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Deutsche Kolonien: Briefmarken der Schutzgebiete 1886-1919

Deutsche Kolonialmarken dokumentieren zehn Postgebiete – Kamerun, Togo, Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika, Kiautschou und weitere Schutzgebiete von 1884 bis 1919 – mit je rund 30 bis 40 Michel-Hauptnummern und eigenständigen Ausgabeserien.

Bei Catawiki finden Sie regelmäßig kuratierte Auktionslose zur Kaiseryacht-Dauerserie Mi.-Nr. 6–22, zu seltenen Ortsstempel-Raritäten aus Deutsch-Ostafrika und Kiautschou sowie zu Einstiegsware aus allen zehn Schutzgebieten.

Aktuelle Marken entdecken

Diese Seite zeigt, welche Ausgaben Sammler kennen sollten, wo Wertmerkmale und Fälschungsfallen liegen, welche Überdruck-Varianten besonders selten sind und in welcher Preislage Sie heute einsteigen können.

Auf einen Blick

  • Zehn Postgebiete unter der Reichspost, abgeschlossen mit dem Versailler Vertrag 1919 - ein historisch klar begrenztes Sammelgebiet.
  • Die Kaiseryacht-Serie ab 1900 ist das verbindende Motiv aller Kolonien; Pfennig-Werte sind noch heute gunstig, Mark-Werte postfrisch seltener.
  • Wertbestimmend sind oft seltene Ortsstempel kleiner Postagenturen, nicht die Marke selbst - das unterscheidet Kolonialphilatelie von anderen deutschen Gebieten.
Sammleralbum mit Briefmarken der deutschen Kolonien, Lupe und Pinzette

Schnellfakten: Deutsche Kolonien im Überblick

Alle zehn Schutzgebiete unterstanden der kaiserlichen Reichspost aus Berlin - ein zentralisiertes System, das die einheitliche Kaiseryacht-Serie ermöglichte und alle Gebiete philatelistisch eng miteinander verbindet.

Schnellfakten: Briefmarken der Deutschen Kolonien 1886-1919
Postverwaltung / StaatReichspost (Deutsche Auslandspostamter und Schutzgebiete) Borek-Fachartikel
Erstes Ausgabejahr1886 (Vorlaufer), ab 1897 eigene Aufdrucke
Letztes AusgabejahrVersailler Vertrag (Zäsuren durch Besetzung ab 1914) Wikipedia: Kaiseryacht-Serie
Umfangca. 30-40 Hauptnummern pro Gebiet (Michel-Katalog)
Bekannteste AusgabeKaiseryacht SMS Hohenzollern (1900-1919)
Typischer Einstiegspreis5-15 EUR (Kaiseryacht Pfennig-Werte, gestempelt)
Katalog-ReferenzMichel Deutschland-Spezial, Band 1
Spezial-GebieteVorlaufer-Stempel, Schiffspost, alliierte Besetzungsausgaben (ArGe Deutsche Kolonien)

Geschichte und Postverwaltung der deutschen Schutzgebiete

Mit der Errichtung der deutschen Schutzgebiete in den 1880er Jahren öffneten erste Postagenturen - zunächst ohne eigenes Markenmaterial. Bis 1897 wurden reguläre Reichspost-Marken als Vorlaufer an den Kolonialschaltern verkauft, erkennbar heute nur noch am Ortsstempel der jeweiligen Postagentur.

Kiautschou nahm eine Sonderstellung ein: Das 1898 gepachtete Gebiet in China wurde politisch separat behandelt, philatelistisch jedoch den Kolonien zugerechnet. Das Postwesen aller zehn Gebiete organisierte die kaiserliche Reichspost aus Berlin - ein zentralisierter Ansatz, der die einheitliche Kaiseryacht-Serie von 1900 erklärlich macht.

Die drei Hauptzasuren im Sammelgebiet

Das Gebiet gliedert sich philatelistisch in drei klar abgegrenzte Phasen, die fur Sammler unterschiedliche Schwerpunkte bilden.

Die erste Phase (1897-1899) brachte Aufdrucke auf Reichspost-Marken: Krone-Adler-Marken wurden in Berlin mit einem diagonalen Kolonie-Namen versehen. Diese Aufdruckausgaben sind heute gefragte Klassiker, gleichzeitig das Hauptjagdgebiet fur Falschungen.

Ab 1900/1901 folgte die einheitliche Kaiseryacht-Serie, die in allen Kolonien ausgegeben wurde, teils mit angepassten Wahrungen. In Deutsch-Ostafrika rechnete man in Pesa und spater Heller, in Kiautschou in Cents - die Wahrungsanpassungen je Kolonie sind ausführlich in der Wikipedia-Dokumentation zur Kaiseryacht-Briefmarkenserie belegt.

Ab 1914/1915 besetzten alliierte Truppen die Kolonien. Erbeutete deutsche Bestande wurden mit neuen Aufdrucken versehen - etwa „G.E.A." fur German East Africa oder franko-britische Aufdrucke in Togo und Kamerun. Der Versailler Vertrag beendete das Sammelgebiet als historische Einheit formal.

Falls Sie sich fur die überlappende Geschichte der Deutschen Auslandspostamter in China interessieren, lohnt sich auch die China-Philatelie - die Kiautschou-Ausgaben schneiden sich historisch und philatelistisch eng mit den dortigen Ausgaben wahrend des Boxeraufstands. Kiautschou verbindet beide Sammelgebiete auf besonders enge Weise.

Typische Ausgaben: Von den Vorläufern zur Kaiseryacht

Das Markenspektrum der deutschen Kolonien ist überschaubarer als beim Deutschen Reich, aber durch Wasserzeichen-Varianten, Wahrungsanpassungen und Kriegsdrucke weit mehr in die Tiefe gehend als es die reinen Nummernzahlen vermuten lassen.

Vorlaufer und Aufdruckausgaben (1886-1899)

Als erste dem Sammler zuordenbare Stufe gelten Reichspost-Marken mit Kolonialstempel und spater die diagonalen Namensaufdrucke auf Krone-Adler-Marken. Ein „APIA" (Samoa) oder „DARESSALAM" (Deutsch-Ostafrika) auf einer regulären Reichspost-Marke im Originalzustand trennt den Vorlaufer vom normalen Reichspost-Stück. Die Faustregel aus meiner Beratungserfahrung: Eine schone Marke ohne klaren Kolonialstempel ist philatelistisch eine Reichspost-Marke - nichts mehr.

Kaiseryacht ohne Wasserzeichen (1900-1905)

Die erste Kaiseryacht-Auflage zeigt die kaiserliche Jacht SMS Hohenzollern II. Pfennig-Werte erschienen im kleinen Hochformat, Mark-Werte im großen Querformat. Wasserzeichenfreies Papier der Erstauflage ist das Erkennungsmerkmal dieser Phase - bei gestempelten Marken oft nur mit Waschbenzin oder optischen Hilfsmitteln zu prüfen.

Kaiseryacht mit Wasserzeichen (ab 1905)

Ab 1905 stellte die Reichsdruckerei auf das Rauten-Wasserzeichen (WZ 1) um. Diese zweite Auflage ist in Einsteiger-Sammlungen häufiger und bei Standardwerten preiswerter zu beschaffen. Die Unterscheidung zwischen erster und zweiter Auflage ist bei gestempelten Marken der klassische Anfangerfehler - und ein häufiger Bewertungsirrtum bei Nachlasssammlungen.

Raritäten und Top-Stücke der deutschen Kolonialphilatelie

Die begehrtesten Stücke der Kolonialphilatelie konzentrieren sich auf zwei Bereiche: die frühen Kiautschou-Provisorien und seltene Abstempelungen kleiner Postagenturen im Landesinneren. Beide Kategorien wechseln fast ausschliesslich über spezialisierte Auktionen den Besitzer.

Raritäten und Spitzenstucke der deutschen Kolonialmarken
AusgabeBesonderheitDokumentierter ZuschlagQuelle
Kiautschou 5 Pfg auf 10 Pfg (Mi. 1 I)Diagonaler Aufdruck „China", ohne den blauen Buntstiftstrich, Type 1Mittlere vierstellige Betrage bei spezialisierten AuktionenWikipedia: Kiautschou
Deutsch-Ostafrika, Kriegs-Paketkarte Kustentarif (Daressalam)Kaiseryacht 20 und 30 Heller portogenau auf Beleg, extrem selten1.000 EUR und mehr bei spezialisierten AuktionenAuktionshaus Christoph Gärtner
Deutsch-Ostafrika 4 Heller ungezahnt (Mi. 2)Kaiseryacht ungezahnt, Bogenstuck aus Reichsdruckerei-Archiv mit Hausauftragsnummer360 EUR bei Dr. Reinhard FischerAuktionshaus Dr. Reinhard Fischer
Togo / Kamerun BesetzungsausgabenBritische und franzosische Aufdrucke auf hohen Kaiseryacht-Werten (Mark-Werte)Mittlere vierstellige Katalogwerte und Zuschlagsebenen

Seltene Vorlaufer-Briefe, frühe Kiautschou-Provisorien und Belege mit Kleinpoststellen-Stempeln tauchen auf dem freien Markt kaum auf. Sammler, die echte Spitzenstucke dieser Kategorien suchen, finden bei Catawiki eine erste Orientierung zu aktuellen Marktpreisen dieses Gebiets.

Falls Sie Kolonialmarken kaufen oder aktuelle Marktpreise einschätzen mochten, finden Sie bei Catawiki laufende Auktionen dieses Gebiets mit dokumentierten Zuschlagsebenen - Kaiseryacht-Grundwerte beginnen dort oft im einstelligen Eurobereich, seltene Abstempelungen und Besetzungsausgaben können deutlich darüber liegen.

Laufende Auktionen ansehen

Erkennungsmerkmale und Echtheitsprüfung

Bei Kolonialmarken bestimmt selten die Marke allein den Wert - der Stempel ist das entscheidende Wertmerkmal. Gleichzeitig zahlen Aufdruckfalschungen und nachtraglich gesetzte Stempel zu den klassischen Problemen des Gebiets.

Stempel-Typen: Das A und O der Kolonialphilatelie

Ein Abschlag der Hauptstadt Daressalam (Deutsch-Ostafrika) oder Windhuk (Deutsch-Sudwestafrika) gilt als Standard und hebt den Stuckwert wenig über den Grundwert. Postagenturen im Landesinneren verändern das Bild grundlegend: Abschlagorte wie Marangu oder Umbulu in Deutsch-Ostafrika können den Wert eines einfachen 5-Pfennig-Stück auf hunderte Euro heben, wie Auktionsprotokolle von Gert Muller Auktionen zeigen.

Regelmäßige Besuche auf Briefmarken-Messen haben mir gezeigt, wie oft selbst erfahrene Sammler einen perfekten Zahnkranz bewundern und dabei den halbverwaschenen Stempel eines Landpost-Amts übersehen. Dieser Stempel ist der philatelistische Schatz des Gebiets, nicht der Zustand des Zackenrands.

Wasserzeichen-Varianten und Kriegsdrucke

Die Unterscheidung Kaiseryacht ohne Wasserzeichen (1900) gegen Kaiseryacht mit WZ 1 Rauten (ab 1905) ist bei gestempelten Marken nur mit Waschbenzin oder Prüfgerät sicher möglich. Fehlzuordnungen sind ein häufiger Bewertungsfehler bei Nachlasssammlungen. Ab 1914 änderte sich kriegsbedingt die Papierqualität - diese raueren, teils porösen Kriegsdrucke unterscheiden sich in Zahnung und Farbe von den Friedensdrucken.

Aufdruckfalschungen

Die diagonalen Aufdrucke der Jahre 1897-1899 und die alliierten Besetzungs-Uberdruche ab 1914 gehören zu den am meisten gefalschen Gebieten der deutschen Philatelie. Einfache Reichspost-Marken wurden nachtraglich mit falschen Kolonieaufdrucken oder gefalschen Stempeln versehen - der Wertunterschied zum Echtstuck ist enorm. Ich sage das aus Erfahrung: Bei Aufdruck-Provisorien der Jahrhundertwende halt man in neun von zehn Fallen eine schlichte Falschung in Handen, wenn man sie ohne Prufattest kauft.

Fur alle Stücke ab einem Marktwert von rund 50 bis 100 EUR empfehle ich ein Fotoattest eines BPP-Prufmitglieds. Der Bund Philatelistischer Pruffer (BPP) verfügt über Experten speziell fur Kolonialmarken, die Aufdrucke, Stempel und Papier präzise einordnen können. Ohne aktuelles Prufattest sollten Sie bei Aufdruck-Marken und seltenen Stempel-Varianten keinen Kaufpreis im dreistelligen Bereich oder darüber zahlen. Mehr zu Befund und Attest finden Sie unter Fotoattest im Glossar.

Aktuelle Marktpreise und Sammelkosten

Das Gebiet bietet Einstiegsmoglichkeiten ab wenigen Euro und Spitzenwerte im oberen vierstelligen Bereich - eine Bandbreite, die sowohl Gelegenheitssammler als auch Spezialisten anspricht.

Marktpreise prüfen

Marktpreise Deutsche Kolonien: Kaiseryacht bis seltene Stempel (Stand 2026)
Stück / SerieErhaltungPreisspanne EURBeleg-ArtQuelle
Kaiseryacht 3 Pf / 5 Pf (kleine Werte)gestempelt2-10 EURHandler-PreislisteDPS-Shop Kolonien
Kaiseryacht 1 Mark / 2 Markpostfrisch30-50 EURHandler-PreislisteDPS-Shop Kolonien
Kiautschou Mi. 28-33 (Cent-Werte, WZ)gestempelt100-150 EURHandler-KatalogDPS-Shop Kolonien
Seltener Ortsstempel auf Briefstuck (z. B. Umbulu)gestempelt200-800 EUR und mehrAuktion (Schatzpreis / Zuschlag)

Eine Rumpfsammlung der reinen Hauptnummern aller zehn Gebiete - ohne teure Vorlaufer und Abarten - lasst sich im mittleren vierstelligen Bereich aufbauen. Eine echte Komplettsammlung inklusive Besetzungsausgaben und seltener Stempel verschlingt schnell fünf- bis sechsstellige Betrage. Zum Unterschied zwischen Michel-Katalogwert und realem Verkaufspreis lesen Sie mehr unter Briefmarken-Wert einschätzen.

Mein Hinweis zur Sammel-Strategie: Statt eine Luckenfuller-Komplettsammlung aller zehn Gebiete anzustreben, lohnt sich eine Stempel-Heimatsammlung deutlich mehr. Konzentrieren Sie sich auf ein einzelnes Schutzgebiet - etwa nur Deutsch-Sudwestafrika - und versuchen, alle Postamts-Stempel dieses Gebiets auf Briefstucken zusammenzutragen. Bei Standardmarken der Kaiseryacht-Serie liegt der reale Verkaufspreis übrigens oft bei nur 20-30 % des Michel-Katalogwertes; bei geprüften Luxussticken mit klaren Landpost-Stempeln kann der Michel-Wert hingegen deutlich überboten werden.

Fazit: Wo kaufen Sie Deutsche-Kolonien-Briefmarken

Fur den Einstieg in die Kolonialphilatelie empfehle ich zwei Wege: Catawiki fur den Preis-Überblick und geprüftes Grundmaterial, die traditionellen Fachauktionen fur Spitzenstucke. Das Auktionshaus Heinrich Kohler in Wiesbaden ist eine der ersten Adressen fur hochklassige Kolonial-Sammlungen; Auktionshaus Christoph Gärtner fuhrt regelmäßig spezialisierte Einheiten.

Fachhindler wie Reinhard Schimmer GmbH oder Aix Phila bieten ein breites Grundsortiment an Standardausgaben und geprüfte Stücke fur den Einstieg. Bei Catawiki laufen regelmäßig Auktionen dieses Gebiets mit dokumentierten Zuschlagsebenen - ein realistischer Vergleichsmassstab, den statische Katalogwerte nicht liefern.

Jetzt Sammlung erweitern

Falls Sie eine geerbte Kolonien-Sammlung haben und über einen Verkauf nachdenken: Der reale Marktwert weicht oft stark vom Michel-Katalog ab - besonders bei Standardausgaben der Kaiseryacht-Serie ohne besondere Stempel. Eine sachkundige Schatzung gibt schnell Klarheit, mehr dazu unter Briefmarken schatzen - lesen Sie weiter unter Briefmarken schatzen lassen.

Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zu Briefmarken der deutschen Kolonien.

Was sind Vorlaufer bei den Deutschen Kolonien?

Vorlaufer sind reguläre Reichspost-Marken im Kolonialeinsatz, die in den Kolonien verkauft und verwendet wurden, bevor es eigene Marken mit Kolonie-Namen gab. Sie sind nur am spezifischen Ortsstempel der jeweiligen Postagentur - etwa „Apia" in Samoa - zu erkennen. Mehr dazu im Bereich „Typische Ausgaben".

Welche Kolonialmarken sind besonders wertvoll?

Zu den begehrtesten Stücken zahlen die frühen Kiautschou-Aufdruckprovisoria, seltene Paketkarten-Belege aus Deutsch-Ostafrika sowie Kaiseryacht-Marken mit alliierten Besetzungsaufdrucken aus dem Ersten Weltkrieg. Daneben erzielen Marken mit Stempeln kleiner Landinnen-Postagenturen Preise weit über dem Katalogwert. Alle Details stehen im Abschnitt „Raritäten und Top-Stücke".

Warum haben manche Kolonialmarken andere Wahrungen?

Die Reichspost passte die Wahrung in einigen Gebieten dem lokalen Handel an: Deutsch-Ostafrika rechnete in Pesa und spater Heller, Kiautschou in Cents und Dollar, wahrend Deutsch-Sudwestafrika die heimische Pfennig-Mark-Wahrung beibehielt. Grundlage war die Kaiseryacht-Serie, die entsprechend umbedruckt ausgegeben wurde. Naheres unter „Typische Ausgaben".

Wie erkenne ich Falschungen bei Aufdruck-Marken?

Einfache Reichspost-Marken wurden oft nachtraglich mit falschen Kolonienamen-Aufdrucken oder Kolonialstempeln versehen. Echte Aufdrucke weisen spezifische typografische Merkmale auf, die nur ein BPP-Pruffer sicher beurteilen kann - bei Werten ab 50 bis 100 EUR ist ein Fotoattest Pflicht. Schauen Sie dazu in den Abschnitt „Erkennungsmerkmale und Echtheitsprüfung".

Lohnt sich eine Komplett-Sammlung aller zehn Postgebiete?

Das ist kostenintensiv, weil einige Spitzenwerte kaum zu beschaffen sind - die meisten Philatelisten spezialisieren sich auf ein Schutzgebiet und sammeln dort historisch in die Tiefe, etwa über Stempel-Varianten oder Schiffspost-Belege. Eine Rumpf-Sammlung der Hauptnummern ist im mittleren vierstelligen Bereich realisierbar. Strategiehinweise finden Sie unter „Aktuelle Marktpreise".

Wo finde ich aktuelle Preise fur Kolonialmarken?

Den besten Echtzeit-Überblick bieten laufende Auktionen bei spezialisierten Auktionshatusern und bei Catawiki, wo dokumentierte Zuschlagsebenen als Maßstab dienen - verlasslicher als statische Michel-Katalogwerte, die bei Standardware oft deutlich über dem Marktpreis liegen. Schauen Sie dazu in den Bereich „Aktuelle Marktpreise und Sammelkosten".

Welche Nachbargebiete ergänzen die Deutschen Kolonien?

Historisch eng verwandt sind die Deutschen Auslandspostamter in China, die sich mit den Kiautschou-Ausgaben überschneiden. Sammler des Kaiserreichs kombinieren Kolonialmarken häufig mit dem Sammelgebiet Deutsches Reich oder - wegen des Danziger Sonderstatus nach 1919 - mit Danzig-Briefmarken.

Klaus Weber
Klaus Weber

Mit den DDR-Marken aus dem Album meines Großvaters bin ich als Kind zum ersten Mal mit Briefmarken in Berührung gekommen. Über die Jahrzehnte habe ich gesehen, wie Erben und Sammler oft an Hype und Halbwissen scheitern. Daher freue ich mich, meine Erfahrung als langjähriger Sammler bei briefmarkenmesse-essen.de einbringen zu dürfen.