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Feldpost: Briefmarken, Zulassungsmarken und Sammelgebiet

Feldpost ist der Postverkehr zwischen Soldaten im Kriegs- oder Manövereinsatz und ihren Angehörigen in der Heimat - und das Sammelgebiet dahinter gehört zu den komplexesten Gebieten der deutschen Philatelie. Die Begriffe Feldpostmarke, Zulassungsmarke, Soldatenmarke und Militärpostmarke werden oft durcheinandergeworfen, meinen aber grundlegend verschiedene Dinge.

In diesem Eintrag erkläre ich Ihnen, was Feldpostmarken von normalen Briefmarken unterscheidet, welche Epochen Sammler kennen müssen, welche Örtlichen Ausgaben des Zweiten Weltkriegs zu den wertvollsten deutschen Marken zählen - und wie Erben einen Feldpost-Nachlass realistisch einordnen sollten.

Auf einen Blick

  • Feldpost war für Soldaten meist portofrei für Standardsendungen - eigene Feldpostmarken dienten nur der Bezahlung von Zusatzleistungen wie Einschreiben oder Eilzustellung
  • Feldpost-Zulassungsmarken des Zweiten Weltkriegs waren Pflicht-Zusatzkleber zur Postverkehrs-Einschränkung zwischen Front und Heimat, nicht klassische Frankatur-Marken
  • Für Erben gilt: die meisten Feldpost-Briefe aus dem Nachlass haben wenige Euro Sammlerwert, während Insel- und Kessel-Post-Raritäten fünfstellige Auktions-Zuschläge erreichen können

Die nachfolgenden Abschnitte zeigen Ihnen die gesamte Bandbreite: von der Definition über die Geschichte bis zu den konkreten Marktpreisen wichtiger Ausgaben.

Feldpost-Brief aus dem Zweiten Weltkrieg mit Zulassungsmarke und Feldpoststempel

Das folgende Glossar erklärt alle vier relevanten Marken-Typen systematisch und schließt mit einer realistischen Nachlass-Einordnung für Erben.

Was ist Feldpost?

Feldpost ist einer der ältesten organisierten Postverkehre - mit philatelistischer Geschichte seit dem 19. Jahrhundert und einem eigenen Marken-Universum im Zweiten Weltkrieg.

Feldpost bezeichnet den Postverkehr zwischen Soldaten im Kriegs- oder Manövereinsatz und ihren Angehörigen - in beide Richtungen. Sie wird von einer militärischen Feldpost-Organisation als Teil der Streitkräfte betrieben, nicht von der zivilen Post. In den meisten Staaten war und ist Feldpost für Standardsendungen portofrei. Gebühren fielen nur für Zusatzleistungen wie Einschreiben an - genau dafür wurden spezielle Feldpostmarken ausgegeben.

Abgrenzung zu normalen Postwertzeichen

Feldpost-Briefmarken sind keine regulären Briefmarken der zivilen Postverwaltung. Sie werden von der Feldpost selbst ausgegeben - im Deutschen Reich vom Heeresfeldpostmeister, nicht von der Reichspostverwaltung - und gelten nur im militärischen Postverkehr. Feldpostmarken im engeren Sinn dienen der Bezahlung von portopflichtigen Zusatzleistungen; die Standardsendung läuft ohne Marke.

Nach Einführung der Bundeswehr-Feldpost 1982 werden in Deutschland normale Postwertzeichen genutzt. Eine eigene Bundeswehr-Feldpostmarke wurde zwar um 1978 entworfen und gedruckt, aber nie offiziell verausgabt - die Bestände wurden aus Kostengründen vollständig vernichtet.

Geschichte der Feldpost - von der Antike bis zur Bundeswehr

Organisierte Feldpost ist älter als die Briefmarke selbst - die philatelistische Geschichte beginnt im 19. Jahrhundert mit der Systematisierung durch die Postverwaltungen der Nationalarmeen.

Frühgeschichte und 19. Jahrhundert

Feldpost-ähnliche Organisationen sind bereits in der Antike dokumentiert, etwa die Kuriersysteme der römischen Legionen. Die systematische Feldpost moderner Prägung entstand im 19. Jahrhundert mit den deutschen Einigungskriegen 1866 und 1870/71. Damals wurden erstmals reguläre Feldpost-Organisationen eingerichtet, die den Brief- und Paketverkehr für Frontsoldaten organisierten.

Erster Weltkrieg 1914-1918

Im Ersten Weltkrieg betrieb das Deutsche Reich eine umfangreiche Feldpost. Da die Feldpost grundsätzlich portofrei war und eigene Feldpostmarken kaum existierten, umfasst dieses Kapitel vor allem gestempelte Belege. Das Kaiserreich-Marken-Sortiment dieser Zeit ist Teil des umfangreichen Sammelgebiets Deutsches Reich - ein Bereich, der für viele Sammler auch WK-I-Belege umfasst.

Zweiter Weltkrieg 1939-1945

Im Zweiten Weltkrieg erreichte die deutsche Feldpost mit rund 7,7 Millionen Sendungen allein im Spitzenjahr 1943 ihren mengenmäßigen Höhepunkt. Sendungen wurden nicht an Empfänger mit Ortsbezeichnung adressiert, sondern an fünfstellige Feldpostnummern zur Standort-Verschleierung. In dieser Phase entstanden die heute philatelistisch wichtigsten Feldpostmarken: die Feldpost-Zulassungsmarken.

DDR-Militärpost und Bundeswehr-Feldpost

Nach 1945 entwickelten sich die deutschen Feldpost-Systeme getrennt. Die Nationale Volksarmee der DDR nutzte eigene Militärpost-Kanäle. Die Bundeswehr führte ihre Feldpost offiziell 1982 ein - seitdem werden für Auslandseinsätze normale deutsche Postwertzeichen genutzt, ohne eigene Feldpost-Briefmarken.

Feldpost-Zulassungsmarken des Zweiten Weltkriegs

Die Feldpost-Zulassungsmarken sind das wichtigste deutsche Feldpost-Sammelgebiet - offiziell eingeführt 1942 zur Einschränkung des Postverkehrs zwischen Front und Heimat. Wer sich tiefer mit dem Drittes-Reich-Marken-Kontext beschäftigt, findet weitere Einordnung im Sammelgebiet Drittes Reich unter Drittes Reich sammeln.

Warum Zulassungsmarken?

Die Feldpost-Zulassungsmarken des Deutschen Reichs waren keine Gebührenmarken im klassischen Sinn - ihre Funktion war, den Postverkehr zwischen Front und Heimat mengenmäßig zu begrenzen. Soldaten erhielten monatlich eine festgesetzte Anzahl dieser Marken. Zur Zulassung mussten sie zusätzlich zur normalen Frankatur auf Karten, Briefen und Päckchen geklebt werden - ohne Zulassungsmarke keine Beförderung.

Die offizielle Bezeichnung lautete im Deutschen Reich „Zulassungsmarken für die Feldpost".

Die vier Allgemeinen Ausgaben 1942-1944

Der Heeresfeldpostmeister gab vier Allgemeine Ausgaben heraus, katalogisiert als Mi.-Nr. 1-4 A/B. Bei Katalog-Nr. 1 (Ju 52) und Nr. 2 (Hoheitsadler) gibt es jeweils eine gezähnte (Variante A) und eine durchstochene (Variante B) Ausführung.

Allgemeine Feldpost-Ausgaben 1942-1944 (Mi.-Nr. 1-4)
Mi.-Nr.AusgabedatumMotivVerwendungszweckQuelle
1A / 1B18.4.1942Transportflugzeug Ju 52LuftfeldpostbriefeWikipedia: Feldpostmarke
2A / 2B10.7.1942HoheitsadlerFeldpostpäckchenRichard Borek
3November 1944Hitler-PorträtPäckchen bis 2 kgGoldhahn
420.10.1944Weihnachts-MotivWeihnachtspäckchenWikipedia: Feldpostmarke

Die Allgemeinen Ausgaben Mi.-Nr. 1-4 A/B sind als postfrischer Satz vergleichsweise erschwinglich: Händlerpreise liegen laut Richard Borek und Goldhahn zwischen ca. 9 und 12 Euro für komplette Sätze (Stand 2026).

Örtliche Feldpost-Ausgaben - Insel- und Kessel-Post

Neben den Allgemeinen Ausgaben gab es 12 katalogisierte Örtliche Ausgaben für abgeschnittene Truppeneinheiten - darunter die wertvollsten deutschen Feldpostmarken überhaupt.

Inselpost im Mittelmeer

Örtliche Ausgaben entstanden für Truppenteile, die von der regulären Versorgung abgeschnitten waren. Der Katalog listet Ausgaben für Truppen in Nordafrika, auf Kreta, in der östlichen Ägäis, auf der Halbinsel Hela sowie für Frontzeitungen im Kaukasus und auf der Krim.

Spätkriegs-Ausgaben 1944/45

Einige Ausgaben gelangten unter den chaotischen Bedingungen des Spätkriegs nicht mehr zur Ausgabe: Sechs Feldpostmarken in Saloniki wurden im Juni 1944 nicht verausgabt. Im März 1945 verwendete die Luftfeldpost in Kurland eine halbierte Marke als Notlösung. Im April 1945 erschien eine eigene Zulassungsmarke für Luftpostbriefe der im Ruhrkessel eingeschlossenen Truppen.

Auktions-Realität der Inselpost-Raritäten

Die Örtlichen Ausgaben erzielen Rekordpreise, wenn Fotoatteste anerkannter BPP-Prüfer wie Petry, Rungas oder Pickenpack vorliegen. Auf einer Heinrich-Köhler-Auktion im Jahr 2009 erreichte ein Inselpost-Brief mit Vukovar-Zulassungsmarke einen Zuschlag von 16.500 Euro; eine Kuban-Zulassungsmarke Typ II auf kompletter Vorderseite erzielte auf derselben Auktion 5.000 Euro.

Feldpost-Stempel und Feldpostnummern

Feldpost-Sendungen tragen charakteristische Stempel und Adressmerkmale - für Sammler und Erben sind sie zentral für die Echtheitsprüfung und Einordnung.

Dienststempel und Dienstsiegel

Sendungen von militärischen Dienststellen trugen auf der Außenseite zwingend den Abdruck eines Briefstempels oder Dienstsiegels. Diese Stempel belegen, dass die Sendung aus einer offiziellen militärischen Stelle stammt - im Gegensatz zu privaten Soldatenbriefen ohne Dienststempel.

Fünfstellige Feldpostnummern

Zur Verschleierung von Truppenbewegungen und Aufenthaltsorten wurden Sendungen nicht an Empfänger mit Ortsbezeichnung adressiert, sondern an fünfstellige Feldpostnummern. Für Sammler und Familienforscher sind diese Nummern ein wichtiges Forschungsthema - die Zuordnung Nummer zu Truppenteil ist in Spezialkatalogen dokumentiert.

Zensur-Stempel

Viele Feldpost-Sendungen wurden zensiert und tragen entsprechende Zensur-Stempel. Diese Stempel sind postgeschichtlich wertvoll, weil sie den Sendungsweg und die militärische Prüfung belegen - ein wichtiger Echtheits-Indikator beim Einordnen von Nachlass-Belegen.

Abgrenzung: Feldpostmarke, Zulassungsmarke, Soldatenmarke, Militärpostmarke

Die deutsche Philatelie kennt vier verwandte Marken-Typen rund um das Thema Militär - eine klare Abgrenzung hilft beim Einordnen von Nachlass-Belegen und verhindert teure Verwechslungen.

Abgrenzung Militär-Marken-Typen in der deutschen Philatelie
BegriffZeitZweckHerausgeber
FeldpostmarkeKriegszeit / ManöverGebühr für Zusatzleistungen (Einschreiben, Eilzustellung)Militärische Feldpost
Feldpost-ZulassungsmarkeWK II (1942-1945)Pflicht-Zusatzkleber zur Postverkehrs-EinschränkungHeeresfeldpostmeister
SoldatenmarkeFriedenszeitErmäßigte Post-Tarife für SoldatenStaatliche Post
MilitärpostmarkeMilitär-BesatzungenPost-Dienst des Militärs für ZivilbevölkerungMilitärische Besatzungs-Post

Die vier Begriffe werden umgangssprachlich oft synonym benutzt. Im philatelistischen Katalog sind sie klar getrennt nach Zweck und Herausgeber - eine Verwechslung kann bei der Bewertung von Nachlass-Belegen zu erheblichen Fehleinschätzungen führen.

Feldpost als Postgeschichte pur - Schicksals-Dokumente

Feldpost ist mehr als ein Sammelgebiet - sie dokumentiert Alltag und Schicksale aus Kriegszeiten als Primärquellen der Sozialgeschichte.

Feldpost-Briefe transportieren Nachrichten zwischen Soldaten an der Front und ihren Angehörigen zuhause: Familiengeschichten, Alltagsthemen, Zensur-Hinweise, manchmal die letzten Worte von Gefallenen. Für Historiker, Familienforscher und Museen sind sie als Zeitzeugnis wertvoller denn als Anlage - ein Aspekt, den viele Erben unterschätzen.

"In den Ruhrpott-Familien, mit denen ich gearbeitet habe, findet sich in fast jedem zweiten Nachlass mindestens ein Feldpost-Konvolut - Briefe vom Vater aus Russland, vom Bruder aus Nordafrika. Für die Erben ist das oft emotional bedeutend, philatelistisch dagegen meist Alltag. Ich habe gelernt: bevor ein solches Konvolut zum Händler geht, lohnt sich immer ein Gespräch mit der Familie - manchmal liegt der Wert im Erhalt, nicht im Verkauf."

Feldpost aus der Zeit des Dritten Reichs ist historisch belastet. Seriöse Sammler und Händler gehen nüchtern-faktisch damit um - als Postgeschichte, nicht als Ideologie-Memorabilia. Der Handel mit Feldpost-Belegen ist in Deutschland legal, soweit keine verfassungsfeindlichen Symbole auf den Marken selbst sichtbar sind.

Nachlass-Realität - was Erben von Feldpost-Konvoluten wissen sollten

Wer einen Feldpost-Nachlass erbt, sollte realistische Erwartungen mitbringen - und wissen, wo eine Fach-Bewertung sinnvoll ist.

Die 95-Prozent-Regel

Die große Mehrheit der im Nachlass gefundenen Feldpost-Belege sind einfache Alltags-Briefe mit geringem Sammlerwert. Im Vergleich zu den Auktions-Raritäten (Vukovar, Kuban, Kurland-Halbierung, Ruhrkessel) sind Standard-Belege aus Familien-Nachlässen die Regel - nicht die Ausnahme. Die wirklich hochwertigen Stücke sind in klassischen Familien-Nachlässen praktisch nie zu finden.

"Die wirklich wertvollen Feldpost-Belege - Insel-Post aus Rhodos, Kuban-Zulassungsmarken, Ruhrkessel-Luftpost - sind in den klassischen Nachlässen praktisch nie zu finden. Was die meisten Familien haben, sind einfache Feldpost-Briefe - historisches Zeugnis, kein Anlage-Objekt."

Was eine Fach-Bewertung rechtfertigt

Für eine Fach-Bewertung lohnt es sich, wenn Sie postfrische Stücke der Mi.-Nr. 2B bis 4 mit sauberer Gummierung haben, Belege mit erkennbaren Hinweisen auf Insel- oder Kesselpost, oder Konvolute mit mehr als 500 Belegen. Wichtig: Bei vermuteten Örtlichen Ausgaben ist ein Fotoattest eines BPP-Prüfers zwingend - die Prüfer Petry und Rungas (BPP) gelten als anerkannte Standards, da massive Fälschungen von Gummi und Aufdrucken bekannt sind.

Wert-Orientierung und Verkaufs-Optionen

Für eine erste Wert-Orientierung empfehle ich Ihnen den Abschnitt zur Wertermittlung im Händlervergleich - mehr dazu finden Sie unter Wertermittlung Ihrer Briefmarken-Sammlung. Für spezialisierte Feldpost-Auktionen bündelt Catawiki als spezialisierte Auktionsplattform Experten-Kuration für den Online-Markt - als Orientierung für marktübliche Preise, nicht als automatische Wertgarantie.

Fazit - Feldpost als komplexes Sammelgebiet mit historischer Tiefe

Feldpost bezeichnet den militärischen Postverkehr und umfasst als Sammelgebiet Feldpostmarken, Feldpost-Zulassungsmarken, Stempel und Feldpostnummern aus mehreren Epochen, Antike bis Bundeswehr.

Die Allgemeinen Ausgaben 1942-1944 (Mi.-Nr. 1-4 A/B) sind als postfrischer Satz für rund 10 bis 12 Euro im Händlermarkt erschwinglich. Die Örtlichen Ausgaben (Inselpost, Kesselpost) gehören zu den wertvollsten deutschen Marken überhaupt - mit fünfstelligen Auktions-Zuschlägen bei nachgewiesener Echtheit.

Für Erben gilt: die meisten Feldpost-Briefe aus dem Familien-Nachlass haben wenig philatelistischen Wert, historisch und familiär sind sie aber Primärquellen ersten Ranges. Wer spezialisiert sammeln will, findet in Feldpost eines der komplexesten Forschungsfelder der deutschen Philatelie - mit eigenen Spezialkatalogen und BPP-Prüfern.

Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Feldpost-Briefmarken, Zulassungsmarken und Nachlass-Einordnung.

Was ist eine Feldpost-Briefmarke?

Eine Feldpost-Briefmarke ist eine spezielle Briefmarke, die während eines militärischen Konflikts oder Manövers von einer militärischen Feldpost ausgegeben wird. Da der Standardversand meist portofrei war, diente sie fast ausschließlich der Bezahlung von Zusatzleistungen wie Einschreiben oder Eilzustellung. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt „Was ist Feldpost?"

Was ist der Unterschied zwischen Feldpostmarke und Feldpost-Zulassungsmarke?

Feldpostmarken sind Gebührenmarken für Zusatzleistungen, Zulassungsmarken dagegen Pflicht-Zusatzkleber zur mengenmäßigen Einschränkung des Postverkehrs. Soldaten erhielten monatlich eine festgesetzte Anzahl dieser Marken - ohne Zulassungsmarke wurde die Sendung nicht befördert. Alle Details stehen im Abschnitt „Feldpost-Zulassungsmarken des Zweiten Weltkriegs".

Wie wertvoll sind Feldpost-Briefmarken aus dem Zweiten Weltkrieg?

Die vier Allgemeinen Ausgaben (Mi.-Nr. 1-4 A/B) sind als postfrischer Satz für rund 10 bis 12 Euro im Händlermarkt zu bekommen. Örtliche Ausgaben (Inselpost, Kesselpost) dagegen erzielen bei Auktionen Zuschläge im vier- bis fünfstelligen Bereich - vorausgesetzt, Fotoatteste anerkannter BPP-Prüfer liegen vor. Mehr dazu im Bereich „Nachlass-Realität".

Was sind fünfstellige Feldpostnummern?

Feldpostnummern sind fünfstellige Adress-Codes, unter denen Sendungen an Truppenteile zugestellt wurden - statt mit Ortsangaben. Zweck war die Verschleierung von Truppenbewegungen und Standorten, sodass die Nummern-Zuordnung zu Truppenteilen in Spezialkatalogen dokumentiert ist. Schauen Sie dazu in den Bereich „Feldpost-Stempel und Feldpostnummern".

Gibt es heute noch Feldpost der Bundeswehr?

Ja, die Bundeswehr betreibt seit 1982 offiziell eine Feldpost, vor allem für Auslandseinsätze, wobei normale deutsche Postwertzeichen genutzt werden. Ein Entwurf für eine Bundeswehr-Feldpostmarke wurde nie offiziell verausgabt und die Bestände wurden vernichtet. Mehr im Abschnitt „Geschichte der Feldpost".

Wie erkenne ich eine Feldpost-Sendung aus dem Nachlass?

An drei Merkmalen: fünfstellige Feldpostnummer als Empfänger-Adresse statt Ortsname, Dienststempel oder Feldpoststempel mit Datum, und häufig ein Zensur-Stempel. Die Sendung kann eine Briefmarke tragen - oder als portofreie Feldpost ganz ohne Marke gelaufen sein. Details finden Sie unter „Feldpost-Stempel und Feldpostnummern".

Klaus Weber
Klaus Weber

Mit den DDR-Marken aus dem Album meines Großvaters bin ich als Kind zum ersten Mal mit Briefmarken in Berührung gekommen. Über die Jahrzehnte habe ich gesehen, wie Erben und Sammler oft an Hype und Halbwissen scheitern. Daher freue ich mich, meine Erfahrung als langjähriger Sammler bei briefmarkenmesse-essen.de einbringen zu dürfen.