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Welche Briefmarke fuer welchen Brief? Porto 2026

Wer einen Brief verschickt, fragt sich selten abstrakt nach dem „Briefporto" - sondern konkret: Welchen Nennwert brauche ich jetzt? Und was klebt man aufs Kuvert, wenn man keine passende Einzelmarke zur Hand hat? Das sind die Fragen, die in der Praxis zählen.

Seit dem 1. Januar 2025 gelten neue Portopreise, die von der Bundesnetzagentur genehmigt wurden und bis Ende 2026 Bestand haben. Auf dieser Seite erkläre ich, welcher Nennwert für welches Format gilt und wie Sie Marken kombinieren.

Der Marken-Auswahl-Angle geht dabei weiter als eine reine Porto-Tabelle: Ergänzungsmarken, Kombinationsregeln und Sonderformate sind hier vollständig erklärt - der parallele Blick auf die Briefporto-Übersicht findet sich bei Briefporto aktuell.

Auf einen Blick

  • Für den Standardbrief genügt eine 0,95-EUR-Briefmarke (bis 20 g) - Kompaktbrief 1,10 EUR, Grossbrief 1,80 EUR, Maxibrief 2,90 EUR
  • Mehrere Briefmarken kombinieren ist erlaubt: der Gesamtnennwert muss stimmen, die Anzahl der Marken ist egal
  • Wer noch alte Marken hat: Ergänzungsmarken ab 5 Cent stocken jeden Nennwert auf das aktuelle Porto auf
Briefumschlag mit mehreren Briefmarken verschiedener Nennwerte für Mehrfach-Frankatur

Welche Briefmarke für welches Format?

Das Porto richtet sich nach drei Faktoren: Masse, Gewicht und Dicke - nicht allein nach dem Kuvert-Format. Wer das falsch einschätzt, zahlt entweder Nachentgelt oder bekommt den Brief zurückgeschickt. Die Formate und Nennwerte ab 2025 sind in der folgenden Tabelle auf einen Blick zusammengefasst.

Welche Briefmarke für welchen Brief? Nennwerte und Formate 2026. Quelle: Deutsche Post, Stand 01.01.2025, gültig bis 31.12.2026.
FormatNennwertMax. Masse (L x B x H)Max. Gewicht
Postkarte0,95 EUR235 x 125 mm-
Standardbrief0,95 EUR235 x 125 x 5 mm20 g
Kompaktbrief1,10 EUR235 x 125 x 10 mm50 g
Grossbrief1,80 EUR353 x 250 x 20 mm500 g
Maxibrief2,90 EUR353 x 250 x 50 mm1.000 g
Maxibrief Plus5,10 EUR600 x 300 x 150 mm2.000 g

Alle Preise gelten umsatzsteuerfrei für Privatkunden. Quelle: Deutsche Post - Briefe in Deutschland, Stand 01.01.2025.

Standardbrief - 0,95 EUR

Der Standardbrief ist das häufigste Format: 5 mm dick, max. 20 g, maximal 235 x 125 mm Grundfläche. Das reicht für ein DIN-lang- oder C6-Kuvert mit bis zu drei DIN-A4-Blättern auf 80-g-Papier. Mehr zum Standardbrief-Format finden Sie unter Standardbrief.

Kompaktbrief - 1,10 EUR

Der Kompaktbrief passt in dasselbe Kuvert wie der Standardbrief, darf aber bis 10 mm dick sein und bis 50 g wiegen. Das entspricht rund 9 DIN-A4-Seiten auf 80-g-Papier. Alle Masse und Regeln erklärt die Seite zum Kompaktbrief.

Grossbrief und Maxibrief - 1,80 EUR und 2,90 EUR

Beide Formate haben dieselbe Grundfläche (353 x 250 mm) - was sie unterscheidet, ist die Dicke und das Gewicht. Grossbrief bis 500 g, Maxibrief bis 1.000 g und 5 cm Dicke. Wer A4-Blätter ungefaltet verschicken will, landet automatisch in dieser Kategorie. Details: Grossbrief und Maxibrief.

Wie viele Blätter passen rein? Porto nach Seitenzahl

Wer keine Briefwaage hat, braucht eine Daumenregel. Die Anzahl der Blätter hängt vom Papiergewicht ab - Standardpapier mit 80 g/m2 ist die gängigste Grundlage und liefert die günstigsten Werte. Schwereres Papier reduziert die Blattkapazität spürbar.

Orientierungswerte: Wie viele DIN-A4-Seiten passen je Porto-Stufe? Basis: Standardkuvert mit Briefmarke ca. 5 g. Quelle: brief-wechsel.de
FormatPorto80 g/m2100 g/m2120 g/m2
Standardbrief0,95 EUR3 Blatt2 Blatt2 Blatt
Kompaktbrief1,10 EUR9 Blatt7 Blatt6 Blatt
Grossbrief1,80 EUR85 Blatt75 Blatt63 Blatt
Maxibrief2,90 EUR195 Blatt154 Blatt130 Blatt

Diese Zahlen basieren auf der Gewichtsanalyse von brief-wechsel.de und gehen von Kuvert plus Marke mit ~5 g Eigengewicht aus. Wer Fotos, Karten oder gebundene Unterlagen einlegt, sollte den Porto-Rechner nutzen: Porto berechnen für das genaue Gewicht.

Mehrere Briefmarken kombinieren - so klappt es richtig

Wer keine einzelne Briefmarke mit dem passenden Nennwert hat, kann mehrere Marken kombinieren. Die Deutsche Post akzeptiert jede Kombination, solange der Gesamtnennwert stimmt - oder darüber liegt. Überfrankierung ist kein Problem; Unterfrankierung schon.

Die Kombinations-Regel

Konkret: Ein Standardbrief (0,95 EUR) lässt sich aus zwei 0,50-EUR-Marken und einer 5-Cent-Ergänzungsmarke zusammenstellen - Gesamtnennwert 1,05 EUR, also 10 Cent über dem Zielwert. Das ist erlaubte Überfrankierung ohne Mehrkosten für den Absender. Laut viking.de transportiert die Post Briefe mit Überfrankierung anstandslos.

Was nicht funktioniert: einen Grossbrief (1,80 EUR) aus zwei 0,85-EUR-Marken kleben wollen. Die Summe (1,70 EUR) liegt unter dem Zielwert - das ist Unterfrankierung mit Strafporto-Risiko. Lieber im Zweifel 5 Cent mehr aufkleben als zu wenig.

Wie viele Marken darf ich aufkleben?

Eine Obergrenze gibt es postalisch nicht. Die praktische Grenze ist eine andere: Alle Marken müssen stempelbar bleiben und dürfen weder die Briefadresse noch die maschinellen Codierzonen verdecken. Laut brief-hüllen.de gehören Marken immer auf die Vorderseite, üblichweise oben rechts.

Ergänzungsmarken: Das Differenz-System

Wer noch ältere Briefmarken hat, muss sie nicht wegwerfen. Alle Euro-Briefmarken der Deutschen Post sind weiterhin uneingeschränkt postgültig, wie posttip.de bestätigt. Wer mit einem Nennwert unter dem aktuellen Porto liegt, stockt einfach mit einer Ergänzungsmarke auf - das System ist genau dafür gedacht.

Welche Ergänzungsmarken gibt es?

Die Deutsche Post führt im offiziellen Onlineshop Ergänzungsmarken in den Nennwerten 5, 10, 15, 20 und 30 Cent. Damit lässt sich jeder ältere Nennwert präzise aufstocken.

  • 0,85-EUR-Marke (Ausgaben bis Ende 2024) + 10-Cent-Ergänzung = 0,95 EUR = Standardbrief
  • 1,00-EUR-Marke + 10-Cent-Ergänzung = 1,10 EUR = Kompaktbrief
  • Zwei 0,95-EUR-Marken = 1,90 EUR - reicht für Grossbrief (1,80 EUR), 10 Cent Überschuss kein Problem

Ich trenne das persönlich sauber: Was ungestempelt ins Album gehört, kommt dort auch rein. Aber Vorrats-Dauermarken aus dem Supermarkt oder Postamt nutze ich ohne Bedenken auf dem Kuvert - kombiniert mit der passenden Ergänzungsmarke, ohne dafür Sammlerstücke anzufassen. Zur Gültigkeit alter Marken lesen Sie mehr unter Briefmarken-Gültigkeit. Wie man mehrere Marken korrekt aufklebt, erklärt Briefmarken aufkleben.

Sonderformate und typische Frankier-Fallen

Drei Faktoren entscheiden über das Porto: Masse, Gewicht und Dicke. Wer einen davon falsch einschätzt, zahlt Nachentgelt oder bekommt den Brief zurückgeschickt. Sonderformate sind die häufigste Fehlerquelle - und oft teurer als erwartet.

Quadratische Umschläge kosten Grossbrief-Porto

Ein quadratischer Briefumschlag (z. B. 15 x 15 cm) wird als Grossbrief eingestuft, auch wenn er leicht und dünn ist. Der Grund liegt in der sogenannten 1,4-Regel: Die Länge muss mindestens das 1,4-Fache der Breite betragen, damit ein Brief als Standard- oder Kompaktbrief gilt. Wer das übersieht, zahlt 1,80 EUR statt 0,95 EUR - fast das Doppelte. Quelle: paketda.de.

Luftpolsterumschläge fast immer Grossbrief

Selbst ein leerer Luftpolsterumschlag ist durch die Luftschicht oft dicker als 0,5 cm - damit scheidet er als Standardbrief aus. Wer Fotos oder Dokumente verschickt, sollte den Brief vor dem Frankieren ausmessen. Dicke vor dem Inhalt prüfen spart Nachentgelt.

Zu wenig Porto - Strafporto und Rücksendung

Stellt die Post einen Nennwert-Fehlbetrag fest, erhebt sie vom Empfänger ein Nachentgelt (Fehlbetrag plus Bearbeitungsgebühr). Wird der Fehler im Briefzentrum entdeckt, geht der Brief mit Aufkleber an den Absender zurück. In der Praxis rate ich dazu, mindestens 5 Cent über Zielwert zu bleiben - der Empfänger soll sich nicht mit Nachentgelt-Aufklebern ärgern müssen.

Mehrfach-Frankatur als Sammelobjekt - der Blick des Philatelisten

Wer Briefmarken sammelt, sieht eine Mehrfach-Frankatur nicht als Notlösung, sondern als eigenes Motiv. Die sogenannte Cover-Philatelie - das Sammeln gelaufener Briefe mit interessanten Frankaturen - ist ein aktives Sammelgebiet unter Philatelisten und verdient einen eigenen Blick.

Was macht einen „schönen" Brief?

Aus Cover-Perspektive attraktiv sind Kuverts mit mehreren verschiedenen Ausgaben, erkennbaren Stempeln und lesbarer Frankatur-Kombination. Eine Frankatur aus zwei Sondermarken und einer Dauerserien-Ergänzung ist aus Sammler-Sicht interessanter als eine einzelne Standardmarke - weil sie eine postalische Geschichte erzählt. Wer auf Briefmarkenbörsen nach gelaufenen Belegen stöbert, merkt das sofort.

Ich erinnere mich an Kuverts, die ich nicht wegen der Marke mitgenommen habe - sondern wegen der ungewöhnlichen Frankatur. Ein Auslandsbrief mit vier Dauermarken erregt unter Cover-Sammlern viel mehr Aufmerksamkeit als das maschinelle Automaten-Label.

Selbst schön frankieren - für Sammler und Geniessser

Wer Briefe verschickt und Briefmarken-Affinität hat, kann das bewusst gestalten: selbstklebende Sondermarken einsetzen, auf den Poststempel als Teil des Belegs achten. Eine bewusst zusammengestellte Mehrfach-Frankatur aus Sondermarken kann der Empfänger später aufheben - als kleines Sammelexemplar.

Ausland - welche Briefmarke für Briefe ins Ausland?

Beim Auslandsversand gelten andere Nennwerte als im Inland. Das Besondere: Das Porto ist weltweit einheitlich - gleicher Preis für alle Länder. Die Tarife gelten ab 01.01.2025 und sind laut Deutschem-Post-Onlineshop International bis Ende 2026 stabil.

Briefmarken-Nennwerte für den Auslandsversand 2026, weltweit einheitlich. Quelle: Deutsche Post, Stand 01.01.2025.
FormatNennwert internationalMax. Gewicht
Standardbrief International1,25 EUR20 g
Kompaktbrief International1,80 EUR50 g
Grossbrief International3,30 EUR500 g
Maxibrief International6,50 EUR1.000 g

In internationale Briefe dürfen nur Dokumente, keine Waren. Für Laufzeiten, Länderbesonderheiten und Einschreiben ins Ausland: Einschreiben und die Detailseite zum Briefporto aktuell.

Porto-Rechner - wenn Schätzwert nicht reicht

Die Seitenzahl-Tabelle ist eine Daumenregel. Wer den Brief mit Fotos, Karten oder ungewöhnlichen Inhalten befüllt, braucht das genaue Gewicht als sichere Grundlage. Ein leerer Standard-Briefumschlag inklusive aufgeklebter Briefmarke hat ein Eigengewicht von etwa 5 g - das ist der Ausgangspunkt für jede Kalkulation.

Wer seine Inhalte kennt, addiert das Eigengewicht der Blätter und liegt meist nah genug dran. Wer sicher gehen will, wiegt den Brief vor dem Frankieren auf einer Küchenwaage. Den interaktiven Rechner für ungewöhnliche Inhalte finden Sie unter Porto berechnen. Die vollständige Porto-Tabelle nach Formaten steht bei Briefporto aktuell.

Fazit: Briefmarken und Porto 2026

Die Kerntabelle ist schnell gelernt: Standardbrief 0,95 EUR, Kompaktbrief 1,10 EUR, Grossbrief 1,80 EUR, Maxibrief 2,90 EUR - gültig bis Ende 2026. Mehrfach-Frankierung funktioniert immer, solange der Gesamtnennwert stimmt oder darüber liegt. Ergänzungsmarken in kleinen Nennwerten (5 bis 30 Cent) lassen sich gut mit älteren Marken-Beständen kombinieren.

Sonderformate prüfen Sie am besten vor dem Frankieren ausmessen: Quadratische Kuverts und Luftpolsterumschläge landen schnell in der Grossbrief-Kategorie. Alle weiteren Versand-Themen finden Sie im Cluster-Hub Briefmarken versenden.

Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Briefmarken-Nennwerte und Porto 2026.

Welche Briefmarke brauche ich für einen normalen Brief?

Für den Standardbrief (bis 20 g) genügt eine 0,95-EUR-Briefmarke seit 2025. Alle Details finden Sie im Abschnitt „Welche Briefmarke für welches Format".

Kann ich mehrere alte Briefmarken kombinieren?

Ja, das ist erlaubt. Der Gesamtnennwert muss dem gültigen Porto entsprechen oder darüber liegen - Überfrankierung ist kein Problem. Mehr dazu im Abschnitt „Mehrere Briefmarken kombinieren".

Was sind Ergänzungsmarken?

Ergänzungsmarken sind Briefmarken mit kleinen Nennwerten (5, 10, 15, 20 und 30 Cent), die die Deutsche Post speziell dafür anbietet, ältere Werte aufzustocken. Details im Bereich „Ergänzungsmarken: Das Differenz-System".

Was passiert, wenn ich zu wenig Porto aufklebe?

Die Post erhebt Nachentgelt (Fehlbetrag plus Bearbeitungsgebühr) vom Empfänger oder schickt den Brief zurück. Im Zweifel lieber 5 Cent mehr aufkleben als zu wenig. Schauen Sie dazu in den Bereich „Sonderformate und typische Frankier-Fallen".

Welche Briefmarke brauche ich für einen Brief ins Ausland?

Der Standardbrief international kostet 1,25 EUR weltweit einheitlich, egal ob nach Österreich oder Australien. Alle Nennwerte finden Sie im Abschnitt „Ausland".

Wie viele Seiten passen in einen Standardbrief?

Auf 80 g/m2-Papier passen ca. 3 DIN-A4-Seiten in einen Standardbrief. Bei schwereren Papieren oder Beilagen lieber wiegen oder Rechner nutzen. Mehr dazu im Abschnitt „Wie viele Blätter passen rein".

Klaus Weber
Klaus Weber

Mit den DDR-Marken aus dem Album meines Großvaters bin ich als Kind zum ersten Mal mit Briefmarken in Berührung gekommen. Über die Jahrzehnte habe ich gesehen, wie Erben und Sammler oft an Hype und Halbwissen scheitern. Daher freue ich mich, meine Erfahrung als langjähriger Sammler bei briefmarkenmesse-essen.de einbringen zu dürfen.