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Briefmarken aufkleben: Position, Porto und die häufigsten Fehler

Die Briefmarke kommt oben rechts - das klingt nach einer einfachen Sache. Doch beim Frankieren lauern falsches Porto und Tesafilm: beides sehe ich in der Praxis regelmäßig auf Sendungen, bei denen genau das schiefläuft.

Auf dieser Seite erkläre ich Ihnen, wo die Marke exakt hingehört, wie Sie das richtige Porto ermitteln, was bei Mehrfachfrankierungen gilt - und warum Tesafilm eine schlechte Idee ist, die Ihre Sendung sofort ungültig macht.

Auf einen Blick

  • Briefmarke immer auf der Vorderseite, die Position oben rechts ist Pflicht - Sortiermaschinen suchen exakt dort.
  • Das Porto ergibt sich aus Format und Gewicht kombiniert, nicht nur aus dem Gewicht allein.
  • Tesafilm über einer Marke macht sie sofort postungültig, kein Stempel haftet auf dem Klebeband.
Briefmarke aufkleben: Briefumschlag mit Marke oben rechts

Wo gehört die Briefmarke hin?

Die Antwort klingt einfach, hat aber einen technischen Hintergrund, der mehr erklärt als „Tradition": die Frankierzone ist kein dekorativer Konvention, sondern ein maschinell definierter Bereich.

Oben rechts - die Standard-Position

Die Briefmarke gehört auf die Vorderseite des Umschlags, in die obere rechte Ecke - das ist die offizielle Frankierzone der Post. Laut den Frankierungshinweisen der Deutschen Post ist das der einzig zulässige Platz. Ein optischer Abstand von etwa einem Zentimeter zu den Rändern ist empfehlenswert, damit die Marke beim Durchlaufen der Sortieranlage nicht beschädigt wird - eine gesetzlich vorgeschriebene Millimeter-Pflicht existiert jedoch nicht.

Warum gerade dort - Sortiermaschinen und Matrixcode

Die Briefzentren der Deutschen Post arbeiten mit Sortiermaschinen, die mechanisch exakt auf die rechte obere Ecke kalibriert sind. Dort suchen die Lesegeräte nach dem Frankierbeleg und setzen den Entwertungsstempel. Seit Februar 2021 enthält jede neue Briefmarke zusätzlich einen individuellen Matrixcode, der in den Postzentren elektronisch erfasst wird. Die Maschinen scannen diesen Code ebenfalls in der Frankierzone rechts oben.

Was passiert bei falscher Platzierung

Klebt die Marke an einer unerwarteten Stelle - etwa unten links oder auf der Rückseite - kann die Sortiermaschine sie weder entwerten noch den Matrixcode auslesen. Die Sendung wird dann maschinell ausgesteuert und manuell nachbearbeitet. Das verzögert die Zustellung spürbar und kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Sendung dem Empfänger mit Nachporto-Forderung zugestellt wird.

Das richtige Porto finden

Das Porto hängt nie allein vom Gewicht ab - Format und Dicke sind ebenso entscheidend. Ein A4-Bogen, gefaltet und in einen Standardumschlag gesteckt, kann schnell mehr kosten als erwartet, wenn die Maße in eine höhere Kategorie fallen.

Standardbrief, Kompaktbrief, Großbrief, Maxibrief

Die Deutsche Post unterscheidet vier Briefkategorien nach Maß, Dicke und Gewicht. Entscheidend ist, dass alle drei Parameter gleichzeitig eingehalten werden müssen - überschreitet der Brief auch nur ein Kriterium, gilt die nächsthöhere Stufe.

Porto-Übersicht Inland und Ausland, Stand 04/2026
SendungsartMax. GewichtMax. Format (L x B x H)Porto InlandPorto Ausland
Postkarte-bis 23,5 x 12,5 cm0,95 €1,25 €
Standardbrief20 gbis 23,5 x 12,5 x 0,5 cm0,95 €1,25 €
Kompaktbrief50 gbis 23,5 x 12,5 x 1,0 cm1,10 €1,80 €
Großbrief500 gbis 35,3 x 25,0 x 2,0 cm1,80 €3,30 €
Maxibrief1.000 gbis 35,3 x 25,0 x 5,0 cm2,90 €6,50 €

Quellen: Versandlexikon Briefporto 2026 und Deutsche Post Briefe und Postkarten. Die Porto-Preise für das Inland wurden zum 1. Januar 2025 angehoben und sind laut Bundesnetzagentur-Beschluss bis Ende 2026 festgeschrieben. Für das Ausland gilt ein weltweiter Einheitstarif - keine separate EU-Kategorie.

Postkarten-Porto

Eine Standardpostkarte kostet im Inland 0,95 Euro - identisch mit dem Standardbrief-Porto. Im Ausland fallen 1,25 Euro an, ebenfalls gleich dem Standardbrief-Tarif. Eine Urlaubspostkarte ins Ausland kostet damit denselben Betrag wie ein Brief mit einem Blatt Inhalt.

Auslandsporto

Beim Versand ins Ausland gibt es keine separate EU-Kategorie. Die Deutsche Post berechnet weltweit einheitliche Auslandstarife, egal ob der Brief nach Wien oder nach Tokio geht. Die Werte in der Tabelle oben gelten damit für alle Ziele außerhalb Deutschlands.

Mehrere Briefmarken kombinieren

Mehrfachfrankierungen sind grundsätzlich erlaubt - aber nicht ohne Regeln. Marken übereinander und Tesafilm erlebe ich auf Tauschtagen und in der Beratung immer wieder als die typischen Fehler - dazugemischt gelegentlich noch eine Internetmarke.

Mehrfachfrankierung - wann sinnvoll

Haben Sie keine passende Einzelmarke für ein höheres Porto, können Sie mehrere Marken kombinieren. Sinnvoll ist das dann, wenn sich der Gesamtwert der Marken genau auf den nötigen Porto-Betrag addiert. Eine Unterfrankierung - also zu wenig Porto auf dem Brief - ist in jedem Fall zu vermeiden, weil der Empfänger dann Nachporto zahlt.

Reihenfolge und Abstand auf dem Umschlag

Mehrere Marken müssen nebeneinander in der Frankierzone platziert werden, ohne sich zu überlappen. Überlappende Marken verdecken die Matrixcodes und Stempelflächen gegenseitig. Die Sortiermaschinen können dann weder entwerten noch scannen. Es gibt keine Vorschrift zur Wert-Reihenfolge - die Post hat keine Regelung, in welcher Reihenfolge die Werte nebeneinander kleben müssen.

Klaus-Weber-Hinweis: Motive nebeneinander, nicht übereinander

Aus philatelistischer Sicht empfehle ich immer, unterschiedliche Motive sauber nebeneinander zu kleben. Ein klares, sauberes Stempelbild auf einer ordentlichen Mehrfachfrankierung ist für Sammler ein echtes Qualitätsmerkmal. Ein Beleg, bei dem Sie die Motive noch vollständig erkennen, ist philatelistisch interessanter als ein wild übereinandergestapelter Klebezettel-Haufen.

Falls Sie sich für Sondermarken als Frankiermittel interessieren, lohnt sich ein Blick auf seltene Briefmarken - manche Ausgaben sind als Frankiermittel und Sammlerstück gleichzeitig interessant.

Wann Mehrfachfrankierung nicht funktioniert

  1. Wenn klassische Briefmarken mit selbst ausgedruckten Internetmarken auf demselben Umschlag gemischt werden - Mischfrankierungen sind verboten.
  2. Wenn Marken übereinander kleben und dabei Matrixcodes verdeckt werden.
  3. Wenn Marken mit Tesafilm fixiert wurden - das macht die Frankierung sofort postungültig, weil die Stempelfarbe auf Klebeband nicht haftet.

So klebt die Marke sauber

Der praktische Teil ist weniger trivial als er klingt. Gummierte Marken richtig zu benetzen ist eine kleine Kunst, und selbstklebende Marken haben eigene Tücken. Ich gehe kurz auf beide Typen ein.

Selbstklebende Marken

Moderne selbstklebende Briefmarken werden auf Trägerfolie oder als Rollenmarken verkauft. Sie können direkt und ohne Feuchtigkeit auf den Umschlag aufgebracht werden. Wichtig ist, dass die Marke plan und ohne Luftblasen aufgedrückt wird, damit sie später nicht an den Rändern abhebt und im Sortiergang verloren geht.

Gummierte Marken - Nassfilm oder Schwamm

Bei klassischen gummierten Marken reicht ein feiner Nassfilm völlig aus. Entweder ein kleiner feuchter Schwamm oder die Fingerspitze mit wenig Feuchtigkeit - das intensive Ablecken ist nicht notwendig. Zu viel Wasser ist tatsächlich schädlich: überschüssige Feuchtigkeit wäscht den Kleber ab und wellt den Umschlag. Ein leicht feuchter, gleichmäßiger Auftrag genügt vollkommen.

Was tun bei durchgeweichten Marken

Wenn eine Marke zu viel Feuchtigkeit abbekommen hat und sich beim Trocknen vom Umschlag löst, gibt es nur eine sinnvolle Reaktion: die Marke tauschen. Den Bereich trocknen lassen, eine neue Marke ordentlich aufbringen. Tesafilm als Reparaturmittel ist keine Option - die Post entwertet Tesafilm-gesicherte Marken nicht, weil der Stempel auf dem Klebeband nicht haftet. Die Sendung wäre ungültig frankiert.

Matrixcode, Handyporto, Internetmarke

Das physische Aufkleben einer Briefmarke ist nicht mehr der einzige Weg, Porto nachzuweisen. Drei Alternativen haben denselben Platz eingenommen: alle landen oben rechts auf dem Umschlag - nur die Form unterscheidet sich.

Matrixcode-Briefmarke - was verändert sie

Seit Februar 2021 trägt jede neue Briefmarke der Deutschen Post einen individuellen digitalen Matrixcode am Rand. Dieser Code wird in den Briefzentren elektronisch erfasst und verhindert, dass eine bereits verwendete Marke ein zweites Mal genutzt wird. Zusätzlich ermöglicht der Code ein Basis-Tracking per App: der grobe Sendungsstatus ist per Code-Scan abrufbar. Am Aufklebe-Vorgang selbst ändert der Matrixcode nichts - die Marke kommt weiterhin oben rechts.

Handyporto per SMS - Position statt Aufkleben

Haben Sie keine Briefmarke zur Hand, können Sie über die App der Deutschen Post einen Code anfordern. In diesem Fall wird keine physische Marke aufgeklebt - stattdessen schreiben Sie mit einem dunklen Stift das Wort #PORTO und darunter den alphanumerischen Code genau dorthin, wo normalerweise die Briefmarke sitzt: oben rechts auf die Vorderseite. Die Lage ist dieselbe, das Mittel ist ein anderes. Mehr zur Funktionsweise erklärt paketda.de zum Thema Handyporto.

Internetmarke selbst drucken

Die Internetmarke ersetzt die klassische Briefmarke vollständig: sie wird zu Hause ausgedruckt und ebenfalls oben rechts auf den Umschlag aufgebracht. Eine Kombination von gedruckter Internetmarke und klassischer Briefmarke auf demselben Umschlag ist jedoch nicht erlaubt - Mischfrankierungen sind grundsätzlich verboten. Das gilt auch dann, wenn der Gesamtwert beider Frankierungen rechnerisch stimmt.

Fazit: Oben rechts, ausreichend Porto, sauber geklebt

Die drei Grundregeln beim Frankieren sind simpel: Marke oben rechts auf die Vorderseite, Porto passend zu Format und Gewicht wählen, und sauber kleben ohne Tesafilm. Diese drei Punkte beachtet, kommt eine Sendung in der Regel problemlos durch.

Einen Satz noch zum Tesafilm-Verbot: ich erlebe regelmäßig, dass gut gemeinte Notlösungen die Sendung ungültig machen. Eine frische Marke kostet weniger als Nachporto und Verzögerung zusammen.

Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Frankieren und Aufkleben von Briefmarken.

Wo genau gehört die Briefmarke hin?

Die Briefmarke kommt auf die Vorderseite des Umschlags, in die obere rechte Ecke. Diese Zone ist auf die Sortiermaschinen der Deutschen Post ausgerichtet - dort suchen die Lesegeräte nach dem Frankierbeleg.

Ein optischer Abstand von etwa einem Zentimeter zu den Rändern schützt die Marke vor Beschädigungen im Sortiergang. Mehr dazu im Abschnitt „Wo gehört die Briefmarke hin?".

Was, wenn ich mehrere Briefmarken kleben will?

Mehrfachfrankierungen sind erlaubt, solange die Marken nebeneinander - nicht übereinander - kleben und der Gesamtwert dem benötigten Porto entspricht. Tesafilm und Mischfrankierungen mit Internetmarken sind in jedem Fall verboten. Details finden Sie im Bereich „Mehrere Briefmarken kombinieren".

Darf ich die Briefmarke auf der Rückseite aufkleben?

Nein. Eine Marke auf der Rückseite wird von der Sortiermaschine nicht erkannt und gilt daher als nicht korrekt frankierte Sendung.

Die Zustellung verzögert sich durch manuelle Nachbearbeitung erheblich und kostet Zeit. Im schlimmsten Fall wird Nachporto erhoben.

Wie viel Porto brauche ich für einen Standardbrief?

Ein Standardbrief kostet aktuell 0,95 Euro (Stand 04/2026). Er darf maximal 20 Gramm wiegen und die Standardbrief-Maße nicht überschreiten: 23,5 x 12,5 x 0,5 cm.

Sind Format oder Gewicht darüber, gilt die nächsthöhere Portostufe. Die vollständige Tabelle finden Sie im Abschnitt „Das richtige Porto finden".

Was passiert, wenn das Porto nicht ausreicht?

Unterfrankierte Sendungen gehen in der Regel mit einer Nachporto-Forderung an den Empfänger. Im schlimmsten Fall verweigert der Empfänger die Annahme. Zu wenig Porto kostet am Ende mehr als das korrekte Porto von Anfang an.

Gelten alte D-Mark-Briefmarken noch?

Nein. Gültig für den heutigen Postversand sind nur Briefmarken mit Aufdruck „Deutschland", die ab 2002 herausgegeben wurden, sowie die Doppelnominale aus 2000 und 2001 (Pfennig- und Euro-Wert aufgedruckt).

Ältere D-Mark-Marken aus den 1990er Jahren und früher sind als Frankiermittel wertlos. Ob solche Marken einen philatelistischen Sammlerwert haben, hängt von Zustand, Ausgabe und Seltenheit ab.

Klaus Weber
Klaus Weber

Mit den DDR-Marken aus dem Album meines Großvaters bin ich als Kind zum ersten Mal mit Briefmarken in Berührung gekommen. Über die Jahrzehnte habe ich gesehen, wie Erben und Sammler oft an Hype und Halbwissen scheitern. Daher freue ich mich, meine Erfahrung als langjähriger Sammler bei briefmarkenmesse-essen.de einbringen zu dürfen.