Die Mobile Briefmarke ersetzt die Klebemarke vollständig - ohne Drucker, ohne Gang zur Filiale, nur mit Smartphone und einem Stift. Seit Dezember 2020 bietet die Deutsche Post diesen Dienst als Nachfolger des älteren Handyporto an.
Was die Mobile Briefmarke kostet, wie der Code korrekt auf den Brief kommt, welche Formate erlaubt sind und warum die Gültigkeitsfrage einmal vor Gericht landete - das erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag Schritt für Schritt.
Die Mobile Briefmarke eignet sich für Gelegenheitsversender ohne Briefmarkenvorrat. Anders als beim klassischen Aufkleben einer Briefmarke brauchen Sie hier weder Briefmarkenvorrat noch Drucker.
Auf einen Blick
- Mobile Briefmarke: Porto per App kaufen, Code per Stift auf Brief schreiben - kein Drucker nötig
- Kosten: identisch mit der Klebemarke, kein Aufpreis, kein Mobilfunkzuschlag
- Gültigkeit: 3 Jahre ab Kaufdatum - nach einem Gerichtsurteil des OLG Köln

Was ist die Mobile Briefmarke?
Die Mobile Briefmarke ist eine digitale Frankierung ohne Klebemarke. Über die Post & DHL App kauft man einen einmaligen Code, schreibt ihn auf den Brief und wirft ihn in den nächsten Briefkasten. Die Sortiermaschinen im Briefzentrum der Deutschen Post scannen den Code und erkennen das bezahlte Porto automatisch.
Der Dienst wurde im Dezember 2020 von Post eingeführt und löste das ältere Handyporto ab. Verfügbar ist er ausschliesslich für den Versand innerhalb Deutschlands - wer Post ins Ausland schickt, braucht weiterhin eine klassische Briefmarke oder die Internetmarke.
Zur Nutzung werden weder ein Drucker noch eine Klebemarke benötigt, sondern lediglich ein Smartphone mit der Post & DHL App und ein Stift. Das macht die Mobile Briefmarke zur schnellsten Option für Gelegenheitsversender, die keinen Briefmarkenvorrat halten.
Mobile Briefmarke kaufen - so geht es Schritt für Schritt
Wer die App schon installiert hat, ist in etwa zwei Minuten fertig frankiert. Wer sie noch nicht hat, lädt sie kostenlos herunter - sie steht im Apple App Store und im Google Play Store zur Verfügung.
App herunterladen und öffnen
Die Post & DHL App ist kostenlos im App Store und Play Store verfügbar. Nach dem Öffnen navigieren Sie über den Reiter "Frankieren" zum Menü "Brief", wo Sie das gewünschte Briefprodukt auswählen.
Porto auswählen und bezahlen
In der Produktauswahl finden Sie die erläuterten Briefformate: Postkarte, Standardbrief, Kompaktbrief und Grossbrief. Wichtig: Wählen Sie anschließend die Option "Code zum Beschriften", nicht "Ausdrucken" - letzteres wäre die Internetmarke. Das Porto entspricht dem jeweils aktuellen Briefporto ohne Aufpreis.
Als Zahlungsmethoden stehen PayPal, Kreditkarte (Visa, Mastercard, AMEX), Apple Pay und Google Pay zur Verfügung. Die aktuellen Porto-Preise je Format finden Sie in unserem Briefporto-Überblick - die konkreten Beträge ändern sich regelmäßig und sind dort immer aktuell hinterlegt.
Den Code empfangen
Nach der Zahlung erhalten Sie in der App einen zweizelligen Code als Frankiernachweis. Die erste Zeile ist immer "#PORTO", die zweite Zeile eine generierte 8-stellige Buchstaben- und Zahlenkombination, zum Beispiel "1MV5TER4". Der Code wird zusätzlich per E-Mail als Zahlungsbeleg zugeschickt.
Den Code richtig auf den Brief schreiben
An der richtigen Schreibweise hängt, ob der Brief befördert wird. Die Sortiermaschinen lesen den Code maschinell - Fehler beim Schreiben können zur Nichtbeförderung führen. Wenn Sie möchten, dass Ihr Brief korrekt zugestellt wird, sollten Sie auch die übrigen Angaben auf dem Briefumschlag beachten.
Position und Schreibweise
Der Code gehört rechts oben auf die Vorderseite des Briefumschlags. Zweizeilig: erste Zeile "#PORTO", zweite Zeile die 8-stellige Zeichenfolge. Verwenden Sie einen dunklen, gut lesbaren Stift - kein Bleistift, kein heller Filzer. Eine zusätzliche Klebemarke kommt nicht auf den Brief.
Das sonstige Brief-Layout ändert sich nicht: Adresse bleibt rechts unten, Absenderangabe oben links. Die Mobile Briefmarke ersetzt nur den Bereich rechts oben, der bei klassischen Briefen die Klebemarke aufnimmt.
Was mit dem Code im Briefzentrum passiert
Die Sortiermaschinen der Deutschen Post scannen den Code im Briefzentrum und verifizieren damit intern, ob das Porto korrekt bezahlt wurde. Anders als ein Paket-Tracking-Code ist die Mobile Briefmarke kein vollständiger Tracking-Service - eine Sendungsverfolgung für Absender gibt es bei Standardbriefen nicht.
Der Code dient ausschliesslich als Frankiernachweis für die Sortiermaschinen. Ob Ihr Brief bereits im Briefzentrum Bochum oder schon unterwegs nach München ist, können Sie damit nicht nachverfolgen.
Kosten - was die Mobile Briefmarke tatsächlich kostet
Die Mobile Briefmarke kostet exakt das gleiche wie eine Klebemarke - kein Cent mehr, kein versteckter Aufpreis. Das unterscheidet sie grundlegend vom Vorgänger.
Beim alten Handyporto fielen neben dem eigentlichen Porto noch zusätzliche Mobilfunk- und SMS-Gebühren an, die je nach Anbieter variierten. Ein Standardbrief kostete dort rund 40 Cent mehr als das reguläre Porto - zuzüglich der SMS-Gebühr des Mobilfunktarifs. Die Deutsche Post hat das mit der Mobile Briefmarke bewusst geändert.
Heute zahlen Sie nur das reine Porto - kein Aufpreis, keine Zusatzkosten. Die jeweils gültigen Beträge für Postkarte, Standardbrief, Kompaktbrief und Grossbrief können sich bei Portoerhoehungen ändern - schauen Sie dafür in unseren aktuellen Briefporto-Überblick, der immer den Stand der Deutschen Post wiedergibt.
Gültigkeit: 3 Jahre - und das Urteil, das das erzwang
Drei Jahre Gültigkeit klingt großzügig. Und das ist es auch. Aber es war kein freiwilliges Angebot der Deutschen Post - sondern das Ergebnis eines Rechtsstreits. Alles zur allgemeinen Gültigkeit von Briefmarken und Ergänzungsmarken erkläre ich im Bereich Briefmarken-Gültigkeit.
Was die Deutsche Post ursprünglich plante
Bei Markteinführung der Mobile Briefmarke legte die Deutsche Post in ihren AGB eine Gueltigkeitsdauer von nur 14 Tagen nach Kaufdatum fest. Das empfanden Verbraucher und Verbraucherschützer als unangemessen kurz - schließlich ist eine klassische Klebemarke unbegrenzt gültig und verliert ihren Wert nicht nach zwei Wochen.
Das OLG-Köln-Urteil
Der Verbraucherzentrale Bundesverband klagte gegen die 14-Tage-Frist. Im Juni 2023 urteilte das Oberlandesgericht Köln (Az.: 3 U 148/22), dass diese Frist unwirksam ist, da sie die reguläre gesetzliche Verjährungsfrist von drei Kalenderjahren unangemessen unterschreite. Das Urteil ist ausführlich dokumentiert bei handwerksblatt.de.
Als Konsequenz sind Mobile Briefmarken nun volle 3 Kalenderjahre gültig. Ein wichtiger Unterschied bleibt: Klassische Euro-Briefmarken haben keine zeitliche Begrenzung - die Mobile Briefmarke laueft nach 3 Jahren ab, auch wenn sie unbenutzt ist.
Welche Briefe kann ich mit der Mobile Briefmarke versenden?
Die Mobile Briefmarke funktioniert für die gängigsten Briefformate - aber nicht für alle Sendungsarten. Und ins Ausland geht es damit nicht.
Erlaubte Formate
Erlaubt sind Postkarte, Standardbrief, Kompaktbrief und Grossbrief. Ein Maxibrief kann nicht mit der Mobile Briefmarke frankiert werden. Einschreiben sind ebenfalls ausgeschlossen. Wer größere Formate oder den Versand ins Ausland benötigt, ist mit der Internetmarke besser bedient - sie deckt auch Maxibriefe und internationale Sendungen ab.
Was nicht geht
Auslandsversand ist mit der Mobile Briefmarke nicht möglich - der Dienst gilt ausschliesslich für den Versand innerhalb Deutschlands. Außerdem muss die Mobile Briefmarke für jeden Brief einzeln gekauft werden - es gibt keinen Mengenrabatt und keine Sammelbestellung für mehrere Briefe auf einmal.
Von Handyporto zu Mobile Briefmarke - was sich geändert hat
Wer heute nach "Briefmarke per SMS" oder "Handyporto" sucht, meint in den meisten Fällen die Mobile Briefmarke - auch wenn beide Begriffe unterschiedliche Dienste bezeichnen. Das Handyporto wurde im Dezember 2020 eingestellt.
Was das Handyporto war
Das Handyporto war von September 2008 bis Dezember 2020 der Vorgängerdienst der heutigen Mobile Briefmarke. Die Funktionsweise war einfacher, aber teurer: Man schickte eine SMS mit dem Inhalt "Brief" oder "Postkarte" an die Kurzwahl 22122 der Post. Die Deutsche Post antwortete mit einem 12-stelligen Zifferncode per SMS, den man anstelle der Briefmarke auf den Brief schrieb.
Die Kosten waren gegenüber der heutigen Lösung spürbar höher. Ein Standardbrief war rund 40 Cent teurer als das reguläre Porto - dazu kamen die SMS-Gebühren des jeweiligen Mobilfunktarifs, wie das Fachportal teltarif.de in seiner Dokumentation des alten Dienstes festhielt.
Warum die Deutsche Post umgestellt hat
Dezember 2020: Einstellung des Handyporto, Einführung der Mobile Briefmarke. Die neue Lösung ist preistransparenter und günstiger - keine Zusatzkosten durch SMS oder Mobilfunk, Zahlung direkt per App, 8-stelliger alphanumerischer Code statt 12-stelliger Zahlenkombination. Technisch moderner, für Verbraucher fairer.
Wer heute mobil frankieren möchte, nutzt ausschliesslich die Post & DHL App. "Briefmarke per SMS" ist eingestellt - der Begriff wird jedoch weiterhin als Suchbegriff verwendet, weil viele Nutzer ihn noch aus der Handyporto-Ära kennen.
Ist die Mobile Briefmarke eine "echte Briefmarke"? - philatelistische Einordnung
Aus Nutzersicht ist die Antwort klar: Ja, sie frankiert den Brief und er kommt an. Aus philatelistischer Sicht ist die Frage komplizierter als sie klingt.
Was eine klassische Briefmarke ausmacht
Eine klassische Briefmarke wird in einer Auflage identischer Stücke gedruckt - das ist ihr philatelistischer Kern. Der sogenannte Gleichmäßigkeitscharakter macht Marken sammelwürdig: Jedes Stück ist austauschbar, es gibt identische Gegenstücke in der Welt. Das macht sie zum Sammelobjekt, zur archivierbaren Zeitdokumentation.
Warum die Mobile Briefmarke kein Sammelobjekt ist
Jeder Code der Mobile Briefmarke ist ein Einzelexemplar - zweimal derselbe 8-stellige Code existiert nicht. Es gibt keine "Auflage", kein identisches Gegenstück. Wikipedia hält fest, dass die Mobile Briefmarke "keine Briefmarke im eigentlichen Sinn mehr darstellt", weil ihr dieser Gleichmäßigkeitscharakter fehlt. Der handgeschriebene Code bleibt auf dem Brief, hat aber keinen eigenständigen Sammlerwert.
Klaus Weber: Handyporto-Belege als Zeitdokumente
In meiner Sammlung zur Postgeschichte ab den 2000er Jahren liegen einige Briefe aus der frühen Phase des alten Handyporto - Belege mit dem alten 12-stelligen SMS-Code, der damals ganz ungewohnt aussah. Für Postgeschichtler sind das heute kleine kuriose Zeitdokumente der frühen Digitalisierung des Briefverkehrs. Nicht wertvolle Raritäten, aber als Zeugnisse eines Übergangsjahrzehnts durchaus interessant.
Die Mobile Briefmarke nutze ich selbst gelegentlich, wenn ich unterwegs frankieren muss und keine Klebemarke zur Hand habe. Ich bin kein Technik-Feind - aber am Ende des Tages klebe ich lieber eine echte Marke mit Motiv auf einen Brief, als nur einen kahlen Code draufzuschreiben. Als Sammler weiß man: Ein einmaliger alphanumerischer Code ist ein reiner Buchhaltungsvermerk, keine klassische Philatelie.
Mobile Briefmarke oder Internetmarke? - Wann lohnt sich was
Wer ohne Gang zur Post-Filiale frankieren will, hat heute zwei digitale Optionen: Mobile Briefmarke und Internetmarke. Beide kauft man per App oder am Computer - aber sie unterscheiden sich grundlegend in der Nutzung. Wer einen Drucker hat, kann auch direkt Briefmarken ausdrucken.
| Kriterium | Mobile Briefmarke | Internetmarke |
|---|---|---|
| Drucker nötig? | Nein | Ja |
| Smartphone/App nötig? | Ja (Post & DHL App) | Nein |
| Erlaubte Formate | Postkarte bis Grossbrief | Alle inkl. Maxibrief |
| Auslandsversand | Nein | Ja |
| Mengenrabatt | Nein | Nein |
| Zahlungsmittel | PayPal, Kreditkarte, Apple/Google Pay | Post-Konto, Kreditkarte |
Meine Einschätzung: Die Mobile Briefmarke ist die richtige Wahl ohne Drucker, für Einzelsendungen innerhalb Deutschlands bis Grossbrief. Die Internetmarke punktet, wenn ein Drucker vorhanden ist, wenn es ins Ausland geht oder wenn größere Formate benötigt werden.
Fazit: Mobile Briefmarke kurz zusammengefasst
Die Mobile Briefmarke ist eine praktische Lösung für Gelegenheitsversender, die keine Briefmarken im Haus haben und keinen Drucker anschließen wollen. Kein Aufpreis gegenüber der Klebemarke, kein technischer Aufwand - nur Smartphone, App und Stift.
Die Einschränkungen sind klar: nur Inland, nur bis Grossbrief, nur einzeln kaufbar, kein Auslandsversand möglich. Wer häufig versendet oder größere Mengen frankieren muss, fährt mit einem Vorrat klassischer Klebemarken langfristig einfacher. Alle weiteren Versand-Themen - von der Briefbeschriftung bis zum Einschreiben - finden Sie im Versenden-Überblick.
Fragen und Antworten
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Mobile Briefmarke.
Was ist die Mobile Briefmarke?
Ein digitaler Porto-Code per App - man kauft ihn über die Post & DHL App und schreibt ihn handschriftlich auf den Brief als Ersatz für eine Klebemarke, ohne Drucker. Der Dienst ist seit Dezember 2020 verfügbar und gilt nur für den Versand innerhalb Deutschlands. Mehr dazu im Abschnitt „Was ist die Mobile Briefmarke?"
Wie lange ist die Mobile Briefmarke gültig?
Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Köln (Az.: 3 U 148/22) gilt eine Gültigkeit von vollen 3 Jahren ab Kaufdatum - das Gericht kippte die ursprüngliche 14-Tage-Frist der Deutschen Post. Nach Ablauf der 3 Jahre verliert der Code seine Gültigkeit, auch wenn er unbenutzt ist. Alle Details im Abschnitt „Gültigkeit: 3 Jahre".
Was kostet die Mobile Briefmarke?
Exakt das gleiche wie eine klassische Briefmarke - kein Cent Aufpreis. Die konkreten Porto-Preise je nach Format finden Sie unter „Kosten".
Wie schreibe ich den Code auf den Brief?
Zweizeilig rechts oben auf die Vorderseite: erste Zeile "#PORTO", zweite Zeile die 8-stellige Zeichenfolge. Mit dunklem Stift schreiben, kein Bleistift. Mehr dazu im Bereich „Den Code richtig auf den Brief schreiben".
Kann ich mit der Mobile Briefmarke Briefe ins Ausland schicken?
Nein - die Mobile Briefmarke gilt ausschliesslich für den Versand innerhalb Deutschlands. Für Auslandspost benötigen Sie eine klassische Briefmarke oder die Internetmarke. Details im Abschnitt „Welche Briefe kann ich versenden?"
Was ist der Unterschied zwischen Handyporto und Mobile Briefmarke?
Handyporto war der Vorgänger (2008-2020): Code per SMS an Kurzwahl 22122, 12-stellige Zahl, Kosten über die Mobilfunkrechnung plus SMS-Gebühr. Die Mobile Briefmarke löst ihn ab: App-basiert, kein Aufpreis, 8-stelliger alphanumerischer Code. Schauen Sie dazu in den Abschnitt „Von Handyporto zu Mobile Briefmarke".

Mit den DDR-Marken aus dem Album meines Großvaters bin ich als Kind zum ersten Mal mit Briefmarken in Berührung gekommen. Über die Jahrzehnte habe ich gesehen, wie Erben und Sammler oft an Hype und Halbwissen scheitern. Daher freue ich mich, meine Erfahrung als langjähriger Sammler bei briefmarkenmesse-essen.de einbringen zu dürfen.