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Altdeutschland: Briefmarken der deutschen Staaten vor 1871

Altdeutschland steht als philatelistischer Sammelbegriff für die Ausgaben von 17 unabhängigen Postverwaltungen vor 1872 — ehe die Reichspost alle Gebiete vereinte. Rund 600 Hauptnummern im Michel-Katalog erfassen dieses klassische Sammelgebiet.

Bei Catawiki finden Sie laufend geprüfte Altdeutschland-Lose — von gestempelten Bayern-Wappenwerten im einstelligen Bereich bis zu vollrandigen Klassikern. Dokumentierte Zuschlagspreise geben eine realistischere Orientierung als statische Katalogwerte.

Aktuelle Marken entdecken

Die Preisspanne reicht von wenigen Euro für gestempelte Wappenausgaben bis zu sechsstelligen Summen bei Raritäten. Erhaltung, Farbe und ein anerkanntes Attest bestimmen den Sammlerwert entscheidend.

Auf einen Blick

  • 17 Postverwaltungen vor 1871: Bayern, Preußen, Sachsen, Württemberg, Baden, Hannover und weitere - das Gebiet endet mit der Gründung der Reichspost 1872; Bayern und Württemberg behielten ihre Posthoheit bis 1920.
  • Raritäten-Spitze: Der Baden-Fehldruck (9 Kreuzer, 1851) auf Brief ist mit 1,26 Millionen Euro Zuschlag die teuerste deutsche Briefmarke; Einstieg schon ab 2 bis 5 Euro für gestempelte Standardwerte möglich.
  • Ohne Prüfung kein Kauf: Altdeutschland gehört zu den am stärksten gefälschten Gebieten - BPP-Attest oder Fotobefund ab einem Katalogwert von rund 50 bis 100 Euro zwingend empfehlenswert.
Altdeutschland Briefmarken im Sammleralbum mit Lupe und Pinzette

Schnellfakten zum Sammelgebiet

Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen ersten Überblick der wichtigsten Eckdaten - von der ersten Ausgabe bis zum höchsten dokumentierten Zuschlag.

Schnellfakten Altdeutschland-Briefmarken
Postverwaltung / Staat17 Altdeutsche Staaten: u. a. Bayern, Preußen, Sachsen, Württemberg, Baden, Hannover, Thurn und Taxis, Hamburg, Bremen, Lübeck
Erstes Ausgabejahr1849 (Bayern, Michel-Nr. 1 „Schwarzer Einser")
Letztes Ausgabejahr1871 (Norddeutscher Postbezirk), Bayern und Württemberg bis 1920
UmfangCa. 600-700 Hauptnummern (Michel Deutschland-Spezial Band 1)
Bekannteste AusgabeSchwarzer Einser (Bayern 1849) und Sachsendreier (Sachsen 1850)
Höchster dokumentierter Zuschlag1,26 Mio. Euro (Baden-Fehldruck 9 Kreuzer, Heinrich Köhler, 2019)
Typischer Einstiegspreisab 2-5 Euro für gestempelte Standardwerte (z. B. Bayern Wappen, Preußen Adler)
Katalog-ReferenzMichel-Katalog Deutschland-Spezial Band 1 (1849 bis April 1945)
Häufige SpezialgebieteNummernstempel, Farbnuancen, Ganzsachen, Postvereinsverträge, Briefe

Geschichte und Postverwaltung

Bevor Bayern 1849 den ersten Schritt tat, wurde Briefporto in deutschen Landen an jedem Schalter einzeln nach Entfernung und Gewicht berechnet. Das britische Vorbild der Penny Black (1840) hatte gezeigt, dass Vorausbezahlung per Klebemarke den Postbetrieb dramatisch beschleunigt. Bayern übernahm dieses Konzept als erster deutscher Staat; Sachsen, Preußen und Baden folgten binnen zwei Jahren.

Politisch war das Gebiet, das heute als Altdeutschland zusammengefasst wird, keine Einheit. Es existierten souveräne Monarchien wie die Königreiche Bayern, Preußen, Sachsen, Hannover und Württemberg sowie Großherzogtümer wie Baden und Mecklenburg. Eine philatelistische Besonderheit ist die private Thurn-und-Taxis-Post, die im Auftrag zahlreicher kleinerer Fürstentümer den Briefverkehr abwickelte und eigene Marken in zwei Währungen ausgab, um Nord und Süd zu bedienen.

Der Deutsch-Österreichische Postverein (DÖPV), gegründet 1850, schuf erstmals einheitliche Portosätze über Landesgrenzen hinweg und ist damit eine der wichtigsten Zäsuren des Gebiets.

Drei historische Zäsuren

Drei Daten strukturieren das Gebiet und sind für Sammler relevant, weil sie Ausgabe-Serien voneinander trennen. Der DÖPV (1850) vereinheitlichete die Tarife. Der Norddeutsche Postbezirk (1868) bündelte nach dem Deutschen Krieg 1866 die nord- und mitteldeutschen Postgebiete unter einer gemeinsamen Verwaltung. Die Gründung des Deutschen Reiches und der Reichspost (1871/1872) bedeutete das formelle Ende des Gebiets - mit der Ausnahme Bayern und Württemberg, die ihre Posthoheit bis 1920 bewahrten.

Wer sich mit den süddeutschen Ausgaben vertieft beschäftigen möchte, findet unter Bayern-Briefmarken eine eigene Übersicht. Die nördlichen Ausgaben sind unter Preußen separat aufgearbeitet - dort geht es zu Preußen-Briefmarken. Und für die sächsischen Klassiker gibt es die Seite zu Sachsen-Briefmarken.

Typische Ausgaben und Markenbilder

Das stilistische Spektrum der altdeutschen Marken ist erstaunlich breit, wenn man bedenkt, dass alle Ausgaben in rund zwei Jahrzehnten entstanden. Von streng funktionalen Ziffernmarken bis zu farbigen Wappen-Prägedrucken war technisch und ästhetisch vieles vertreten.

Ziffern- und erste Wappenausgaben ab 1849

Bayern prägte mit dem Schwarzen Einser das Ziffernmotiv als Grundform: eine schlichte schwarze Wertziffer 1 auf weißem Grund. Sachsens erste Ausgabe von 1850, der Sachsendreier, trug ein großes Ziffern-Wappenmotiv in Rot. Die Marke war als günstige Streifbandmarke für Zeitungen konzipiert, was erklärt, warum so viele Stücke beim Öffnen zerrissen wurden und tadellose Erhaltung heute so selten ist.

Monarchen-Porträts nach britischem Vorbild ab 1850

Preußen wählte einen anderen Weg: Statt nüchterner Ziffern zeigten die Ausgaben ab 1850 Friedrich Wilhelm IV. im Profil, spätere Werte den preußischen Adler im Wappen. Hannover setzte König Georg V. in Szene. Diese Porträtmarken folgten dem Vorbild der britischen Königin. Aus meiner Sicht sind gerade die preußischen Adler-Ausgaben einsteigerfreundlich, weil Standardwerte in gestempelter Erhaltung noch für wenige Euro zu bekommen sind.

Thurn-und-Taxis-Ausgaben in zwei Währungen 1852-1867

Die Privatpost des Hauses Thurn und Taxis ist die philatelistische Kuriosität des Gebiets. Da sie Gebiete mit unterschiedlichen Währungen bediente, gab sie Marken parallel in zwei Systemen heraus: Ziffern im Kreis für das südliche Gebiet (Währung Kreuzer) und Ziffern im Quadrat für das nördliche Gebiet (Währung Silbergroschen). Diese parallele Ausgabe in zwei Formaten macht die Thurn-und-Taxis-Post zu einem kleinen Sammelgebiet für sich.

Späte Wappenserien und Einführung der Zähnung ab 1860

In den 1860er Jahren löste die Zähnung die ungezähnten Bogen ab. Nun waren Marken am Schalter mit einem Zähner zu trennen, statt mühsam mit der Schere geschnitten werden zu müssen. Gleichzeitig gingen viele Staaten zu farbigen Wappen-Motiven mit Prägedruck über. Diese späten Ausgaben sind heute die Einstiegs-Klassiker: In gestempelter Erhaltung erschwinglich, von schlechten Stücken abgesetzt durch Zähnungs-Intaktheit und gut lesbaren Stempel.

Raritäten und Top-Stücke

Altdeutschland beherbergt einige der berühmtesten Raritäten der deutschen Philatelie. Die Erivan-Sammlung von Eberhard Haub, die das Auktionshaus Heinrich Köhler in mehreren Spezialauktionen versteigerte, hat dabei Rekordpreise in die Millionen getrieben und das öffentliche Interesse für das Gebiet neu geschärft.

Raritäten und Rekordzuschläge im Gebiet Altdeutschland
AusgabeJahrBesonderheitDokumentierter ZuschlagQuelle
Baden-Fehldruck 9 Kreuzer1851Versehentlich auf blaugrünem statt lilarosa Papier gedruckt; teuerste deutsche Marke auf Brief1,26 Mio. Euro (2019, Heinrich Köhler, Slg. Erivan)Philapress-Auktionsbericht
Schwarzer Einser (Bayern) - Kehrdruck-Block1849Waagerechter Kehrdruckblock (15er-Einheit mit kopfstehender Marke)500.000 Euro (2019, Heinrich Köhler, Slg. Erivan)briefmarken.de Auktionsbericht
Schwarzer Einser (Bayern) - Ersttagsbrief1849Vollständiger Brief mit der ersten deutschen Marke440.000 Euro (Heinrich Köhler, Slg. Erivan)APHV-Meldung
Sachsendreier (Sachsen) - Viererblock18503 Pfennige rot, ungebrauchter Viererblock; bekanntes Unikat aus den Erivan-AuktionenUnikat (Erivan-Auktionen, mehrere Spezialversteigerungen)Sammlung-Erivan-Archiv

Raritäten dieses Kalibers tauchen im stationären Briefmarkenhandel so gut wie nie auf. Sie wandern nach Generationen vererbt direkt in spezialisierte Fachauktionen. Wer als Sammler einen erschwinglicheren Zugang zum Schwarzen Einser sucht, findet unter Schwarzer Einser eine Darstellung der Wertfaktoren - und unter Sachsendreier die entsprechende Seite zur sächsischen Rarität auf Streifband.

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Erkennungsmerkmale und Zustand

Bei keinem anderen deutschen Sammelgebiet spielen Zustand und Echtheit eine so entscheidende Rolle wie hier. In der Beratung sehe ich regelmäßig Sammlungen, in denen wertvolle ungezähnte Frühausgaben durch unsachgemäßes Beschneiden erheblich im Wert gemindert wurden - oft ohne dass der Vorbesitzer das ahnte.

Vollrandigkeit als zentraler Wertmaßstab

Die frühen Ausgaben Altdeutschlands wurden ungezähnt gedruckt und mussten am Postschalter mit der Schere aus dem Bogen geschnitten werden. Der Wert einer solchen Marke hängt extrem davon ab, ob der weiße Papierrand um das Druckbild an allen vier Seiten unverletzt ist. Ein vollrandiger Sachsendreier auf Brief ist ein Kabinettstück; ein seitlich angeschnittener Sachsendreier ist nur einen Bruchteil wert. Michel-Katalogwerte bei Altdeutschland beziehen sich auf diese Kabinett-Erhaltung - Durchschnittsstücke erzielen oft weit weniger.

Farbnuancen als Spezialdisziplin

Da Farbmischungen im 19. Jahrhundert manuell erfolgten, existieren bei fast allen altdeutschen Staaten teils drastische Farbtöne innerhalb derselben Katalognummer. Bestimmte Nuancen bei Hannover oder Sachsen können den Wert erheblich steigern. Wer sich ernsthaft mit dem Gebiet beschäftigt, braucht neben dem Michel Deutschland-Spezial Band 1 auch eine gute Lupe und Geduld beim Vergleich mit Referenzstücken.

Nummernstempel als Sammelobjekt für sich

Bei Altdeutschland ist der Stempel manchmal mehr wert als die Marke selbst. Bayern führte die berühmten Mühlradstempel ein - geschlossene und offene Mühlräder mit Ziffern, von denen jede Ziffer einem bestimmten Postort zugeordnet war. Baden und Thurn und Taxis nutzten Ring-Nummernstempel. Ein zentrischer Abschlag eines seltenen Postorts kann einen Liebhaberpreis erzielen, der weit über dem Markengrundwert liegt.

Fälschungen von Winter und Sperati

Altdeutschland ist eines der am stärksten gefälschten Gebiete überhaupt. Meisterfälscher wie Jean de Sperati und Peter Winter haben unzählige Schwarze Einser, Sachsendreier und sogar vollständige Altbriefe mit fingierten Stempeln in Umlauf gebracht, die bis heute in Erbnachlässen regelmäßig auftauchen. Wer eine vermeintliche Rarität im geerbten Album findet, sollte grundsätzlich eine professionelle Prüfung einplanen.

Für klassische Ausgaben ab einem Katalogwert von rund 50 bis 100 Euro empfehle ich zwingend eine aktuelle Prüfung durch einen Verbandsprüfer. Die maßgebliche Instanz ist der BPP (Bund Philatelistischer Prüfer). Ohne aktuelles Fotoattest oder Fotobefund gelten teure Altdeutschland-Marken im seriösen Handel praktisch als nicht verkäuflich. Außerdem werden bei höherwertigen Stücken Ränder oft künstlich angesetzt oder echte Stempel auf falsche Marken gesetzt - Reparaturen, die nur unter dem Vergrößerungsglas erkennbar sind.

Aktuelle Marktpreise und Sammelkosten

Altdeutschland ist kein Gebiet, das sich als lückenlose Komplettsammlung aller 17 Staaten zusammenstellen lässt. Einsteiger spezialisieren sich daher meist auf einen einzelnen Staat oder verfolgen einen postgeschichtlichen Ansatz - etwa alle Mühlradstempel einer Region, was auch für schmale Budgets ein strukturiertes Sammelziel ergibt.

Marktpreise prüfen

Marktpreise Altdeutschland-Briefmarken (Orientierungswerte)
Stück / SerieErhaltungPreisspanne EURBeleg-ArtQuelle
Bayern Wappen (Mi.-Nr. 23, 3 Kreuzer)gestempelt2-5 EURHändler-HandelspreisDPS-Shop Altdeutschland
Preußen Adler (Mi.-Nr. 16, 1 Silbergroschen)gestempelt5-15 EURHändler-HandelspreisDPS-Shop Altdeutschland
Thurn und Taxis (Mi.-Nr. 20, 1 Kreuzer)gestempelt, vollrandig15-40 EURMichel-Katalog (Basiswert)Michel Deutschland-Spezial 2026
Sachsen Wappen (Mi.-Nr. 2, 3 Pfennig)gestempelt60-150 EURAuktions-Durchschnitt
Sachsendreier (Mi.-Nr. 1)gestempelt, vollrandig, geprüft3.500-6.500 EURMichel-Katalog / AuktionWikipedia Sachsendreier

Die Warnung vor dem Katalogwert gilt bei Altdeutschland in besonderem Maße: Michel-Notierungen für ungezähnte Marken beziehen sich auf einwandfreie, vollrandige Stücke. In der Realität sind rund 80 Prozent der erhaltenen Marken am Bildrand angeschnitten, weisen dünne Stellen im Papier auf oder haben verwaschene Stempel. Der Verkaufspreis solcher Stücke liegt oft bei unter fünf bis zehn Prozent des Katalogwerts. Einen Leitfaden zu Katalogwert versus realem Marktwert finden Sie unter Briefmarken Wert ermitteln.

Für dieses Gebiet gilt außerdem: Postfrische Erhaltung bei den frühen Ausgaben vor 1860 ist quasi nicht existent. Gesammelt wird klassischerweise gestempelt oder „ungebraucht" (mit Falz). Wer einsteigt, sollte sich von Beginn an auf diese Erhaltungsrealität einstellen - postfrische Altdeutschland-Angebote unter 100 Euro sind fast immer Nachdrucke ohne Sammlerwert und kein Einstiegsschnäppchen.

Fazit: Wo kaufen - und was Altdeutschland als Sammelgebiet bedeutet

Wer Altdeutschland-Briefmarken kaufen möchte, findet bei seriösen Marktplätzen und spezialisierten Auktionshäusern das zuverlässigste Material. Für geprüfte Lose im mittleren Preissegment ist Catawiki ein praktikabler Einstiegspunkt, weil Experten die Lots vorab sichten und Zuschlagsebenen transparent dokumentiert sind. Die Faszination für Altdeutschland liegt für viele Sammler weniger in der reinen Komplettierung der Hauptnummern, sondern in der postgeschichtlichen Jagd nach klaren, zentrischen Stempeln seltener kleiner Poststationen.

Jetzt Sammlung erweitern

Für echte Raritäten und große Sammlungs-Ensembles sind spezialisierte Auktionshäuser wie Heinrich Köhler in Wiesbaden oder Christoph Gärtner die richtigen Anlaufstellen. Bei Käufen im stationären Handel gilt bei Werten über 100 Euro ohne Ausnahme: nur Stücke mit aktuellem BPP-Prüfzeichen erwerben. Wer eine geerbte Altdeutschland-Sammlung hat und überlegt zu verkaufen, findet unter Briefmarken schätzen lassen einen ersten Orientierungsrahmen zur Werteinschätzung - denn der reale Marktwert weicht hier oft besonders stark vom Michel-Katalog ab.

Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zu Altdeutschland-Briefmarken aus dem Sammler- und Erbenalltag.

Was ist Altdeutschland in der Philatelie?

Altdeutschland ist der Sammelbegriff für die Briefmarken von 17 unabhängigen Postverwaltungen auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands vor der Reichsgründung 1871. Dazu gehören Königreiche wie Bayern, Sachsen und Preußen sowie freie Hansestädte wie Hamburg, Bremen und Lübeck - insgesamt 17 eigenständige Postverwaltungen. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt „Geschichte und Postverwaltung".

Was ist die teuerste Altdeutschland-Briefmarke?

Die teuerste deutsche Briefmarke ist der Baden-Fehldruck von 1851 (9 Kreuzer), versehentlich auf blaugrünem statt lilarosa Papier gedruckt. Ein Exemplar auf Brief erzielte 2019 bei Heinrich Köhler aus der Sammlung Erivan 1,26 Millionen Euro. Alle Details stehen im Abschnitt „Raritäten und Top-Stücke".

Was ist ein Sachsendreier wert?

Fehlerfreie, vollrandige gestempelte Stücke der sächsischen 3-Pfennig-Marke von 1850 erzielen auf Auktionen oft zwischen 3.500 und 6.500 Euro. Die Marke ist extrem selten, weil sie meist als Streifband für Zeitungen diente und beim Öffnen zerrissen wurde. Vorsicht ist bei Fälschungen und wertlosen Nachdrucken geboten - ohne BPP-Attest kein Kauf über 100 Euro.

Sollte man Altdeutschland postfrisch oder gestempelt sammeln?

Bei Ausgaben vor 1860 ist postfrische Erhaltung mit vollem Originalgummi quasi nicht zu finden. Die klassischen Ausgaben werden gestempelt oder mit Falz gesammelt. Ein schöner, klar lesbarer Nummern- oder Ortsstempel erhöht den Wert eines Stücks erheblich - beim Nummernstempel sogar potenziell mehr als der Grundwert der Marke selbst.

Was bedeutet vollrandig bei altdeutschen Marken?

Frühe Marken waren ungezähnt und wurden mit der Schere aus dem Bogen geschnitten. „Vollrandig" heißt, der weiße Rand um das Druckbild ist an allen vier Seiten unverletzt. Angeschnittene Marken haben einen massiven Wertverlust im Vergleich, da Michel-Katalogwerte für Altdeutschland grundsätzlich auf vollrandige Stücke bezogen sind. Schauen Sie dazu in den Bereich „Erkennungsmerkmale und Zustand".

Wie erkenne ich Fälschungen bei Altdeutschland-Briefmarken?

Altdeutschland ist eines der am stärksten gefälschten Gebiete. Meisterfälscher wie Jean de Sperati und Peter Winter haben täuschend echte Nachbildungen in Umlauf gebracht, die bis heute in Erbnachlässen auftauchen. Verlässlich ist nur ein aktuelles BPP-Fotoattest oder Fotobefund - empfohlen ab einem Katalogwert von rund 50 bis 100 Euro.

Wo kaufe ich Altdeutschland-Briefmarken seriös?

Geprüfte Lose im mittleren Preissegment finden Sie bei Catawiki mit laufend rotierenden Auktionslosen und dokumentierten Zuschlagsebenen. Für hochwertige Raritäten sind spezialisierte Auktionshäuser wie Heinrich Köhler oder Christoph Gärtner der richtige Weg zum Kauf. Im stationären Handel gilt: ab 100 Euro nur Stücke mit BPP-Attest kaufen.

Klaus Weber
Klaus Weber

Mit den DDR-Marken aus dem Album meines Großvaters bin ich als Kind zum ersten Mal mit Briefmarken in Berührung gekommen. Über die Jahrzehnte habe ich gesehen, wie Erben und Sammler oft an Hype und Halbwissen scheitern. Daher freue ich mich, meine Erfahrung als langjähriger Sammler bei briefmarkenmesse-essen.de einbringen zu dürfen.