Bei MediaMarkt online bestellt? Dann haben Sie 14 Tage gesetzliches Widerrufsrecht - gerechnet ab dem Tag, an dem das Paket bei Ihnen ankommt, nicht ab dem Bestelldatum. Wer am 1. des Monats bestellt und am 5. die Ware empfängt, hat also Zeit bis zum 19., nicht bis zum 15.
Im Laden ist das anders: Im stationären Handel gilt das gesetzliche Widerrufsrecht für mangelfreie Ware nicht - jede Rücknahme dort ist Kulanz, kein Recht.
Dieser Artikel klärt, wann genau die Frist beginnt, was Click & Collect bedeutet, welche Waren ausgeschlossen sind und wie die Rückzahlung wirklich funktioniert - inklusive der Fälle, in denen MediaMarkt das Geld zunächst zurückhalten darf.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
- Online-Bestellung: Sie haben 14 Tage Widerruf, Frist beginnt ab Warenerhalt
- Im Laden gekauft: es gibt kein gesetzliches Rückgaberecht - nur Kulanz
- Click & Collect: gilt als Fernabsatz, gesetzlicher Widerruf möglich
- Rückzahlung: MediaMarkt muss auf gleichem Zahlungsweg erstatten - Gutschein nur mit Zustimmung
- Ohne Widerrufsbelehrung: die Frist verlängert sich auf 12 Monate + 14 Tage
Die wichtigsten Punkte im Detail - angefangen beim häufigsten Irrtum über den Fristbeginn.
Die folgenden Abschnitte erklären die gesetzliche Lage, die Ausnahmen und den konkreten Ablauf der Retoure.
Online bestellt: 14 Tage Widerruf - aber wann fängt die Frist an?
Die Antwort steht in § 356 Abs. 2 Nr. 1 BGB: Die 14-Tage-Frist beginnt in dem Moment, in dem Sie oder eine von Ihnen benannte Person - kein Paketdienstleister - die Ware körperlich in Empfang nimmt. Das Bestelldatum und das Bezahldatum spielen keine Rolle. Maßgeblich ist der Warenerhalt, nicht der Vertragsschluss.
Bei einer Bestellung mit mehreren Paketen startet die Frist erst mit dem letzten Paket. Wer also einen Fernseher und eine Soundbar zusammen bestellt, sie aber nacheinander geliefert bekommt, hat 14 Tage ab Eingang des letzten Pakets. Dasselbe gilt bei Teillieferungen: Die Frist beginnt erst mit dem letzten Stück der Lieferung.
Der Widerruf selbst muss nicht begründet werden. Sie müssen MediaMarkt lediglich mitteilen, dass Sie widerrufen - per E-Mail, Brief oder Kontaktformular. Für die Fristwahrung kommt es auf den Absendetag der Erklärung an, nicht darauf, wann sie bei MediaMarkt eingeht (§ 355 BGB).
Was passiert, wenn die Widerrufsbelehrung fehlt?
In diesem Fall verlängert sich die Widerrufsfrist automatisch auf 12 Monate und 14 Tage - nicht auf „unbegrenzt", wie mancherorts behauptet wird. Das ist in § 356 Abs. 4 BGB ausdrücklich geregelt. Bei einem Großhändler wie MediaMarkt kommt das in der Praxis selten vor, aber das Recht existiert: Die Frist läuft erst an, sobald der Händler die Belehrung nachholt.
Damit der Fristablauf klarer wird, zeigt diese Übersicht den typischen Zeitstrahl eines Widerrufs:
- Tag 0 - Bestelldatum
- Vertragsschluss, aber die Widerrufsfrist beginnt noch nicht.
- Tag 4 - Warenerhalt
- Die 14-Tage-Frist startet hier, nicht am Bestelltag.
- Tag 18 - letzter Widerrufstag
- Widerruf muss bis heute abgeschickt sein (Absendedatum entscheidet).
- Tag 32 - letzter Rücksendetag
- 14 Tage nach dem Widerruf muss die Ware abgesendet worden sein (Absendedatum entscheidet, nicht der Eingang beim Händler).
- Ab Tag 18 - Rückzahlung
- 14 Tage ab Widerrufserklärung, aber MediaMarkt darf bis Wareneingang zurückhalten.
Bei Click & Collect beginnt die Frist am Abholtag statt am Liefertag - der Zeitstrahl verschiebt sich entsprechend, die Längen bleiben identisch.
Im Laden gekauft: kein gesetzliches Rückgaberecht
Das gesetzliche Widerrufsrecht gilt nach Paragraf 312g BGB ausschließlich für Fernabsatzverträge - also Käufe online oder per Telefon. Wer im MediaMarkt-Markt vor Ort einkauft und die Ware nicht defekt ist, hat keinen gesetzlichen Anspruch auf Rückgabe. Mit der Zahlung an der Kasse ist der Kauf abgeschlossen.
Die Verbraucherzentrale bestätigt das klar: Im stationären Handel ist jede Rücknahme mangelfreier Ware ausschließlich freiwillige Kulanz des Händlers. Manche gewähren sie, andere nicht. Beim freiwilligen Rückgaberecht darf der Händler auch einen Gutschein statt Bargeld anbieten - was beim gesetzlichen Widerruf nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Kunden zulässig ist.
Ich erlebe in Gesprächen immer wieder, dass Menschen davon ausgehen, 14 Tage Rückgabe sei überall selbstverständlich. Das stimmt für Online-Käufe - im Ladengeschäft ist es ein Irrtum, der teuer werden kann.
Eine wichtige Ausnahme ist Click & Collect: Wer online bestellt und die Ware nur im Laden abholt, hat das volle gesetzliche Widerrufsrecht. Maßgeblich ist nämlich nicht, wo die Ware übergeben wird, sondern wo der Vertrag geschlossen wurde. Eine Online-Bestellung ist ein Fernabsatzvertrag - unabhängig davon, ob das Paket nach Hause kommt oder ob Sie es im Markt abholen.
| Kaufweg | Widerrufsrecht gesetzlich? | Frist | Quelle |
|---|---|---|---|
| Online bei mediamarkt.de | Ja | 14 Tage ab Warenerhalt | § 312g, § 355 BGB |
| Click & Collect (online bestellt, im Laden abgeholt) | Ja | 14 Tage ab Abholtag | vzhh.de; § 312g BGB |
| Im Ladengeschäft (stationär) | Nein | nur Kulanz | Verbraucherzentrale |
Ob und unter welchen Bedingungen MediaMarkt in der Filiale freiwillig Ware zurücknimmt, ist eine Händlerentscheidung, die sich jederzeit ändern kann. Bitte fragen Sie direkt vor Ort - oder klären Sie die Konditionen vor dem Kauf.
Was ist vom Widerruf ausgeschlossen?
Paragraf 312g Abs. 2 BGB zählt 13 Kategorien auf, bei denen kein gesetzliches Widerrufsrecht besteht. Die für Käufe bei MediaMarkt relevantesten Ausnahmen im Überblick:
- Versiegelte Ton- und Videoaufnahmen sowie Software nach Entsiegelung (CD, DVD, Blu-ray, Software-Boxen)
- Individuell angefertigte Waren - zum Beispiel ein nach Kundenwunsch konfigurierter PC oder ein Gerät mit Gravur
- Versiegelte Hygieneartikel nach Entsiegelung (etwa Ohrstöpsel oder In-Ear-Kopfhörer mit Ohrstöpseln, je nach Produktgestaltung)
- Leicht verderbliche Waren mit kurzem Verfallsdatum
Die Hygieneartikel-Ausnahme ist aus meiner Sicht die unklarste: Ob ein In-Ear-Kopfhörer darunter fällt, hängt von der konkreten Produktgestaltung ab - und Händler legen das unterschiedlich aus. Im Zweifel klärt man das vor dem Kauf.
Ein normales Smartphone oder ein Laptop fällt nicht unter diese Ausnahmen. Das bloße Öffnen der Verpackung reicht nicht aus, um das Widerrufsrecht zu verlieren - solange das Gerät selbst nicht versiegelt war und unter die Software-Ausnahme fällt. Sie dürfen die Ware also prüfen wie im Ladengeschäft, ohne dadurch das Rückgaberecht einzubüßen.
Zur Abgrenzung: Auch defekte Ware können Sie innerhalb der Widerrufsfrist zurückgeben - das ist oft der schnellere Weg. Bei einem Mangel steht zusätzlich die Mängelhaftung nach § 437 BGB offen - das sind zwei völlig verschiedene Rechtswege, die ein eigener Ratgeber behandeln sollte.

Der Widerruf ist der erste Schritt - wie er und die folgenden Schritte ablaufen, erklärt der nächste Abschnitt.
So läuft die Online-Retoure ab
Die Retoure läuft in drei Schritten: Widerruf erklären, Ware zurücksenden, Geld zurückbekommen. Was viele dabei überrascht, sind die Details bei Kosten und Rückzahlung - besonders beim Rücksendezeitpunkt und dem gesetzlichen Zurückbehaltungsrecht.
Erster Schritt: den Widerruf erklären. Die Erklärung ist formlos - eine E-Mail, ein Brief oder das Kontaktformular von MediaMarkt genügen. Ein Formular ist nicht vorgeschrieben, auch wenn es als Dokumentation hilfreich ist. Entscheidend ist, dass Sie die Erklärung rechtzeitig absenden: Das Datum des Absendens entscheidet, nicht der Eingang bei MediaMarkt.
Zweiter Schritt: die Ware zurücksenden. Nach der Widerrufserklärung haben Sie 14 Tage Zeit dafür - das regelt § 357 BGB. Die Rücksendekosten tragen Sie selbst, wenn MediaMarkt Sie vor Vertragsschluss ausdrücklich darüber informiert hat. Hat MediaMarkt diese Information nicht erteilt, trägt MediaMarkt die Rücksendekosten.
Bei sperrigen Geräten, die sich nicht per Post zurücksenden lassen - etwa einer Waschmaschine - werden Speditionskosten fällig; auch hier gilt: Wer diese trägt, hängt davon ab, ob der Händler vor Vertragsschluss darüber informiert hatte.
Dritter Schritt: Hinsendekosten und Rückzahlung. Die ursprünglichen Versandkosten muss MediaMarkt erstatten, aber nur den günstigsten Standardtarif. Wer beim Kauf Expressversand gewählt hatte, bekommt lediglich den Standardtarif zurück. Die Rückzahlungsfrist beträgt 14 Tage ab Eingang der Widerrufserklärung - doch hier greift ein wichtiger Punkt, den viele Ratgeber nicht erklären.
MediaMarkt darf die Rückzahlung zurückhalten, bis die Ware beim Händler eingegangen ist oder Sie den Rückversand nachgewiesen haben. Das ist kein Vertragsbruch, sondern ein gesetzlich verankertes Zurückbehaltungsrecht nach § 357 Abs. 4 BGB. Es erklärt, warum das Geld manchmal erst nach dem Eingang der Ware beim Händler überwiesen wird - das Gesetz erlaubt das ausdrücklich.
Beim Zahlungsweg gilt: MediaMarkt muss dasselbe Zahlungsmittel einsetzen, das Sie beim Kauf verwendet haben - Kreditkarte bekommt Kreditkarte, PayPal bekommt PayPal. Einen Gutschein statt Geld darf MediaMarkt beim gesetzlichen Widerruf nicht ohne Ihre Zustimmung anbieten. Wer auf Rückzahlung besteht, hat rechtlich Recht.
Fazit: Online-Käufer sind gut geschützt - im Laden setzt man auf Kulanz
Das Widerrufsrecht beim Online-Kauf ist eines der stärksten Verbraucherrechte überhaupt: 14 Tage, ohne Begründung, mit gesetzlicher Rückzahlungspflicht und klaren Regeln darüber, wer welche Kosten trägt. Als ehemaliger Redakteur habe ich über die Jahre viele Verbraucherthemen begleitet - nur wenige Rechte sind so weitgehend wie dieses. Das freiwillige Rückgaberecht im Ladengeschäft ist dagegen ein Service, kein Anspruch.
Meine Empfehlung: Wenn Sie sich bei einem größeren Elektronikkauf nicht sicher sind, bestellen Sie online statt im Markt. Sie haben dann 14 Tage Zeit, das Gerät in Ruhe zu prüfen - ohne Begründung und ohne Risiko. Wer im Laden kauft, sollte vor dem Kauf klären, welche Kulanzregelung dort gilt. Und: Das Öffnen der Verpackung kostet Sie bei normaler Elektronik das Rückgaberecht nicht.
Fragen und Antworten
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zum MediaMarkt-Rückgaberecht.
Kann ich bei MediaMarkt im Laden gekaufte Ware ohne Angabe von Gründen zurückgeben?
Ein gesetzliches Recht darauf besteht nicht - im stationären Handel gilt das Widerrufsrecht nicht, weil der Kaufvertrag nicht online geschlossen wurde. Ob MediaMarkt in der Filiale freiwillig zurücknimmt, ist eine Kulanzentscheidung des Händlers. Mehr dazu im Abschnitt "Im Laden gekauft: kein gesetzliches Rückgaberecht".
Darf MediaMarkt beim Widerruf einen Gutschein statt Geld anbieten?
Nein - beim gesetzlichen Widerruf muss der Händler das ursprünglich verwendete Zahlungsmittel einsetzen; einen Gutschein darf MediaMarkt nur anbieten, wenn Sie ihn ausdrücklich wünschen. Das regelt Paragraf 357 BGB. Alle Details finden Sie im Abschnitt "So läuft die Online-Retoure ab".
Ich habe online bestellt und im MediaMarkt-Markt abgeholt - gilt das Widerrufsrecht?
Ja - entscheidend ist, wo der Vertrag geschlossen wurde, nicht wo die Ware übergeben wird. Eine Online-Bestellung ist ein Fernabsatzvertrag nach Paragraf 312g BGB, sodass die 14-Tage-Frist ab dem Tag der Abholung läuft. Schauen Sie dazu in den Bereich "Im Laden gekauft: kein gesetzliches Rückgaberecht".
