Briefmarkenkunde bezeichnet nach dem Duden die „Lehre von den Briefmarken als Sammelobjekten" - und damit etwas Präziseres als das, woran die meisten beim Wort Philatelie denken. Während Philatelie als Oberbegriff für das gesamte Sammelwesen steht, meint Briefmarkenkunde im engeren Sinn die methodische Untersuchung der Marke selbst: Papier, Zähnung, Wasserzeichen, Gummierung, Druckverfahren.
Das Suffix -kunde ist dabei kein Zufall. Wie Heimatkunde oder Völkerkunde bezeichnet es eine systematische, lehrhafte Disziplin. Der Philologe und Sammler Braun schrieb schon 1971 treffend: „Die Philatelie (Briefmarkenkunde) ist eine Wissenschaft für sich."
In diesem Eintrag erkläre ich Ihnen, worin sich diese Disziplin unterscheidet, welche Methoden sie einsetzt und welche Hilfsmittel Sie brauchen - denn erst die methodische Prüfung entscheidet über Echtheit.
Die Methodik der Briefmarkenkunde liefert das Fundament für jede seriöse Werteinschätzung. Ich gehe nachfolgend auf die einzelnen Bausteine dieser Methodik ein.
Auf einen Blick
- Briefmarkenkunde ist nach Duden (1999) die Lehre von den Briefmarken als Sammelobjekten - im Sprachgebrauch ein Synonym zur Philatelie, im engeren Sinn deren wissenschaftlich-methodischer Kern
- Die Disziplin untersucht an der Marke selbst Papier, Zähnung, Wasserzeichen, Gummierung und Druckverfahren - fünf Merkmale, die zusammen Echtheit und Variante bestimmen
- Professionell betrieben wird sie von Prüfern des BPP und des VPPeV, die in Deutschland für marktanerkannte Atteste zuständig sind

Was ist Briefmarkenkunde? Die Definition
Der Begriff ist eine typisch deutsche Wortbildung und trägt seine Bedeutung offen im Stamm. Das Suffix -kunde kennzeichnet eine systematische Lehre vom Gegenstand - vergleichbar mit Heimatkunde oder Völkerkunde.
Wortbedeutung und Definition nach Duden
Das Große Wörterbuch der deutschen Sprache (Duden, 1999) definiert Briefmarkenkunde schlicht als „Lehre von den Briefmarken als Sammelobjekten; Philatelie". Die Gleichsetzung mit Philatelie entspricht dem allgemeinen Sprachgebrauch, lässt aber den methodischen Aspekt offen - der steckt im Wort selbst im Suffix -kunde. Quelle: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS).
Im Textkorpus des DWDS findet sich ein Beleg aus Braun/Nell (1971), der den wissenschaftlichen Charakter unterstreicht: „Die Philatelie (Briefmarkenkunde) ist eine Wissenschaft für sich und kann häufig gar nicht mehr als Hobby bezeichnet werden." Diese Einschätzung gilt noch heute für jeden, der nicht nur sammelt, sondern methodisch an der Marke arbeitet.
Was untersucht die Disziplin konkret?
Briefmarkenkunde richtet den Blick auf die Marke als physisches Objekt - nicht auf ihr Motiv, ihre Postgeschichte oder ihren thematischen Kontext. Die fünf Kern-Untersuchungsfelder sind Papier, Zähnung, Wasserzeichen, Gummierung und Druckverfahren. Jedes davon besitzt eigene Unterkategorien, eigene Mess- und Prüfmethoden und eigene Auswirkungen auf den Katalogwert. Die ausführliche Behandlung folgt im Abschnitt „Was untersucht die Briefmarkenkunde am Objekt?"
Briefmarkenkunde oder Philatelie - wo liegt der Unterschied?
Im Alltag werden beide Begriffe gleichbedeutend verwendet. Es gibt aber eine feine, lohnende Unterscheidung - vor allem dann, wenn Sie verstehen wollen, warum manche Sammler ihre Stücke mit UV-Lampe und Odontometer untersuchen, während andere einfach nach Motiv sortieren. Beide Wege sind legitim, aber sie verfolgen verschiedene Ziele.
Der etymologische Befund
Georges Herpin prägte den Begriff „Philatelie" am 15. November 1864 in der fünften Ausgabe der Pariser Zeitschrift „Le Collectionneur de timbres-postes". Das Wort setzt sich aus dem griechischen philos (Freund) und ateleia (Abgabenfreiheit) zusammen: etymologisch meint Philatelie den Liebhaber der Abgabenfreiheit, nicht die Methodik. „Briefmarkenkunde" hingegen ist die deutsche Bildung, die von Anfang an den Lehr- und Wissenschaftscharakter in den Vordergrund stellt. Quellen: Wikipedia „Philatelie", Borek Briefmarkenwelt.
Wie diese Seite die beiden Begriffe unterscheidet
Philatelie ist der Oberbegriff für das gesamte Sammelwesen: Motivsammeln, Vorphilatelie, Aerophilatelie, Postgeschichte, Vereinsleben, Hobby und Wissenschaft zugleich. Briefmarkenkunde bezeichnet im engeren Sinn den methodisch-wissenschaftlichen Kern dieser Welt: die Untersuchung der Marke als Objekt. Wer Briefmarkenkunde betreibt, stellt Fragen wie „Ist das Papier original?" oder „Stimmt das Zähnungsmaß mit Auflage X überein?" - keine Motiv-Fragen, sondern Objekt-Fragen. Für das Hobby als Ganzes finden Sie den Einstieg unter Philatelie als Hobby.
| Merkmal | Briefmarkenkunde | Philatelie |
|---|---|---|
| Wortbedeutung | Lehre, Wissenschaft (-kunde) | Liebhaberei (philos + ateleia) |
| Fokus | Marke als physisches Objekt | gesamtes Sammelgebiet |
| Methoden | Papier-, Zähnungs-, Wasserzeichen-, Druckanalyse | plus Motiv, Postgeschichte, Vereinswesen |
| Wer betreibt es | Prüfer, Forscher, Spezialsammler | alle Sammler vom Einsteiger bis zum Profi |
| Deutsches Lemma | Briefmarkenkunde | Philatelie |
Was untersucht die Briefmarkenkunde am Objekt?
Fünf Merkmale bilden das Fundament jeder fachlichen Prüfung. Sie lassen sich einzeln untersuchen, ihre Aussagekraft entfalten sie aber erst im Zusammenspiel aller Befunde.
Papier - Faser, Farbe, Beschichtung
Briefmarkenpapiere sind keine homogene Kategorie. Es gibt Faserpapier, Kreidepapier und Japanpapier, außerdem verschiedene Färbungen und Beschichtungen. Die Papierart ist ein zentrales Katalogisierungsmerkmal: Papiersorte entscheidet oft über den Katalogwert, weil verschiedene Auflagen derselben Marke auf unterschiedlichem Papier gedruckt wurden. Quelle: Wikipedia „Philatelie".
Zähnung - Wie Briefmarken voneinander getrennt werden
Die Zähnung bezeichnet die Perforation an den Rändern der Marke. Gemessen wird das Zähnungsmaß in Löchern pro zwei Zentimeter, bestimmt mit dem Zähnungsschlüssel (Odontometer). Dabei unterscheidet man Kamm-, Linien- und Reihenzähnung. Fehlzähnungen oder abweichende Maße sind Indizien für seltene Auflagen oder Manipulationen.
Varianten in der Zähnungsart haben direkte Auswirkungen auf den Katalogwert - und lassen sich nur mit dem Odontometer zuverlässig bestimmen. Quelle: Wikipedia „Philatelie".
Wasserzeichen - Das unsichtbare Sicherheitsmerkmal
Wasserzeichen sind Strukturen, die bei der Papierherstellung direkt ins Material eingearbeitet werden. Sichtbar werden sie nur gegen Licht oder mithilfe eines Wasserzeichensuchers, der das Wasserzeichen als Echtheitsindiz freilegt. Bekannte Typen sind Kreuzblüten, Sterne, Wertziffern oder Wappenformen.
Das Wasserzeichen unterscheidet häufig Original von Nachdruck und ist für viele klassische Ausgaben das entscheidende Echtheitsmerkmal. Quelle: Wikipedia „Philatelie".
Gummierung - Oberfläche auf der Rückseite
Die Gummischicht auf der Rückseite der Marke ist in der klassischen Philatelie ein zentrales Zustandsmerkmal. Postfrisch bedeutet: Gummierung original, vollständig, unbeschädigt. Falzgummiert, nachgummiert oder ohne Gummi bedeuten erhebliche Abschläge im Katalogwert.
Eine nachgummierte Marke, die postfrisch wirkt, ist ein klassisches Fälschungsmuster - die Gummierung verrät Eingriffe unter UV-Licht. Quelle: Borek Briefmarkenwelt.
Druckverfahren und Farben
Hochdruck, Tiefdruck, Offsetdruck und Rastertiefdruck hinterlassen unter der Lupe jeweils charakteristische Spuren - Linienraster, Farbkanten, Tonwerte. Wer das jeweilige Verfahren kennt, erkennt auch Abweichungen als Echtheitssignal. Bestimmte Farbvarianten innerhalb einer Ausgabe sind eigene Katalognummern und damit eigene Sammelobjekte. Quelle: Wikipedia „Philatelie".
Quellenarbeit am Objekt - eine persönliche Einordnung
Aus meiner früheren Redaktionszeit kenne ich das Prinzip: mindestens drei unabhängige Quellen triangulieren. Für die Briefmarke funktioniert das genauso - nur dass die Quellen Papier, Zähnung und Stempel heißen. Wenn diese drei Befunde zusammenpassen, ist eine Marke glaubwürdig.
Wenn ein einziger Befund abweicht, ist Skepsis angebracht. Wer nur auf das Motiv schaut, liest sozusagen nur das Titelblatt - und verpasst die eigentliche Aussage des Objekts.
Hilfsmittel der Briefmarkenkunde
Ohne die richtigen Werkzeuge bleibt die Methodik abstrakt. Fünf Hilfsmittel bilden den Grundkanon - vom Alltags-Werkzeug bis zur Spezialausrüstung.
| Werkzeug | Zweck | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| Pinzette (Flach / Spitz) | Schaden- und hautfettfreies Hantieren | Alltag, jeder Sammler |
| Lupe / Fadenzähler | Detailvergrößerung, Druckraster erkennen | Grundausrüstung |
| Zähnungsschlüssel (Odontometer) | Zähnungsmaß exakt bestimmen | Bestimmung und Katalogisierung |
| Wasserzeichensucher | Wasserzeichenstrukturen sichtbar machen | Echtheits- und Typenprüfung |
| UV-Lampe (ca. 380 nm) | Fluoreszenzmerkmale, Reparaturen aufdecken | Echtheitsprüfung, Prüfer-Arbeit |
Die UV-Lampe wird in verschiedenen Wellenlängen eingesetzt, sowohl langwellig als auch kurzwellig. Jede sichtbare Reaktion der Marke - Fluoreszenz oder Abdunklung des Papiers - ist ein Hinweis auf Papierzusatz, Reparatur oder besondere Auflage. Quelle: Wikipedia „Philatelie".
Historische Entwicklung der Briefmarkenkunde
Die Disziplin ist so alt wie die Briefmarke selbst. Sie entstand in dem Moment, in dem jemand eine Marke aufbewahrte statt verbrauchte.
1840 bis 1864 - Vom Erstsammler zur Namensgebung
Der britische Zoologe John Edward Gray kaufte am 6. Mai 1840 die One Penny Black - mit der Absicht, sie nicht zu frankieren, sondern aufzubewahren. Er gilt als erster Philatelist. Der Begriff „Philatelie" folgte 1864 von Georges Herpin in Paris, der in seiner Zeitschrift nach einem würdigeren Namen für das neue Hobby suchte. „Briefmarkenkunde" entwickelte sich als deutsche Entsprechung und betonte von Anfang an den Wissenschaftscharakter. Quellen: Borek Briefmarkenwelt, Wikipedia „Philatelie".
Deutsche Entwicklung und erste Fachwerke
In Deutschland etablierte sich „Briefmarkenkunde" früh als Bezeichnung für das systematische Beschäftigen mit der Marke. Erste Kataloge und Zeitschriften entstanden ab den 1870er Jahren. Die Disziplin wuchs mit dem Sammelwesen - je mehr Ausgaben es gab, desto wichtiger wurde die methodische Unterscheidung zwischen Varianten und Auflagen.
20. Jahrhundert - Handbücher und Prüfertum
Das 20. Jahrhundert brachte eine Systematisierung der Briefmarkenkunde durch Standardwerke. Frank Arnau legte bereits 1957 mit „Lexikon der Philatelie - Briefmarkenkunde von A bis Z" ein frühes Nachschlagewerk vor. Ludwig Tröndle folgte 1978 mit dem bis heute gesuchten Handbuch für Philatelisten, das im antiquarischen Buchhandel gut verfügbar ist.
In den 1980er Jahren erschien Carlrichard Brühls zweibändige „Geschichte der Philatelie" (Olms, 1985/86) als wissenschaftliche Standardreferenz. Parallel gründete sich 1958 der Bund Philatelistischer Prüfer (BPP) als institutioneller Anker für professionelle Echtheitsprüfungen. Quellen: Wikipedia „Philatelie", ZVAB-Buchnachweis Tröndle.
Wer betreibt Briefmarkenkunde professionell?
Drei Gruppen tragen die Disziplin. Sie unterscheiden sich in Ausbildung, Verbindlichkeit und Einsatzbereich - aber alle drei arbeiten nach denselben Methoden.
BPP-Prüfer und VPPeV - die institutionellen Anker
Der Bund Philatelistischer Prüfer e.V. (BPP) wurde 1958 gegründet und ist die führende Institution für Briefmarkenprüfungen in Deutschland. Seine Mitglieder sind für bestimmte Sammelgebiete zertifiziert und stellen Atteste auf fälschungssicherem Papier für Sammelgebiete aus. Laut Wikipedia erstellte der BPP Stand 2013 jährlich rund 30.000 Atteste und 50.000 Kurzbefunde.
Ein BPP-Attest gilt als marktanerkannter Wertnachweis. Der Verband Philatelistischer Prüfer e.V. (VPPeV) ist eine alternative Institution mit ähnlichem Anspruch. Quellen: Wikipedia „Bund Philatelistischer Prüfer", BPP offizielle Website.
Wissenschaftliche Forschung und Fachverbände
Der Bund Deutscher Philatelisten (BDPh) fungiert als Interessenvertretung und gibt das monatliche Fachmagazin philatelie heraus. Philatelistische Arbeitsgemeinschaften - etwa zu Germania-Marken oder Inflationsausgaben - betreiben spezialisierte Forschung zu Einzelgebieten, dokumentieren Varianten und pflegen eigene Fachpublikationen.
Ambitionierte Sammler und Spezialisten
Zwischen dem zertifizierten BPP-Prüfer und dem Gelegenheitssammler steht eine aktive Mittelschicht: Sammler, die ihre Stücke selbst methodisch prüfen, Zähnungsmaße messen, Wasserzeichen identifizieren. Sie legen die Marke bei Zweifel dem Prüfer vor, erkennen aber die meisten Standardvarianten selbst - und das ist auch das Ziel einer soliden Grundausrüstung.
Wann Lupe, wann Experte?
Ich habe über Jahrzehnte gelernt, wo meine eigene Prüfung endet. Das Messen von Zähnungen, das Suchen von Wasserzeichen, das Bewerten der Gummierung - das gehört zum Handwerk am Schreibtisch und lässt sich mit etwas Übung routiniert am Schreibtisch erledigen.
Übersteigt der vermutete Wert einer Marke jedoch eine gewisse Schwelle, führt kein Weg am Fachprüfer vorbei. Wer einen realistischen Preis erwartet, braucht Marktsicherheit - und die liefert das Attest. Wenn Sie unsicher sind, wo dieser Punkt liegt, lohnt sich ein Blick in meine Erfahrungen zum Sammlung schätzen lassen.
Anwendung - Briefmarkenkunde als Werkzeug zur Echtheitsprüfung
Die fünf Methodik-Säulen werden nicht einzeln, sondern im Zusammenspiel angewendet. Erst das Gesamtbild aller Befunde entscheidet - und dieses Gesamtbild bestimmt letztlich den Marktwert der Marke.
Der Prüfungs-Workflow
Ein strukturierter Prüfprozess läuft typischerweise in sechs Schritten: 1. Papiersorte bestimmen (Faser, Kreide, Japan?), 2. Zähnungsmaß messen, 3. Wasserzeichen suchen, 4. Gummierung beurteilen, 5. Druckverfahren identifizieren, 6. Stempel-Echtheit bewerten. Jeder Schritt engt die mögliche Markenvariante weiter ein - und damit den relevanten Katalogwert. Wer alle sechs Punkte systematisch abarbeitet, hat eine verlässlichere Grundlage als jemand, der nur mit der Lupe aufs Motiv schaut.
Typische Fälschungsmuster
Zu den klassischen Manipulationen, die Prüfer mit der philatelistischen Methodik aufdecken, gehören laut BPP-Wikipedia-Eintrag: gefälschte Stempel, manipulierte Zähnungen und Nachgummierungen. Nachgummierung nach Falzentfernung ist dabei besonders heimtückisch, weil die Marke optisch postfrisch wirkt. UV-Lampe und Wasserzeichensucher machen solche Eingriffe routiniert sichtbar - das bloße Auge bleibt oft machtlos.
Wann lohnt sich die Prüfung?
Drei Situationen rufen regelmäßig nach einer methodischen Prüfung: beim geplanten Verkauf, bei begründetem Zweifel an der Echtheit und wenn der vermutete Wert eine persönliche Schwelle überschreitet. In der Beratung zeigt sich oft, dass Erben das Motiv erkennen und von einem Fund ausgehen - erst der methodische Blick auf Wasserzeichen oder Zähnung entscheidet, ob es ein Original oder eine Nachauflage ist. Wer wissen möchte, was eine Sammlung am Markt bringen kann, findet eine erste Orientierung unter Wert der Sammlung.
Literatur - die wichtigsten Fachwerke
Wer methodisch tiefer einsteigen will, kommt an drei Werken nicht vorbei. Sie decken unterschiedliche Einstiegsniveaus ab - vom Handbuch bis zur Wissenschaftsgeschichte.
Tröndle (1978) - Einsteiger-Handbuch
Ludwig Tröndle, Briefmarkenkunde. Das Handbuch für Philatelisten (Chronik Verlag / Bertelsmann, 1978): Das am häufigsten gesuchte Einsteiger-Werk mit vielen Abbildungen. Wer verstehen will, wie die Methodik funktioniert, greift zuerst zu Tröndle. Im antiquarischen Buchhandel gut verfügbar.
Grallert (2003) - Fachlexikon
Wolfram Grallert, Lexikon der Philatelie (Phil Creativ Verlag, Schwalmtal, 2003): Das detaillierte Nachschlagewerk für Begriffe, Techniken und Sammelgebiete. Für alle, die einen spezifischen Begriff systematisch nachschlagen wollen, ist es unverzichtbar. Quelle: Wikipedia „Philatelie".
Brühl (1985/86) - Wissenschaftliche Geschichte
Carlrichard Brühl, Geschichte der Philatelie (Georg Olms Verlag, Hildesheim, 2 Bände, 1985/86): Die historische Standardreferenz für alle, die den wissenschaftlichen Hintergrund der Disziplin verstehen wollen. Kein Einsteigerbuch, aber die Grundlage für jeden ernsthaften Forscher. Quelle: Wikipedia „Philatelie".
Weitere Referenzen
Frank Arnau legte bereits 1957 mit Lexikon der Philatelie - Briefmarkenkunde von A bis Z (Ullstein) ein frühes Nachschlagewerk vor, das für den historischen deutschen Sprachgebrauch des Begriffs aufschlussreich und gut lesbar ist. Als moderne kulturwissenschaftliche Perspektive empfehlenswert: Naguschewski/Schoettker, Philatelie als Kulturwissenschaft (2019). Quelle für Arnau: Wikipedia „Philatelie".
Fazit: Briefmarkenkunde in einem Satz
Briefmarkenkunde ist die methodische Wissenschaft, die jede einzelne Briefmarke als Objekt ernstnimmt - und damit erst bestimmt, was eine Marke wirklich ist und was sie am Markt gilt. Wer sie kennt, sammelt mit mehr Sicherheit und verkauft mit besseren Argumenten.
Wer den nächsten Schritt zum methodischen Briefmarken sammeln gehen will, findet dort den Einstieg in die Sammelpraxis.
Fragen und Antworten
Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Briefmarkenkunde, ihre Methodik und ihren praktischen Nutzen.
Was ist der Unterschied zwischen Briefmarkenkunde und Philatelie?
Im Alltag werden beide Begriffe synonym verwendet. Im engeren Sinn ist Philatelie der Oberbegriff für das gesamte Sammelwesen - Briefmarkenkunde bezeichnet den methodisch-wissenschaftlichen Kern davon: die Untersuchung der Marke selbst. Mehr dazu im Abschnitt „Briefmarkenkunde oder Philatelie - wo liegt der Unterschied?"
Welche Merkmale untersucht die Briefmarkenkunde?
Die fünf Kernmerkmale sind Papier, Zähnung, Wasserzeichen, Gummierung und Druckverfahren. Zusammen entscheiden sie darüber, welche Variante einer Marke vorliegt und was sie wert ist. Details finden Sie im Bereich „Was untersucht die Briefmarkenkunde am Objekt?"
Welche Hilfsmittel braucht man für Briefmarkenkunde?
Den Grundkanon bilden Pinzette, Lupe, Zähnungsschlüssel (Odontometer), Wasserzeichensucher und UV-Lampe. Diese fünf Werkzeuge decken den Großteil aller Prüfsituationen ab. Alle Details stehen im Abschnitt „Hilfsmittel der Briefmarkenkunde"
Wer kann meine Briefmarke professionell prüfen?
Zuständig sind Prüfer des Bunds Philatelistischer Prüfer e.V. (BPP) und des Verbands Philatelistischer Prüfer e.V. (VPPeV). Ein BPP-Attest ist auf dem Markt anerkannt und kann den Verkaufswert erheblich beeinflussen. Schauen Sie dazu in den Bereich „Wer betreibt Briefmarkenkunde professionell?"
Welches Buch ist die beste Einsteiger-Literatur?
Tröndle, Briefmarkenkunde. Das Handbuch für Philatelisten (1978), ist das meistgesuchte Einsteiger-Werk und antiquarisch gut verfügbar. Als Nachschlagewerk empfehle ich Grallert, Lexikon der Philatelie (2003). Mehr unter „Literatur - die wichtigsten Fachwerke"
Wann lohnt sich eine Prüfung durch den BPP?
Bei geplantem Verkauf, bei Zweifel an der Echtheit und immer dann, wenn der vermutete Wert eine persönliche Schwelle überschreitet. Ein Attest schafft Marktsicherheit und ist bei höherwertigen Stücken die Regel. Alle Details im Abschnitt „Anwendung - Briefmarkenkunde als Werkzeug zur Echtheitsprüfung"

Mit den DDR-Marken aus dem Album meines Großvaters bin ich als Kind zum ersten Mal mit Briefmarken in Berührung gekommen. Über die Jahrzehnte habe ich gesehen, wie Erben und Sammler oft an Hype und Halbwissen scheitern. Daher freue ich mich, meine Erfahrung als langjähriger Sammler bei briefmarkenmesse-essen.de einbringen zu dürfen.