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Einwurfeinschreiben: Kosten, Nachweis und Rechtslage

Das Einwurfeinschreiben gilt als günstigste Einschreiben-Variante der Post - doch ob es im Streitfall wirklich hält, hängt an einem Beleg, den viele Absender nie anfordern. Für 2,35 Euro Aufpreis zum normalen Briefporto dokumentiert der Zusteller den Einwurf in den Briefkasten mit Datum, Uhrzeit und digitalem Zustellvermerk, ohne den Empfänger persönlich anzutreffen.

Zwei Urteile haben die rechtliche Lage konkret geformt: Der BGH erklärte das Einwurfeinschreiben 2016 als gleichwertigen Zugangsnachweis. Das BAG stellte im Januar 2025 klar, dass der Online-Sendungsstatus allein nicht genügt - nur der Auslieferungsbeleg zählt vor Gericht.

In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen, was das Einwurfeinschreiben kostet, wo es rechtlich steht, wie Sie den entscheidenden Auslieferungsbeleg sichern und in welchen Situationen eine andere Versandart die bessere Wahl für Sie ist.

Im Gegensatz zum Übergabe-Einschreiben landet das Einwurf-Einschreiben direkt im Briefkasten des Empfängers - unabhängig davon, ob jemand zu Hause ist.

Auf einen Blick

  • Das Einwurfeinschreiben kostet 2,35 Euro Aufpreis zum normalen Briefporto und gilt laut BGH-Urteil II ZR 299/15 als gleichwertiger Nachweis wie ein Übergabe-Einschreiben.
  • Der entscheidende Nachweis ist nicht der Sendungsstatus, sondern der Auslieferungsbeleg (BAG-Urteil Az. 2 AZR 68/24, Januar 2025).
  • Den Auslieferungsbeleg können Sie maximal 15 Monate nach Versand bei der Deutschen Post anfordern - danach ist er unwiederbringlich gelöscht.
Einwurfeinschreiben wird in Briefkasten eingeworfen

Was ist ein Einwurfeinschreiben?

Das Einwurfeinschreiben dokumentiert die Zustellung in den Briefkasten oder ein Postfach des Empfängers, erfordert dabei keinen persönlichen Kontakt und keine Empfänger-Unterschrift. Der Zusteller scannt die Sendung beim Einwurf auf seinem Handscanner und erstellt damit einen digitalen Zustellvermerk mit Datum und Uhrzeit - das aktuelle Scanner-Verfahren hat das frühere Peel-off-Label-Verfahren ersetzt, wie Rechtsanwältin Poeppel erläutert.

Wie die Zustellung abläuft

Der Zusteller legt den Brief direkt in den Briefkasten ein, ohne zu klingeln oder auf eine Empfänger-Unterschrift zu warten. Die gescannte Sendung erscheint wenig später in der Online-Sendungsverfolgung der Deutschen Post mit dem Status "zugestellt". Den dazugehörigen Auslieferungsbeleg - das zentrale Dokument für spätere Streitfälle - können Sie über die Sendungsverfolgung abrufen oder telefonisch anfordern.

Wichtig für die Beweiskraft: Der Auslieferungsbeleg enthält Datum, Uhrzeit und Zusteller-Kürzel. Er ist nicht dasselbe wie der Sendungsstatus im Online-Portal - das hat das Bundesarbeitsgericht 2025 ausdrücklich klargestellt.

Nur innerhalb Deutschlands - kein Auslandsversand

Das Einwurf-Einschreiben wird von der Deutschen Post ausschliesslich für innerdeutsche Sendungen angeboten. Wer ins Ausland versenden möchte, muss auf das internationale Übergabe-Einschreiben zurückgreifen, das einen Aufpreis von 3,70 Euro kostet, oder auf das internationale Rückschein-Einschreiben mit 5,90 Euro Aufpreis - beide Varianten laut Angaben der Deutschen Post AG.

Einwurfeinschreiben Kosten 2026 - Porto und Aufpreise

Das Porto berechnet sich aus dem jeweiligen Grundporto des Briefformats zuzüglich eines festen Aufpreises. Der Aufpreis für das Einwurf-Einschreiben ist unabhängig vom Briefformat immer gleich - lediglich das Grundporto variiert je nach Größe und Gewicht. Alle Preise gelten innerhalb Deutschlands und sind umsatzsteuerfrei. Die Preise sind gültig seit dem 1. Januar 2025, bestätigt durch die Bundesnetzagentur.

Einwurfeinschreiben Kosten 2026: Grundporto plus Aufpreis je Briefformat. Stand 01.01.2025. Quelle: Bundesnetzagentur, Deutsche Post AG
BriefformatGrundportoAufpreis Einwurf-EinschreibenGesamt
Standardbrief (bis 20 g)0,95 €2,35 €3,30 €
Kompaktbrief (bis 50 g)1,10 €2,35 €3,45 €
Grossbrief (bis 500 g)1,80 €2,35 €4,15 €
Maxibrief (bis 1.000 g)2,90 €2,35 €5,25 €

Das reguläre Briefporto nach Gewicht und Format finden Sie in der Übersicht auf der Seite zu den aktuellen Briefporto-Preisen. Der Aufpreis bleibt bei 2,35 Euro konstant, unabhängig vom gewählten Briefformat.

Vergleich: Aufpreise aller Einschreiben-Varianten

Im Vergleich der Einschreiben-Typen ist das Einwurf-Einschreiben die günstigste Variante mit Nachweis. Das Übergabe-Einschreiben kostet 2,65 Euro Aufpreis, das Einschreiben mit Rückschein 4,85 Euro. Die Option "Einschreiben Eigenhändig" wurde Ende 2024 abgeschafft, bestätigt durch eine Pressemitteilung der Deutschen Post AG. Einen ausführlichen Vergleich aller Varianten finden Sie im Abschnitt Einschreiben-Übersicht.

Einwurfeinschreiben online frankieren

Das Einwurf-Einschreiben kann per Internetmarke oder DHL-App bequem online frankiert und eingeliefert werden. Das Einschreiben mit Rückschein hingegen muss zwingend in einer Postfiliale aufgegeben werden. Denken Sie bei der Online-Frankierung daran, den Einlieferungsbeleg - also den Kassenbon oder die Einlieferungsbestätigung - sofort zu sichern, denn er enthält die Sendungsnummer, die Sie später für den Auslieferungsbeleg-Abruf benötigen.

Einwurfeinschreiben vs. Einschreiben - die wichtigsten Unterschiede

Die zwei häufigsten Fragen, die ich in diesem Zusammenhang höre: Bekommt der Empfänger ein Einwurf-Einschreiben auch, wenn er nicht zu Hause ist? Und ist es rechtlich genauso sicher? Beide Fragen lassen sich klar beantworten - die Antworten überraschen viele Absender regelmäßig.

Vergleich Einschreiben-Varianten: Zustellung, Beweiskraft, Aufpreis. Quelle: Deutsche Post AG, paketda.de
MerkmalEinwurf-EinschreibenÜbergabe-EinschreibenRückschein
Zustellung bei AbwesenheitJa (Briefkasten)Nein (Abholkarte)Nein (Abholkarte)
Empfänger-UnterschriftNeinJaJa + Rücksendung
Porto-Aufpreis (national)2,35 €2,65 €4,85 €
Vereitelungs-Risiko durch EmpfängerGeringHoch (nicht abholen)Hoch
Auslandsversand möglichNeinJa (3,70 € Aufpreis)Ja (5,90 € Aufpreis)

Wann wähle ich welche Variante?

Das Einwurf-Einschreiben ist die richtige Wahl für Kündigungen, Mahnungen und Widerrufe - überall dort, wo keine Empfänger-Unterschrift vorgeschrieben ist. Das Übergabe-Einschreiben ist seltener sinnvoll; es bietet paradoxerweise weniger Sicherheit, weil der Empfänger einfach nicht abholen kann. Das Rückschein-Einschreiben wählen Sie, wenn Sie den signierten Nachweis physisch zurück benötigen, zum Beispiel für bestimmte Gerichtsverfahren. Einen detaillierten Variantenvergleich finden Sie im Bereich Einschreiben im Überblick.

Rechtliche Beweiskraft - was sagen BGH und BAG?

Das Einwurfeinschreiben hat eine rechtliche Geschichte hinter sich - und zwei Urteile, die jeder kennen sollte, der es für fristenrelevante Schreiben einsetzt. Ohne den Auslieferungsbeleg verliert das Einwurf-Einschreiben einen Großteil seiner Beweiskraft.

BGH-Urteil 2016 - Einwurf ist gleichwertig mit Übergabe

Der Bundesgerichtshof hat in seinem Urteil vom 27. September 2016 (Az. II ZR 299/15) entschieden, dass das Einwurf-Einschreiben rechtlich einem Übergabe-Einschreiben gleichsteht und bei Vorlage eines Auslieferungsbelegs ein Beweis des ersten Anscheins für den Zugang vorliegt. Die Begründung ist bemerkenswert: Beim Übergabe-Einschreiben kann der Empfänger die Zustellung leicht vereiteln, indem er den Brief einfach nicht bei der Post abholt.

Beim Einwurf-Einschreiben ist das nicht möglich - der Brief landet im Briefkasten, ob der Empfänger will oder nicht. Das Urteil ist in der Urteilsdatenbank dejure.org abrufbar. Der Einwurf schlägt damit das Übergabe-Modell in puncto Sicherheit klar.

BAG-Urteil Januar 2025 - Sendungsstatus reicht nicht

Das Bundesarbeitsgericht hat die Anforderungen mit Urteil vom 30. Januar 2025 (Az. 2 AZR 68/24) konkret verschärft: Einlieferungsbeleg plus Online-Sendungsstatus genügen nicht als Anscheinsbeweis für den Zugang. Nur der konkrete Auslieferungsbeleg gilt als ausreichend. Wer also nur den Screenshot der Sendungsverfolgung aufbewahrt und den Auslieferungsbeleg nie angefordert hat, bleibt im Streitfall beweisfällig. Eine ausführliche Zusammenfassung des Urteils hat der NWB-Experten-Blog für Wirtschaftsrecht veröffentlicht.

Die praktische Konsequenz: Screenshot der Sendungsverfolgung sichern ist als ergänzende Dokumentation sinnvoll, aber nicht als alleiniger Nachweis ausreichend. Den Auslieferungsbeleg müssen Sie zusätzlich explizit anfordern.

Indizienbeweis und § 130 BGB

Die rechtliche Grundlage ist § 130 Abs. 1 BGB: Eine Willenserklärung ist zugegangen, wenn sie in den Machtbereich des Empfängers gelangt ist - der Briefkasten genügt dafür. § 130 Abs. 2 BGB regelt die Zugangsfiktion bei Annahmeverweigerung. Der Auslieferungsbeleg wirkt als zentrales Indiz im Indizienbeweis.

Gerichte werten ihn als ausreichenden Beweis für den Einwurf. Näheres zu den Rechtsnormen erklärt das juristische Lexikon auf juraforum.de. Vertiefte Informationen zu Zustellnachweisen allgemein finden Sie auf der Seite zum Zustellnachweis.

Einsatzfälle - wo das Einwurfeinschreiben genügt

Nicht jedes wichtige Schreiben braucht ein teures Rückschein-Einschreiben. Das Einwurf-Einschreiben genügt für die meisten Alltagssituationen, wenn man es richtig handhabt. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel aus Einlieferungsbeleg und Auslieferungsbeleg plus einer Kopie des versendeten Dokuments.

Mietkündigung per Einwurfeinschreiben

Mietkündigungen sind per Einwurf-Einschreiben rechtlich zulässig und gängig. Voraussetzung: Der Briefkasten des Empfängers muss existieren und korrekt mit dem Namen beschriftet sein. Die Fristenberechnung orientiert sich am Zugangsdatum im Auslieferungsbeleg - nicht am Absende- oder Aufgabetag. Wer also eine dreimonatige Kündigungsfrist wahren muss, zählt ab dem Tag, den der Auslieferungsbeleg als Einwurfsdatum ausweist.

Ich habe vor einigen Jahren selbst eine Mietkündigung per Einwurfeinschreiben verschickt. Der Mieter bestritt später den Zugang - und ich musste tatsächlich den Auslieferungsbeleg anfordern, um den Nachweis zu führen. Seitdem rate ich bei Mietkündigungen: Beleg sofort herunterladen, nicht erst wenn es brennt. Ohne diesen Beleg wäre ich in einem Streit um die Kündigungsfrist deutlich schlechter gestellt gewesen.

Arbeitsvertrag-Kündigung

Kündigungen durch Arbeitnehmer oder Arbeitgeber per Einwurf-Einschreiben sind rechtlich wirksam - direkt relevant ist hier das BAG-Urteil 2025: Der Sendungsstatus allein genügt nicht, der Auslieferungsbeleg ist unverzichtbar. Die Frist nach dem Kuendigungsschutzgesetz (in der Regel drei Wochen) beginnt ebenfalls mit dem dokumentierten Zugangsdatum im Auslieferungsbeleg, nicht mit dem Versandtag.

Widerruf bei Fernabsatz und Haustürgeschäften

Bei Fernabsatzverträgen läuft die 14-tägige Widerrufsfrist ab dem Zeitpunkt, an dem der Händler das Widerrufsschreiben erhält. Das Einwurf-Einschreiben sichert den Zugangszeitpunkt: Einlieferungsbeleg belegt den Versandtag, Auslieferungsbeleg belegt den Zugangstag beim Händler. Beides zusammen ist der vollständige Nachweis.

Abmahnungen und Mahnungen

Abmahnungen im gewerblichen Rechtsschutz und Mahnungen im Schuldrecht können per Einwurf-Einschreiben rechtswirksam zugestellt werden. Für den Verzugseintritt im Schuldrecht ist der Nachweis des Zugangs der Mahnung ausschlaggebend - genau das liefert der Auslieferungsbeleg.

Einwurfeinschreiben ans Postfach und Packstation

An Postfächer wird das Einwurf-Einschreiben direkt eingelegt - kein rechtlicher Sonderfall, auch nicht bei Mietkündigungen an die Postfach-Adresse des Mieters, solange das Postfach die offizielle Empfangsadresse ist. Packstationen können Einwurf-Einschreiben und Übergabe-Einschreiben empfangen; Einschreiben mit Rückschein und Eigenhändig-Varianten sind dort nicht möglich, bestätigt durch die Deutschen Post in ihren offiziellen FAQ.

Wann ein Einwurfeinschreiben nicht genügt

Das Einwurf-Einschreiben ist nicht das richtige Mittel für jede Situation. Wer das nicht weiß, kann im Streitfall auf dem falschen Fuß erwischt werden. Zwei konkrete Fälle begrenzen die Eignung klar.

Wenn der Empfänger den Briefkasten manipuliert

Fehlt das Namensschild, ist der Briefkasten zugeklebt oder entfernt, geht die Sendung mit dem Vermerk "Empfänger nicht zu ermitteln" zurück - der Zusteller kann schlicht nicht einwerfen. Der Brief gilt dann rechtlich nicht als zugegangen. In solchen Fällen gibt es zwei Alternativen: die kostenpflichtige Zustellung durch einen Gerichtsvollzieher oder der Postzustellungsauftrag (PZA), bei dem ein staatlich beauftragter Dienst die amtliche Zustellung übernimmt.

Wenn das Gericht amtliche Zustellung verlangt

Bei Klageschriften, Mahnbescheidszustellungen und einstweiligen Verfügungen schreibt der Gesetzgeber den Postzustellungsauftrag vor - das Einwurf-Einschreiben reicht hier rechtlich nicht aus. Im Zivilverfahren sollten Sie immer bei Ihrem Anwalt oder beim Gericht nachfragen, bevor Sie mit dem Einwurf-Einschreiben zustellen, denn ein fehlerhafter Zustellweg blockiert das gesamte Verfahren.

Klaus-Weber-Exkurs - Mietkündigung, Streit und was den Unterschied machte

Was mir in meiner eigenen Mietkuendigungssituation klar wurde: Das Einwurf-Einschreiben ist gut - aber nur, wenn man den Auslieferungsbeleg wirklich anfordert. Das klingt trivial, ist aber der Fehler, den die meisten Absender machen. Im konkreten Fall hatte ich Glück: Ich hatte den Beleg kurz nach Zustellung heruntergeladen, weil ich weiß, wie schnell solche Verfahren eskalieren können. Ohne ihn wäre ich in einem Streit um die Kündigungsfrist deutlich schlechter gestellt gewesen.

Schritt-für-Schritt - Einwurfeinschreiben richtig versenden und Nachweise sichern

Wer ein Einwurfeinschreiben versendet, hat nach der Abgabe an der Post genau drei Aufgaben - und erfahrungsgemäß vergessen die meisten Menschen mindestens eine davon.

Einlieferungsbeleg aufbewahren

Der Kassenbon oder die Einlieferungsbestätigung aus der Postfiliale enthält die Sendungsnummer und das Aufgabedatum - ohne ihn ist keine Sendungsverfolgung und kein Auslieferungsbeleg-Abruf möglich. Bewahren Sie den Einlieferungsbeleg dauerhaft auf, nicht nur bis zur nächsten Haushaltskasse. Erstellen Sie außerdem eine Kopie des versendeten Schreibens: Das Einwurf-Einschreiben beweist nämlich nur, dass ein Umschlag eingeworfen wurde, nicht was sich darin befand. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen empfiehlt dieses Vorgehen ausdrücklich.

Auslieferungsbeleg anfordern - online oder telefonisch

Den digitalen Auslieferungsbeleg können Sie auf zwei Wegen kostenlos anfordern: über die Sendungsverfolgung auf deutschepost.de oder telefonisch unter 0228 4333112. Die Frist beträgt maximal 15 Monate nach Aufgabe der Sendung, wie in den offiziellen FAQ der Deutschen Post bestätigt wird. Der Beleg ist im 2,35-Euro-Aufpreis bereits enthalten - wer in einer Postfiliale für ein angebliches "Doppel" 5 Euro zahlen soll, hat das Recht auf Ablehnung: Die Verbraucherzentrale hält diese Gebühr für rechtswidrig.

15 Monate klingen lang, aber nach einer strittigen Kündigung kann sich ein Verfahren weit hinziehen. Ich würde den Beleg immer sofort herunterladen, nicht erst wenn ein konkreter Streit entsteht.

Sendungsverfolgung als Ergänzung sichern

Ein Screenshot des Online-Sendungsstatus mit Datum und Uhrzeit ist als ergänzende Dokumentation sinnvoll - als alleiniger Nachweis genügt er nicht (BAG 2025). Kombinieren Sie den Screenshot immer mit dem Auslieferungsbeleg. Mehr zu den Möglichkeiten der digitalen Dokumentation finden Sie auf der Seite zur Sendungsverfolgung.

Annahmeverweigerung - was dann?

Beim Einwurf-Einschreiben ist eine klassische Annahmeverweigerung faktisch ausgeschlossen - der Brief landet im Briefkasten, ohne dass der Empfänger eingreifen kann. Theoretisch kann der Briefkasten zugeklebt oder entfernt worden sein; dann geht die Sendung zurück, ohne als zugestellt zu gelten. In diesem Fall sind erneuter Versandversuch, Gerichtsvollzieher oder Postzustellungsauftrag die Optionen - mehr dazu im Abschnitt "Wann ein Einwurfeinschreiben nicht genügt".

Fazit - Einwurfeinschreiben sicher einsetzen

Das Einwurf-Einschreiben ist für Kündigungen, Mahnungen und Widerrufe im Alltag das richtige Mittel: günstig, zuverlässig und seit dem BGH-Urteil 2016 rechtlich anerkannt. Die Schwachstelle liegt nicht in der Versandart selbst, sondern im vergessenen Auslieferungsbeleg der Post. Wer den sofort nach Zustellung abruft und mit dem Einlieferungsbeleg kombiniert, ist auf der sicheren Seite.

Für amtliche Zustellungen in Gerichtsverfahren und bei manipulierten Empfangsvorrichtungen ist der Postzustellungsauftrag die einzige rechtssichere Alternative - das Einwurf-Einschreiben stoßt dort klar an seine Grenzen. Einen Überblick über alle Versandoptionen finden Sie im Cluster-Hub Briefmarken und Briefe versenden.

Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Einwurfeinschreiben.

Was kostet ein Einwurfeinschreiben?

Der Aufpreis beträgt pauschal 2,35 Euro zum normalen Briefporto - für einen Standardbrief ergibt das gesamt 3,30 Euro, für einen Maxibrief 5,25 Euro. Alle Preise gelten seit dem 1. Januar 2025 und sind umsatzsteuerfrei. Die genaue Kostenaufstellung finden Sie im Abschnitt "Kosten 2026".

Ist ein Einwurfeinschreiben rechtssicher bei Kündigungen?

Ja, laut BGH-Urteil II ZR 299/15 ist es einem Übergabe-Einschreiben rechtlich gleichgestellt und gilt als Indizienbeweis für den Zugang. Entscheidend ist der Auslieferungsbeleg, nicht der Online-Sendungsstatus - das hat das BAG 2025 ausdrücklich klargestellt. Details im Abschnitt "Rechtliche Beweiskraft".

Was ist der Unterschied zwischen Einwurf-Einschreiben und normalem Einschreiben?

Beim Einwurf-Einschreiben landet der Brief direkt im Briefkasten, ohne Empfänger-Kontakt. Beim Übergabe-Einschreiben muss der Empfänger unterschreiben - ist er nicht da, kann er die Zustellung durch Nichtabholen vereiteln. Das ist der zentrale Vorteil des Einwurfs.

Reicht der Online-Sendungsstatus als Nachweis?

Nein - das Bundesarbeitsgericht hat im Januar 2025 (Az. 2 AZR 68/24) entschieden, dass der Sendungsstatus allein kein ausreichender Anscheinsbeweis für den Zugang ist. Nur der Auslieferungsbeleg zählt als Beweis. Details im Bereich "Rechtliche Beweiskraft".

Wie fordere ich den Auslieferungsbeleg an?

Online über die Sendungsverfolgung auf deutschepost.de oder telefonisch unter 0228 4333112. Die Frist beträgt maximal 15 Monate ab Aufgabe. Der Beleg ist kostenlos - eine Gebühr von 5 Euro für ein "Doppel" ist laut Verbraucherzentrale rechtswidrig. Den genauen Ablauf finden Sie im Abschnitt "Schritt-für-Schritt".

Kann man ein Einwurfeinschreiben ans Postfach oder eine Packstation schicken?

Ja - an Postfächer und Packstationen wird das Einschreiben direkt eingelegt; Einschreiben mit Rückschein sind dort nicht möglich. Mehr dazu im Abschnitt "Einsatzfälle".

Klaus Weber
Klaus Weber

Mit den DDR-Marken aus dem Album meines Großvaters bin ich als Kind zum ersten Mal mit Briefmarken in Berührung gekommen. Über die Jahrzehnte habe ich gesehen, wie Erben und Sammler oft an Hype und Halbwissen scheitern. Daher freue ich mich, meine Erfahrung als langjähriger Sammler bei briefmarkenmesse-essen.de einbringen zu dürfen.