Seit dem Brexit ist England zollrechtlich ein Drittland - wer ein Paket schickt, muss eine Zollinhaltserklärung (CN22 oder CN23) ausfüllen, genau wie für die Schweiz oder China.
Das Porto überrascht viele: Ein Brief nach England kostet 1,25 Euro - exakt dasselbe wie nach Frankreich, Australien oder in die USA. Bei Paketen hingegen landet England in DHL-Zone 2, nicht Zone 1 wie die EU-Länder. Zollstatus, nicht Entfernung entscheidet
Dieser Artikel trennt beide Stränge klar voneinander: was der Absender in Deutschland zu tun hat, und was beim Empfänger in England passiert.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
- Brief nach England: 1,25 Euro Standardbrief - gleich viel wie nach Australien oder China
- DHL Päckchen nach England: ab 8,99 Euro (Päckchen XS) - Zone 2, teurer als EU
- Seit Brexit Pflicht: CN22 oder CN23 für alle Warensendungen - der Absender füllt aus
- Zollfrei für den Empfänger: bis £135 Warenwert kein britischer Zoll
- Geschenk bis £39: auch keine britische Mehrwertsteuer
Die folgenden Abschnitte erläutern Porto, Paketpreise und Zollpflichten - mit konkreten Zahlen aus Primärquellen der Deutschen Post und DHL.
Das Briefporto gilt weltweit einheitlich, die Paketpreise staffeln nach Zollzonen - und die Zollpflicht gilt seit 2021 für alle Warensendungen nach England.
Briefporto nach England 2026
Ein Standardbrief nach England kostet 1,25 Euro - derselbe Preis wie nach Frankreich, Australien oder in die USA. Die Deutsche Post berechnet für Brief International weltweit einheitliche Tarife (Stand 01.01.2026): Es gibt keinen Europa-Satz und keinen Drittland-Aufschlag. Ein Brief nach England ist beim Porto kein Sonderfall - das überrascht viele, die nach dem Brexit einen Aufschlag erwartet haben.
| Format | Gewicht | Maße (max.) | Preis |
|---|---|---|---|
| Standardbrief | bis 20 g | 235 × 125 × 5 mm | 1,25 € |
| Kompaktbrief | bis 50 g | 235 × 125 × 10 mm | 1,80 € |
| Großbrief | bis 500 g | 353 × 250 × 20 mm | 3,30 € |
| Maxibrief | bis 1.000 g | 353 × 250 × 50 mm | 6,50 € |
| Maxibrief | 1.001-2.000 g | L+B+H ≤ 900 mm | 17,00 € |
| Einschreiben (Aufschlag) | - | - | +3,70 € |
Die Deutsche Post rechnet Brief International nach dem Weltpostverein-Prinzip: eine weltweite Zone, ein weltweiter Tarif. Entfernung und Zollstatus spielen dabei keine Rolle. Wer ein Einschreiben schickt, zahlt auf jeden dieser Tarife 3,70 Euro Aufschlag einheitlich - ob der Brief nach England oder nach Neuseeland geht.
Was darf in einen Brief nach England?
Brief International ist ausschließlich für Dokumente - schriftliche, gezeichnete, gedruckte oder digitale Mitteilungen. Wer Briefmarken, Münzen oder andere Gegenstände einlegt, muss die Sendung als Päckchen oder Paket aufgeben, nicht als Brief. Das ist keine Brexit-Regel, sondern eine Produktbedingung der Deutschen Post, die für alle Länder gilt.
Für England kommt nach dem Brexit ein weiterer Grund dazu: Wer Waren schickt, braucht ein Zollformular - und das gibt es nur beim Paket oder Päckchen, nicht beim Brief. Wer Gegenstände nach England verschickt, muss deshalb auf den Brief verzichten, selbst wenn das Gewicht passen würde.
Ein Standardbrief nach England darf bis zu 20 Gramm wiegen und nicht größer sein als 235 × 125 × 5 mm. Wer schwerere oder dickere Schriftstücke verschickt, wählt den Kompaktbrief (bis 50 g, bis 10 mm dick) oder den Großbrief (bis 500 g, bis 20 mm dick). Der Maxibrief schließlich erlaubt bis zu zwei Kilogramm und gilt für alle Länder einheitlich bei 17,00 Euro - sofern die Summe aus Länge, Breite und Höhe 900 mm nicht überschreitet.
DHL Paket nach England: Preise und Zonen
Seit dem Brexit-Vollzug zum 1. Januar 2021 gilt England als Drittland. DHL hat das Vereinigte Königreich daraufhin in Zone 2 eingruppiert - zusammen mit der Schweiz. Das bedeutet: Ein Päckchen XS nach England kostet online laut DHL-Preisliste Stand 01.07.2025 8,99 Euro statt 6,99 Euro wie nach Frankreich. Zone 2 ist die Drittland-Kategorie - nicht die Entfernung entscheidet, sondern der Zollstatus.
| Produkt | England Zone 2 | EU-Land Zone 1 |
|---|---|---|
| Päckchen XS (bis 2 kg) | 8,99 € | 6,99 € |
| Päckchen M (bis 2 kg) | 15,49 € | 10,49 € |
| Paket 2 kg | 19,49 € | 14,49 € |
| Paket 5 kg | 26,99 € | 17,49 € |
| Paket 10 kg | 34,99 € | 22,49 € |
| Paket 20 kg | 48,99 € | 28,49 € |
| Paket 30 kg | 62,99 € | 45,49 € |
Diese Preise gelten für die Onlinefrankierung; in der Filiale wird es teurer. Wer das Paket nicht selbst aufgibt, kann es abholen lassen: Das kostet 3,00 Euro Aufpreis, ab vier Sendungen im Warenkorb entfällt die Gebühr. Die Standard-Transportversicherung gilt bis 500 Euro; Höherversicherung bis 5.000 Euro kostet ab 14,00 Euro Aufpreis. Zu konkreten Laufzeiten für DHL Paket nach England gibt es keine belastbare offizielle Angabe - wer darauf angewiesen ist, fragt am besten direkt bei DHL nach.
Zoll nach England: Was seit dem Brexit gilt
Wer Waren nach England schickt, muss als Absender eine Zollinhaltserklärung ausfüllen - das war vor dem Brexit nicht nötig. Seit dem 1. Januar 2021 ist das Vereinigte Königreich kein EU-Mitglied mehr, die Freiverkehrszone für Waren ist aufgehoben. Alle nach UK gesendeten Sendungen werden ohne Ausnahme zollrechtlich geprüft, wie die britische Behörde gov.uk festhält; nicht regelkonforme Waren können beschlagnahmt werden.
Das Zollformular befestigt der Absender außen an der Sendung, bevor er sie aufgibt. Als ich nach dem Brexit das erste Päckchen nach England schickte, war ich überrascht, wie schnell das CN22-Formular ausgefüllt war - deutlich weniger Aufwand als viele befürchten.
CN22 oder CN23: Was der Absender ausfüllt
Das entscheidende Detail steckt im Formulartyp: Laut DHL-Zollinformationen gilt CN22 für Waren bis 300 SZR (ca. 350 Euro), CN23 für Waren darüber. Die Grenze bestimmt nicht nur das Formular, sondern auch den möglichen Aufgabeweg - und das ist die wichtigste Praxisinformation für viele Versender: CN23 gibt es nur online, am Filialschalter scheidet die Frankierung in diesem Fall aus.

Wer CN22 ausfüllt, trägt folgende Angaben in Druckbuchstaben ein: vollständige Beschreibung des Inhalts (nicht „Diverses" oder „Geschenk", sondern z. B. „Strickpulli aus Baumwolle"), Gewicht, Warenwert in der Originalwährung, und ob es sich um ein Geschenk, einen Kauf oder eine Warenrücksendung handelt. Falsche oder unvollständige Angaben führen laut DHL zur Rücksendung der Sendung - auf Kosten des Absenders. Das ist kein bürokratisches Kleingeld, sondern ein echter Rücksendegrund, der Pakete tagelang aufhält.
- CN22 - für Waren bis 300 SZR (ca. 350 €): kompaktes Etikett, außen auf die Sendung kleben, auch am Schalter möglich
- CN23 - für Waren über 300 SZR: ausführlicheres Formular; ausschließlich über DHL Onlinefrankierung erstellbar - am Schalter nicht möglich
- Angaben in Druckbuchstaben, lateinische Schrift, vollständige Beschreibung des Inhalts und des Werts
- Falsche oder unvollständige Angaben führen laut DHL zur Rücksendung der Sendung - auf Kosten des Absenders
- DHL Onlinefrankierung übernimmt CN22/CN23 automatisch aus den eingetragenen Sendungsdaten
Der Absender füllt das Formular aus - nicht der Empfänger. Nach meiner Erfahrung ist die Onlinefrankierung für das erste Paket nach England die klügere Wahl: Das System übernimmt das Formular, druckt es mit und vermeidet Eingabefehler. Wer regelmäßig nach England schickt, legt sich ein Login an und verwaltet alles dort.
Was der britische Empfänger zahlt
Bis £135 Warenwert fällt in Großbritannien kein Zoll an. Geschenke von Privatpersonen an Privatpersonen bis £39 sind auch von der britischen Mehrwertsteuer befreit. Das ist die relevante Planungsgröße für den Absender: Pakete unter £135 kommen ohne britischen Zoll an - Geschenke unter £39 bleiben auch mehrwertsteuerfrei beim Empfänger.
Über £135 kommen Zoll und britische Mehrwertsteuer hinzu; der genaue Satz hängt von der Warenart ab. Das hält gov.uk in der Übersicht zu Steuern und Abgaben für eingehende Sendungen fest. Für den Absender bedeutet das: Wer den Wert seiner Sendung kennt, kann den Empfänger gezielt informieren, ob Mehrkosten zu erwarten sind.
Nordirland hat eine Sonderregelung: Waren, die als gefährdet eingestuft werden, in die EU einzutreten, unterliegen dort EU-Zollsätzen statt UK-Sätzen. Für die meisten Privatsendungen spielt das keine Rolle; wer regelmäßig nach Nordirland schickt, klärt die Einordnung seiner Ware vorab beim britischen Zoll.
Für den Absender in Deutschland ergibt sich aus den Freigrenzen eine klare Faustregel: Wer ein Geburtstagspaket oder ein kleines Geschenk verschickt, das unter £39 liegt, muss dem Empfänger keine Mehrkosten befürchten. Wer etwas Höherwertiges schickt - etwa einen gebrauchten Laptop oder Kleidung im Wert von mehreren hundert Pfund - sollte den Empfänger vorwarnen, dass britischer Zoll anfallen kann. Wie hoch der ausfällt, hängt von der Warenart ab und lässt sich vorab auf den Seiten des britischen Zolls prüfen.
Typische Fehler beim Versand nach England
In der Praxis sehe ich immer wieder, dass dieselben Fehler gemacht werden - oft aus Unkenntnis der neuen Regeln. Diese Liste fasst die häufigsten Probleme seit Brexit-Vollzug zusammen:
- Waren in einem Brief versenden: Brief International ist für Dokumente, nicht für Waren - und seit dem Brexit fehlt beim Brief auch das nötige Zollformular. Wer Gegenstände schickt, muss Päckchen oder Paket wählen.
- CN23 am Schalter aufgeben wollen: Das funktioniert nicht. Wer Waren über ca. 350 Euro Wert schickt, kommt an der DHL Onlinefrankierung nicht vorbei.
- Inhalt unvollständig beschreiben: „Kleidung" reicht nicht - die britische Zollabfertigung will wissen, was genau und zu welchem Wert. Unklare Angaben können zur Rücksendung führen.
- Warenwert zu niedrig angeben: Absichtlich zu tief bewertete Sendungen gelten als Verstoß gegen die Zollvorschriften. Die Folge ist im besten Fall eine Nachforderung beim Empfänger, im schlechteren Fall eine Beschlagnahme.
- Gefahrgut nicht prüfen: Lithiumbatterien, Parfüm, Spraydosen und Nagellack zählen im internationalen Versand als Gefahrgut und dürfen nicht oder nur eingeschränkt verschickt werden - das gilt unabhängig vom Zielland.
Wer die Onlinefrankierung nutzt, umgeht die meisten dieser Fehler automatisch: Das System führt durch die Angaben, erzeugt das richtige Formular und weist auf Verbotsgut hin.
Fazit: England bleibt einfach - wenn man zwei Dinge kennt
Das Briefporto nach England ist keine Überraschung: 1,25 Euro für den Standardbrief, weltweit einheitlich. Der Brexit hat daran nichts geändert - der Tarif war schon vorher identisch mit dem für Australien oder die USA.
Anders sieht es bei Paketen aus. England sitzt in DHL-Zone 2, und das macht einen deutlich spürbaren Preisunterschied gegenüber EU-Ländern in Zone 1 - nicht aus geografischen Gründen, sondern weil Zone 2 die Drittland-Kategorie ist. Wer das weiß, plant realistischer. Und wer CN22 und CN23 einmal ausgefüllt hat, hat das Prinzip verstanden: Es ist dasselbe Verfahren wie für die Schweiz oder China.
Meine Einschätzung als jemand, der seit Jahrzehnten Postsendungen schickt und empfängt: Der Brexit hat den Briefverkehr nicht teurer gemacht, aber aufwendiger. Der Lernaufwand für das Zollformular ist einmalig und überschaubar - danach läuft es, besonders wenn man die Onlinefrankierung routinemäßig nutzt. Die £135-Grenze gibt dabei echte Planungssicherheit: Kleine Pakete kommen ohne Zollbelastung beim Empfänger an.
Fragen und Antworten
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um den Versand nach England.
Was kostet ein Brief nach England 2026?
Ein Standardbrief bis 20 Gramm kostet 1,25 Euro - der gleiche Preis wie nach Frankreich, Australien oder in die USA, denn die Deutsche Post berechnet weltweit einheitliche Tarife ohne Drittland-Aufschlag. Mehr dazu lesen Sie im Abschnitt "Briefporto nach England 2026".
Brauche ich seit dem Brexit ein Zollformular, wenn ich ein Paket nach England schicke?
Ja, für alle Warensendungen: bis ca. 350 Euro Warenwert genügt CN22, darüber ist CN23 erforderlich, das ausschließlich über DHL Onlinefrankierung erstellt werden kann - am Schalter nicht möglich. Reine Dokumentenbriefe sind ausgenommen. Details stehen im Abschnitt "CN22 oder CN23: Was der Absender ausfüllt".
Zahlt der Empfänger in England immer Zoll?
Nicht automatisch: Bis £135 Warenwert fällt kein britischer Zoll an, und Geschenke bis £39 sind auch von der britischen Mehrwertsteuer befreit. Zoll fällt erst ab £135 an; Mehrwertsteuer gilt für Geschenke bereits ab £39. Mehr dazu finden Sie im Bereich "Was der britische Empfänger zahlt".
