Briefen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Vor der Einführung der Briefmarke war das die übliche Methode der Freimachung: ein einfacher Schriftzug auf der Vorderseite des gefalteten Briefs, der belegte, dass das Porto bereits beglichen war. Wer heute solche Belege findet, hält ein kleines Zeitdokument der Postgeschichte in Händen.

Briefformat und Porto - welche Briefmarke für welchen Brief?

Das Porto richtet sich nach Format, Gewicht und Dicke des Briefes. Wer das falsche Porto klebt, riskiert Nachentgelt oder Rücksendung. Die Preise gelten seit Januar 2025 und sind gültig bis Ende 2026, wie die Bundesnetzagentur bestätigt hat.

Frankierung national 2026 - Porto nach Format und Gewicht (Stand 01.01.2025, gültig bis 31.12.2026)
FormatMax. Maße (L x B x H mm)Max. GewichtPorto
Postkarte235 x 125 mm-0,95 €
Standardbrief235 x 125 x 5 mm20 g0,95 €
Kompaktbrief235 x 125 x 10 mm50 g1,10 €
Großbrief353 x 250 x 20 mm500 g1,80 €
Maxibrief353 x 250 x 50 mm1.000 g2,90 €

Alle Preise sind umsatzsteuerfrei. Eine vollständige Auslandstarif-Übersicht für alle Formate finden Sie im Ratgeber zu Briefporto und Auslandspreisen.

Wie viele Seiten passen in welches Format?

Ein DIN-A4-Blatt aus 80g/m²-Papier wiegt rund 5 Gramm. Ein Standardbrief fasst rund 3 Blätter inklusive Umschlag (max. 20 g). Ein Kompaktbrief kommt auf etwa 8 Blätter (max. 50 g). Wer bei sich zu Hause keine Küchenwaage hat, dem empfehle ich den Gang in die nächste Postfiliale - dort wird kostenlos nachgemessen.

Briefmarke richtig aufkleben - Position, Wert, Kombination

Eine Briefmarke muss an der richtigen Stelle sitzen und den richtigen Wert haben. Beides ist einfacher als gedacht, wenn man die Grundregeln einmal verstanden hat. Details zum Aufkleben selbst erkläre ich ausführlich im Ratgeber zum Briefmarken aufkleben.

Position der Briefmarke

Die Briefmarke gehört laut Deutschen Post auf die Vorderseite oben rechts, oberhalb der Empfängeradresse. Nie auf der Rückseite oder der Brieflasche. Bei einer Postkarte klebt die Marke direkt auf die Rückseite (die Textseite) oben rechts - nicht auf die Bildseite.

Mehrere Briefmarken kombinieren

Die Summe mehrerer Briefmarken muss den Portowert erreichen oder übersteigen. Wer einen Großbrief (1,80 €) verschicken möchte, kann zwei Standardmarken zu je 0,95 € aufkleben - das ergibt 1,90 € und damit ausreichend Frankierung. Alte Briefmarken mit niedrigerem Nominalwert bleiben gültig und lassen sich mit Ergänzungsmarken aufstocken. Überfrankierung ist kein Problem - die Differenz erstattet die Post nicht zurück.

Sonderfälle beim Frankieren - was kostet mehr?

Nicht jeder Brief fällt automatisch in das günstigste Format. Diese Sonderfälle sorgen oft für Überraschungen und regelmäßig für unerwünschte Nachentgelte beim Empfänger.

Quadratische und ungewöhnlich geformte Umschläge

Damit ein Umschlag als Standard- oder Kompaktbrief gilt, muss das Verhältnis von Länge zu Breite mindestens 1:1,4 betragen. Wer eine quadratische Geburtstagskarte (etwa 15 x 15 cm) verschickt, erfüllt dieses Verhältnis nicht. Die Einstufung folgt automatisch als Großbrief zu 1,80 € - was viele Absender überrascht, die nur eine einzige 0,95-€-Marke aufgeklebt haben, wie der bb-verpackungsshop Ratgeber erläutert.

Bunte Briefumschläge und Luftpolsterumschläge

Farbige Kuverts stören die maschinelle Sortierung. Die Sortieranlagen der Post lesen einen fluoreszierenden Zielcode auf der Briefvorderseite - dunkle oder bunte Umschläge erschweren das. Wer keinen weißen Adressaufkleber verwendet, riskiert händische Sortierung und damit Einstufung als Kompaktbrief (1,10 €), wie Öko-Test dokumentiert hat. Luftpolsterumschläge landen fast immer im Großbrief-Segment, weil sie die Dicke von 5 mm für Standardbriefe überschreiten.

Porto ins Ausland

Für internationale Sendungen gelten eigene Tarife. Ein Standardbrief ins Ausland kostet 1,25 €, ein Kompaktbrief 1,80 €, ein Großbrief 3,30 € - jeweils nach dem Preisstand ab Januar 2025. Die vollständige Auslandstabelle mit allen Formaten finden Sie im Bereich Briefporto.

"Bitte freimachen falls Briefmarke zur Hand" - was steckt dahinter?

Dieser Satz steht auf Antwortkarten, Werbeantwort-Umschlägen und Rücksendescheinen. Er wirft die Frage auf, ob man jetzt frankieren muss oder nicht.

Die Antwort: nein, Sie müssen nicht. Wenn Sie den vorbereiteten Umschlag unfrankiert einwerfen, übernimmt der Empfänger das Porto - in der Regel ein Unternehmen mit entsprechendem Post-Vertrag. Kleben Sie freiwillig eine Briefmarke auf, spart das dem Empfänger die Kosten, aber ein Zwang besteht nicht. Synonyme auf Umschlägen: „Bitte freimachen", „Werbeantwort".

Frankieren ohne Briefmarke - vier Methoden im Vergleich

Die klassische Briefmarke ist eine von mehreren Möglichkeiten, einen Brief portogerecht freizumachen. Drei digitale Alternativen kommen ohne Filialbesuch aus und passen zu unterschiedlichen Situationen.

Internetmarke - zu Hause ausdrucken

Sie kaufen die Internetmarke online und drucken sie aus - oder drucken Porto und Adresse direkt auf das Kuvert. Vorteil: kein Filialweg, rund um die Uhr verfügbar. Nachteil: Drucker zwingend erforderlich, und die Internetmarke lässt sich nicht mit klassischen Briefmarken kombinieren. Mehr dazu lesen Sie im Bereich Internetmarke.

Mobile Briefmarke - ohne Drucker frankieren

Per DHL-App kaufen Sie ein Porto-Guthaben und erhalten einen Code, den Sie handschriftlich oben rechts auf den Brief schreiben. Verfügbar bis einschließlich Großbrief-Format. Kein Drucker und keine Filiale nötig - allerdings muss die Handschrift gut lesbar sein. Details: Mobile Briefmarke.

Briefmarke selbst gestalten und ausdrucken

Über den Online-Shop der Deutschen Post lassen sich individuell gestaltete Marken mit eigenem Foto bestellen. Das Ergebnis ist eine echte Briefmarke mit Eigenmotiv. Wie das technisch funktioniert, erkläre ich im Bereich Briefmarke drucken.

Labelfreimachung - für häufige Versender

Statt einer Briefmarke klebt ein maschinengedrucktes Label auf dem Brief. Diese Methode bietet die Deutsche Post direkt oder über zugelassene Dienstleister an. Sie ist rein funktional ohne Motiv und richtet sich vor allem an Versender mit höherem Aufkommen. Mehr unter Labelfreimachung.

Historische Frankier-Formen - Ganzsachen und Rollenmarken

Die Briefmarke ist nicht die einzige Methode, die es je gab, um Post zu frankieren. Wer Briefe sammelt, kennt ihre Vorgänger gut - und schätzt sie als historische Dokumente.

Ganzsachen - der Staat frankiert vor

Als Ganzsache bezeichnet die Philatelie einen vom Staat ausgegebenen Umschlag, eine Postkarte oder ein Streifband, bei dem der Portowert bereits als Wertstempel aufgedruckt ist - eine separate Briefmarke entfällt. Preußen, Bayern und der Norddeutsche Bund gaben ab der Mitte des 19. Jahrhunderts solche vorfrankierten Sendungen aus. DDR-Ganzsachen sind eine eigene Sammelkategorie mit eigenem Sammlerpublikum, wie auch der Wikipedia-Eintrag zur Frankatur festhält.

DDR-Ganzsachen und Rollenmarken aus Sammler-Sicht

In meiner DDR-Sammlung finden sich einige Ganzsachen, bei denen mich weniger der aufgedruckte Portowert interessiert als das Motiv auf der Bildseite. Diese Zudrucke spiegeln die Propagandaästhetik ihrer Zeit - politische Symbole, Fünfjahresplan-Motive, Staatsjubiläen. Für Philatelisten sind das historische Dokumente, keine reinen Frankier-Vehikel.

Rollenmarken wurden als günstige Massenfrankierungs-Lösung für Post und Firmenkunden ausgegeben - endlos perforiert auf einer Rolle statt als Bogen. Für Sammler interessant sind Rollenendstücke mit Kontrollnummern, die als eigene Untergruppe gehandelt werden. Wer tiefer einsteigen möchte, schaut sich die Seite zu Rollenmarken an.

Fazit: Frankieren richtig gemacht

Frankieren bedeutet schlicht: Porto vor dem Versand bezahlen. Format, Gewicht und Dicke entscheiden gemeinsam über das richtige Porto - nicht nur das Gewicht allein. Wer einen quadratischen Umschlag oder einen bunten Briefumschlag benutzt, zahlt oft mehr als erwartet.

Alte Briefmarken bleiben gültig und lassen sich mit Ergänzungsmarken aufstocken. Neben der klassischen Briefmarke stehen Internetmarke, Mobile Briefmarke und Labelfreimachung als Alternativen zur Verfügung. Einen Überblick über alle Versand-Themen finden Sie im Ratgeber-Hub Versenden.

Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Frankieren - von der Begriffsdefinition bis zum richtigen Format.

Was bedeutet frankieren?

Frankieren bedeutet, das Porto einer Postsendung vor dem Einwurf zu entrichten - durch Aufkleben einer Briefmarke oder anderen Freimachungsform. Das Synonym lautet „freimachen". Mehr dazu lesen Sie im Abschnitt „Was bedeutet frankieren?".

Was ist der Unterschied zwischen frankieren und freimachen?

Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied. Beide Begriffe bedeuten dasselbe: das Porto einer Sendung vor dem Einwurf bezahlen. „Frankieren" ist die formale Variante, „freimachen" die umgangssprachlichere, die auch auf Antwortkarten auftaucht. Schauen Sie dazu in den Bereich „Was bedeutet frankieren?".

Wie frankiere ich einen Brief richtig?

Das Porto richtet sich nach Format, Gewicht und Dicke des Briefes - die Briefmarke klebt oben rechts auf der Vorderseite. Für einen Standardbrief bis 20 g reicht eine 0,95-€-Marke. Alle Details stehen im Abschnitt „Briefformat und Porto".

Welche Briefmarke brauche ich für einen normalen Brief?

Für einen Standardbrief (bis 20 g, max. 235 x 125 x 5 mm) reicht eine Marke zu 0,95 Euro (Standardbrief). Schwerere oder dickere Briefe kosten mehr - ab 50 g gilt Kompaktbrief-Porto (1,10 €). Mehr dazu unter „Briefformat und Porto".

Kann ich einen Brief auch ohne Briefmarke frankieren?

Ja, neben der klassischen Briefmarke gibt es die Internetmarke (ausdrucken), die Mobile Briefmarke (Code per App), selbst gestaltete Marken und die Labelfreimachung. Jede Methode hat eigene Voraussetzungen - zum Beispiel brauchen Sie für die Internetmarke einen Drucker. Alle vier Methoden erkläre ich im Bereich „Frankieren ohne Briefmarke".

Was sind Ganzsachen?

Ganzsachen sind vom Staat vorfrankierte Postsendungen - Umschläge, Postkarten oder Streifbänder, bei denen der Portowert bereits aufgedruckt ist. Sie sind eine eigenständige Sammelkategorie in der Philatelie. Mehr dazu finden Sie bei „Historische Frankier-Formen".