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Labelfreimachung: Was das Label auf dem Brief bedeutet

Wer einen Brief am Schalter abgibt und die Quittung bekommt, liest dort manchmal den Begriff Labelfreimachung auf dem Kassenbon - und fragt sich im ersten Moment, ob man ihm einen Zusatzservice in Rechnung gestellt hat. Das ist nicht der Fall.

Labelfreimachung bezeichnet das Frankierverfahren, bei dem die Post statt einer klassischen Briefmarke ein Label mit elektronischem Frankiervermerk auf den Brief klebt. Für die meisten Privatkunden tritt sie automatisch auf, ohne dass man etwas tun muss - für Geschäftskunden dagegen ist das Label-Verfahren ein aktiv nutzbares Werkzeug für portokorrekten Massenversand.

In diesem Artikel erkläre ich, was sich hinter dem Begriff verbirgt, für wen die aktive Nutzung sinnvoll ist und welche Risiken beim Selbstdruck zu beachten sind - einschließlich des Sammler-Blickwinkels auf Labelbelege und einer Übersicht aller Frankieralternativen.

Auf einen Blick

  • Labelfreimachung ist ein elektronischer Frankiervermerk statt klassischer Briefmarke - am Schalter automatisch vergeben, auf Wunsch auch selbst generierbar.
  • Für Privatkunden gibt es keinen Unterschied bei Laufzeit oder Zustellung; das Porto ist identisch mit einer markenfrankierten Sendung.
  • Die aktive Nutzung erfordert eine Portokasse der Deutschen Post und ist seit Januar 2025 ausschliesslich Geschäftskunden vorbehalten.
Briefumschlag mit aufgeklebtem Labelfreimachungs-Label und DataMatrix-Code der Deutschen Post

Was ist Labelfreimachung?

Der Begriff klingt technischer als er ist. Hinter ihm steckt das Frankierverfahren, bei dem ein gedrucktes Label die Briefmarke ersetzt - mit portokorrektem Wert, maschinenlesbarem Code und Sendungskennung in einem.

Elektronischer Frankiervermerk statt Klebestreifen

Das Label wird direkt am Terminal der Post-Filiale oder über ein IT-System erzeugt. Es trägt den portokorrekten Wert und einen DataMatrix-Code, keinen QR-Code - ein zweidimensionaler Barcode, der kleiner und dichter kodiert als der weit verbreitete QR-Standard. Die Deutsche Post setzt maschinenlesbare Matrixcodes auf digitalen Frankiervermerken bereits seit 2001 ein. Kein manuelles Kombinieren mehrerer Briefmarken-Nennwerte, kein Vorrat an verschiedenen Werten: Das Label wird immer genau für das vorliegende Format und Gewicht berechnet.

Warum steht "Labelfreimachung" auf der Quittung?

Das ist die buchungstechnische Verfahrensbezeichnung der Deutschen Post für alle Schalter-Frankierungen via Label. Sie erscheint auf dem Kassenbon als interne Kategoriebezeichnung der Post, nicht als Produktname. Viele Kunden googeln den Begriff erst, wenn sie ihn auf dem Bon sehen - und fragen sich, ob man ihnen etwas Teures verkauft hat. Auch Deliverest erklärt, dass sich an Laufzeit und Zustellung durch das Verfahren nichts ändert.

Für wen ist Labelfreimachung relevant?

Wer die Labelfreimachung nur vom Quittungsbon kennt, muss nichts weiter tun - sie passiert automatisch im Hintergrund. Wer sie aktiv steuern will, gehört zur Zielgruppe der Geschäftskunden der Deutschen Post.

Privatkunden am Schalter

Am Schalter oder im Post-Shop wird die Frankierung automatisch als Label vergeben. Der Kunde zahlt das Porto, das Personal klebt das Label auf - fertig. Für einzelne Briefe oder Päckchen ausreichend: keine eigene Registrierung nötig, kein Unterschied bei Zustellung oder Laufzeit gegenüber einer normalen Briefmarke.

Geschäftskunden, Vereine, Büroversender

Wer regelmäßig Briefe verschickt, profitiert von der aktiven Portokassen-Anbindung. Geschäftskunden können Labels selbst erzeugen, Kostenträger-Zuordnung pro Abteilung nutzen und bei großen Volumina von Entgeltermäßigungen profitieren. Auch Vereine mit größerem Schriftverkehr kommen hier in Betracht. Wer zusätzlich regelmäßig Werbesendungen versendet, sollte einen Blick auf die Dialogpost werfen - ein separates Porto-Format für Massenversand.

Voraussetzungen: Portokasse und Vertrag

Wer Labels selbst generieren möchte, braucht ein Portokasse-Konto der Deutschen Post. Das ist das zentrale Zahlungskonto für Online-Frankierprodukte - und seit Januar 2025 ausschliesslich für Geschäftskunden verfügbar.

Portokasse einrichten

Die Registrierung läuft online über das Portokasse-Portal der Deutschen Post. Nach einer Identitätsprüfung durch die Post wird der Zugang auf Guthabenbasis aktiviert - das Konto muss aufgeladen sein, bevor Porto abgebucht werden kann.

Wichtig für Bestandsnutzer: Portokasse nur noch für Geschäftskunden seit dem 1. Januar 2025, nachdem die Deutsche Post laut Inside Digital den Privatkundenzugang zum Jahreswechsel 2024/2025 eingestellt hat. Privatkunden können ein bestehendes Guthaben noch auszahlen lassen.

Kundennummer (EKP) und Zugangsdaten

Für die technische Anbindung von Versand-Software wird die EKP (Kundennummer der Post, 10 Stellen) benötigt. Diese steht auf Rechnungen der Deutschen Post. Die Portokasse-Zugangsdaten unterscheiden sich von den Zugangsdaten des Post- und DHL-Kundenportals - ein häufiger Stolperstein bei der Einrichtung von Drittanbieter-Software.

Ablauf: Wie wird ein Label generiert?

Die Label-Generierung läuft auf drei Wegen ab: am Schalter ohne eigene Technik, per Internetmarke selbst ausgedruckt oder vollautomatisch über IT-Systeme bei Massenversand.

Am Schalter

Sendung abgeben, Personal wiegt und misst, das Terminal berechnet das Porto und druckt das Label - fertig. Für Privatkunden ist das der Standardweg, keine Vorkenntnisse oder Registrierung nötig. Der Portowert wird genau für das vorliegende Format berechnet; man zahlt weder zu wenig noch zu viel.

Selbst per Internetmarke und Portokasse

Geschäftskunden können Labels auch ohne Filialweg erzeugen. Portokasse laden, Portal aufrufen, Format und Gewicht eingeben, Label ausdrucken, aufkleben. Der Vorteil liegt darin, dass kein Gang zur Filiale nötig ist - der Nachteil, dass ein Drucker mit ausreichender Qualität vorhanden sein muss, damit der DataMatrix-Code verlässlich gescannt werden kann. Details zur selbst ausgedruckten Internetmarke finden Sie im dazugehörigen Ratgeber.

Über IT-Systeme (DV-Freimachung)

Unternehmen mit Massenversand können Labels über eigene IT-Systeme automatisiert generieren. Die Deutsche Post schreibt seit dem 1. Januar 2025 die elektronische Übertragung aller Sendungsdaten in das Auftragsmanagement-System (AM) zwingend vor. Einlieferungsunterlagen, Entgeltabrechnung und Versandplan werden automatisch generiert ohne Papierarbeit. Der Effizienzgewinn ist erheblich - aber der technische Einrichtungsaufwand ist nicht zu unterschätzen.

Vorteile gegenüber der klassischen Briefmarke

Für Privatkunden ist der Unterschied marginal. Wer aber regelmäßig Briefe versendet, merkt schnell, dass das Label-Verfahren in mehreren Punkten deutlich bequemer als Briefmarken ist.

Portokorrekte Frankierung ohne Rechnen ist der erste Vorteil: Das Label wird automatisch für das tatsächliche Gewicht und Format berechnet. Kein manuelles Kombinieren verschiedener Nennwerte, kein Nachkleben wegen Unterfrankierung. Die Kostentransparenz auf Knopfdruck ist für Büros mit mehreren Abteilungen besonders wertvoll: Jeder Versandvorgang wird protokolliert, Kostenträger-Zuordnung ist möglich.

Bei großen Mengen ergibt sich außerdem Spielraum für Entgeltermäßigungen - Briefmarken bieten das nicht. Und schließlich entfällt das Lagerhalten verschiedener Briefmarkenwerte: Das Label passt sich automatisch an Portoanderungen an, während ein Markenvorrat bei jeder Portoerhoehung ergänzt werden muss.

Was das Label nicht ändert

Laufzeit, Zustellgeschwindigkeit und Zustellqualität sind identisch mit Briefmarken-Sendungen. Die Sortiermaschinen unterscheiden nicht nach Frankierverfahren - nur nach Format und Einlieferungszeit. Wer hofft, durch Labelfreimachung eine schnellere Zustellung zu erhalten, wird enttäuscht sein: Das Verfahren ändert an der Laufzeit nichts.

Alternativen im Vergleich

Labelfreimachung ist eine von mehreren Frankieroptionen. Je nach Versandvolumen und Infrastruktur gibt es passendere oder schlechtere Alternativen - hier eine Übersicht der gängigen Verfahren der Deutschen Post.

Frankieroptionen der Deutschen Post im Vergleich. Quelle: Deutsche Post AG, Stand 2026.
VerfahrenFür wenVorteilNachteil
Briefmarke (Klassiker)Privatkunden, GelegenheitsversenderEinfach, kein Account nötigVerschiedene Werte lagern, Ergänzen bei Portoerhoehung
Labelfreimachung am SchalterPrivat- und GelegenheitskundenAutomatisch portokorrekt, kein Vorrat nötigFilialweg nötig
Online-Frankierung / InternetmarkeGelegenheits-Geschäftskunden, HeimversenderOhne Filialweg, portokorrektDrucker nötig, Portokasse-Konto (GK ab 2025)
Mobile Briefmarke (App)Smartphone-Nutzer ohne DruckerNur Code handschriftlich notierenWeniger verbreitet, manuelle Eingabe
FrankiermaschineMittelgroße BüroversenderSchnell, integriert in BüroabläufeAnschaffungskosten, laufende Gebühren
DV-FreimachungGroßunternehmen mit IT-AnbindungRabatte, vollautomatisch, AM-ÜbertragungHoher technischer Einrichtungsaufwand
DialogpostMassenversender von WerbesendungenGünstige Porto-KlasseNur für definierte Werbesendungsformate

Wer klassisch frankieren möchte, findet alles Wichtige zu Briefmarken-Nennwerten und Klebetechnik im Ratgeber zum klassischen Frankieren. Für den vollständig digitalen Weg ohne Filiale empfehle ich den Blick auf die Online-Frankierung.

Labelfreimachungs-Belege aus Sammler-Sicht

Briefmarken-Sammler haben zu Labels eine gespaltene Beziehung. Einerseits sind sie funktional nur Frankiervermerke - andererseits sind Frankiervermerke schon immer Sammelgegenstand für Spezialisten gewesen.

Labels als moderne Form der Maschinenfreimachung

Frankiermaschinen-Abdrücke, in der Philatelie als Freistempel oder Meterstempel bezeichnet, werden seit Jahrzehnten von spezialisierten Sammlern gesammelt - nach Maschinentypen, Regionen, Firmennamen in der Freimacherwelle. Labels sind das digitale Äquivalent: DataMatrix-Code statt Wellenlinie, aber dasselbe Prinzip: Frankierung ohne klassische Briefmarke, maschinenlesbar, eindeutig dem Versender zugeordnet. Das Sammelgebiet „Labelfreimachung" ist philatelistisch bisher kaum organisiert - aber die Analogie zu den alten Freistempeln liegt nahe.

Wer regelmäßig Briefmarken-Messen besucht, weiß, wie schnell sich Sammelgebiete verschieben. Ich sehe auf Messen immer wieder Belege mit alten Freistempel-Abdrücken aus den 1950er bis 1980er Jahren, die nach Mustertypen systematisch angeboten werden. Ob Labels in 20 Jahren denselben Dokumentationswert wie alte Freistempel haben - ich würde nicht wetten, dass das nie passiert.

Was Sammler über Labels wissen sollten

Ein auf einem Brief aufgeklebtes Labelfreimachungs-Label macht den Brief zum Bedarfsbrief - also zu einer Sendung mit Transportwert, nicht mit dem Sammlerwert einer klassischen Briefmarke. Wer Belege sammelt, sammelt den gesamten Brief, nicht nur das Label. Zur philatelistischen Einordnung: Labels sind keine Postwertzeichen im klassischen Sinne des Weltpostvereins und werden im Michel-Deutschland-Katalog nicht mit eigenen Nummern gelistet. Sie sind aber Dokumente des Frankierungswesens - und könnten, analog zu Freistempeln, in spezialisierten Sammlungen Bedeutung gewinnen.

Fehler und Risiken bei der Labelfreimachung

Wer Labels selbst erstellt oder über Drittanbieter-Software generiert, sollte die technischen Grenzen kennen. Die Deutsche Post prüft Matrixcodes automatisch in den Briefzentren - und reagiert auf Fehler mit empfindlichen Konsequenzen.

Doppelt verwendete Labels werden erkannt

Im DataMatrix-Code steckt eine eindeutige Frankier-ID, die jede Sendung identifiziert. Jede ID wird beim Sortieren gescannt und mit bereits verarbeiteten IDs abgeglichen - ein kopiertes Label wird als Mehrfachnutzung erkannt.

Die Konsequenz laut dem offiziellen Preisverzeichnis der Deutschen Post (Stand 01.01.2026): ein pauschalierter Schadenersatz von 50,00 Euro je Einzelsendung als erhöhtes Einziehungsentgelt. Besonders relevant für Unternehmen, die Labels aus Drittanbieter-Software exportieren und versehentlich doppelt ausdrucken.

Druckqualität und Lesbarkeit

Ein schlecht gedruckter DataMatrix-Code kann an der Sortieranlage nicht gelesen werden. Die Konsequenz ist manuelle Nachbearbeitung oder Rücksendung. Tintenstrahldrucker mit verstopften Düsen oder zu geringer Auflösung sind die häufigste Fehlerquelle beim Selbstdruck.

Empfohlen wird Laserdruckerqualität, da der DataMatrix-Code besonders bei kleinen Zellen scharf und kontrastreich gedruckt sein muss. Fotokopierer und Fax scheiden grundsätzlich aus - eine Kopie eines Labels wäre ohnehin ein unzulässig wiederverwendetes Label.

Fazit: Nützliches Hintergrundwissen für Privatkunden, echtes Werkzeug für Geschäftskunden

Labelfreimachung ist für Privatkunden ein technischer Begriff auf dem Kassenbon - nicht mehr, nicht weniger. Am Schalter tritt sie unsichtbar auf, kein Handlungsbedarf für Privatpersonen. Das Porto ist dasselbe wie bei einer klassischen Briefmarke, die Laufzeit ebenso. Wer sich über den Begriff auf der Quittung gewundert hat, kann beruhigt sein: kein Zusatzservice, kein Aufpreis.

Für Geschäftskunden mit regelmäßigem Versandvolumen ist die aktive Nutzung über Portokasse und Internetmarke dagegen sinnvoll - portokorrekt, kostentransparent und ohne Briefmarkenvorrat. Wer auf Massenversand setzt, für den lohnt sich die Prüfung der DV-Freimachung. Alle Frankier- und Versandthemen finden Sie im Überblick unter Briefmarken versenden.

Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zur Labelfreimachung der Deutschen Post.

Was bedeutet Labelfreimachung?

Labelfreimachung ist die technische Bezeichnung für einen elektronischen Frankiervermerk: Statt einer klassischen Briefmarke wird ein gedrucktes Label mit DataMatrix-Code und portokorrektem Wert aufgeklebt. Das Label wird am Schalter oder über ein IT-System generiert. Mehr dazu lesen Sie im Abschnitt „Was ist Labelfreimachung?".

Warum steht auf meiner Post-Quittung "Labelfreimachung"?

Das ist die interne Kategoriebezeichnung der Deutschen Post für alle Label-Frankierungen am Schalter. Kein Sonderverfahren, kein Aufpreis: Porto identisch mit Briefmarke. Mehr dazu finden Sie im Bereich „Warum steht Labelfreimachung auf der Quittung?".

Brauche ich einen Vertrag für Labelfreimachung?

Am Schalter nicht - das passiert automatisch ohne Registrierung. Wer Labels selbst erstellen möchte, braucht ein Portokasse-Konto als Geschäftskunde. Details stehen im Abschnitt „Voraussetzungen: Portokasse und Vertrag".

Ist ein Brief mit Labelfreimachung genauso schnell wie mit Briefmarke?

Ja. Laufzeit, Zustellgeschwindigkeit und Zustellqualität sind identisch - die Sortiermaschinen unterscheiden nicht nach Frankierverfahren, sondern nach Format und Einlieferungszeit. Schauen Sie dazu in den Bereich „Was das Label nicht ändert".

Welche Alternativen gibt es zur Labelfreimachung?

Briefmarke, Internetmarke (selbst ausdrucken), Mobile Briefmarke (App), Frankiermaschine (Büro) oder DV-Freimachung (IT-Grossmengen) sind die wichtigsten Optionen. Die richtige Wahl hängt vom Versandvolumen ab. Alle Details finden Sie im Abschnitt „Alternativen im Vergleich".

Was passiert, wenn ich ein Label doppelt drucke?

Die Deutsche Post erkennt doppelt verwendete Labels automatisch. Als pauschalierter Schadenersatz werden 50,00 Euro Einziehungsentgelt je Sendung fällig (Stand 01.01.2026). Mehr zu Risiken beim Selbstdruck erklärt der Bereich „Fehler und Risiken bei der Labelfreimachung".

Klaus Weber
Klaus Weber

Mit den DDR-Marken aus dem Album meines Großvaters bin ich als Kind zum ersten Mal mit Briefmarken in Berührung gekommen. Über die Jahrzehnte habe ich gesehen, wie Erben und Sammler oft an Hype und Halbwissen scheitern. Daher freue ich mich, meine Erfahrung als langjähriger Sammler bei briefmarkenmesse-essen.de einbringen zu dürfen.